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Streit zwischen Lufthansa und Fraport spitzt sich zu: Fluggesellschaft verlagert fünf Superjumbos von Frankfurt nach München

Von Der seit Monaten tobende Streit um die neuen Gebühren-Rabatte am Frankfurter Flughafen erreicht einen neuen Höhepunkt.
Fünf ihrer in Frankfurt stationierten Airbus 380 will die Lufthansa 2018 nach München verlagern. Foto: Boris Roessler (dpa) Fünf ihrer in Frankfurt stationierten Airbus 380 will die Lufthansa 2018 nach München verlagern.
Frankfurt. 

Während Lufthansa- und Fraport-Manager immer wieder öffentlich beteuern, unter Hochdruck an einer Beilegung ihres Streits zu arbeiten, hat die Fluggesellschaft dem Frankfurter Flughafen-Betreiber gestern erneut einen harten Schlag versetzt: In einer Presse-Erklärung mit dem Titel „Neue Ziele ab München und Frankfurt“ teilte die Airline fast beiläufig mit, dass sie zum kommenden Frühjahr fünf ihrer Airbus 380-Maschinen in München stationieren wird – fünf der 14 Superjumbos, die bislang noch alle in Frankfurt stehen. Die fünf Riesenjets mit einer Kapazität von je 509 Plätzen sollen im kommenden Sommerflugplan die bayerische Hauptstadt mit Los Angeles, Hongkong und Peking verbinden und dabei die kleineren Maschinen vom Typ Airbus A340-600 ersetzen, in denen nur 297 Passagiere Platz finden. Diese älteren und lauteren Flieger werden dann nach Frankfurt abgeschoben. Die Kapazität des in München angebotenen Fernverkehrs steige so um 17 Prozent, sagte gestern ein Lufthansa-Sprecher.

„Durch die Stationierung der A 380 entstehen bis zu 500 neue Arbeitsplätze am Standort München“, teilte Lufthansa mit. Aktuell beschäftigt die Airline dort bereits 11 000 Mitarbeiter. Nach einer Übergangszeit sollen die Maschinen mit Crews aus München bereedert werden. Und wenn die nötige Infrastruktur in München stehe, würden die Maschinen auch dort gewartet werden und nicht mehr am Main. Nach Aussage des Lufthansa-Sprechers heißt dies im Umkehrschluss aber nicht, dass dann bis zu 500 Stellen in Frankfurt wegfallen werden, wo die Airline derzeit circa 30 000 Beschäftigte zählt.

Doch mit der Verlagerung der fünf A 380 stärken die Lufthanseaten das Interkontinental-Geschäft ihres Münchner Drehkreuz erneut zulasten ihres Heimatstandortes Frankfurt. Denn im Frühjahr hatte der deutsche Branchenprimus bereits entschieden, 15 der insgesamt bestellten 25 kompakten Langstreckenflüge des Typs A 350 von München aus starten zu lassen. Ob die hochmodernen, besonders leisen und äußerst wirtschaftlich zu betreibenden A 350 auch in Frankfurt stationiert werden, ist den Angaben nach weiterhin offen.

Die jüngste Entwicklung zeigt: Legt die Fraport den Streit mit ihrem Hauptkunden und Großaktionär nicht bei, wird der Vorsprung des Frankfurter Flughafens gegenüber dem Münchner Airport weiter schmelzen, wird die Vormachtstellung Frankfurts im deutschen Interkontinental-Verkehr leiden. Noch kommt Deutschlands größter Flughafen auf einen Anteil von rund 38 Prozent Interkontinental-Passagieren. Aber die Münchener holen auf: Am zweitgrößten deutschen Flughafen beträgt der Anteil der Flugpassagiere im interkontinentalen Verkehr inzwischen 16 Prozent. Mindestens 20 sollen es in fünf Jahren werden – natürlich mit freundlicher Unterstützung der Lufthansa, der im „Erdinger Moos“ 40 Prozent der von ihr genutzten Terminals gehören.

Entzündet hatte sich der Streit zwischen Fraport und Lufthansa im Winter vergangenen Jahres. Damals hatte der Lufthansa-Erzfeind Ryanair plötzlich angekündigt, ab dem Frühjahr 2017 auch den Frankfurter Flughafen anfliegen zu wollen – nachdem Fraport entschieden hatte, zu Beginn dieses Jahres großzügige Gebühren Rabatte für neue Flugstrecken von und nach Frankfurt einzuführen. So will der Flughafen-Betreiber verstärkt die nach wie vor boomenden Billigfluggesellschaften an den Main locken. Aber Rabatte sieht das Programm erst ab einem jährlichen Passagierwachstum von drei Prozent vor – in diesem Fall werden pro Passagier zwei Euro weniger fällig. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, sobald der Passagier-Anstieg die 20-Prozent-Marke knackt: Dann sparen die Airlines sogar 14 Euro pro Passagier. Dadurch fühlt sich der Frankfurter Platzhirsch benachteiligt, denn klar ist: Eine Airline, die neu in Frankfurt startet, erreicht naturgemäß viel größere Steigerungsraten als die Lufthansa, die hier für zwei Drittel der Verbindungen steht.

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