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Mutter Delivery Hero bietet Aktien an: Foodora rollt an die Börse

Von Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero („Foodora“) will in den kommenden Monaten an den Kapitalmarkt. Es wäre einer der größten Börsengänge des Jahres.
Die Fahrradkuriere von „Foodora“ in ihren pinkfarbenen Outfits sind aus dem Stadtbild von Frankfurt oder Mainz nicht mehr wegzudenken. Nun strebt die Mutterfirma Delivery Hero an die Börse. Foto: Andreas Arnold (dpa) Die Fahrradkuriere von „Foodora“ in ihren pinkfarbenen Outfits sind aus dem Stadtbild von Frankfurt oder Mainz nicht mehr wegzudenken. Nun strebt die Mutterfirma Delivery Hero an die Börse.
Frankfurt. 

Aus dem Frankfurter Stadtbild sind die Fahrradkuriere des Essens-Lieferdienstes „Foodora“ in ihren pinkfarbenen Outfits nicht mehr wegzudenken. Per App werden sie erst zum Restaurant und dann zum Kunden gelotst – die Gaststätten können ihre Küchen besser auslasten, die Besteller können leckere Menüs zu Hause genießen. Mit mehreren hundert Restaurants, Kneipen oder Imbiss-Anbietern im Rhein-Main-Gebiet arbeitet das Berliner Start-up zusammen: Nicht nur McDonald’s, „Die Kuh die lacht“, MoschMosch und diverse Sushi-Bars stehen auf der Liste, sondern auch renommierte Frankfurter Küchen wie die Alte Kanzlei oder Maxi Eisen. Und natürlich auch Best Worscht In Town und Mutter Ernst.

Mutterkonzern des Lieferdienstes ist die Firma Delivery Hero, zu der auch Marken wie „Lieferheld“ und „Pizza.de“ gehören und die wiederum zur Start-up-Schmiede Rocket Internet gehören. Rocket kopiert, häufig nach US-Vorbildern, Geschäftsmodelle quasi am Fließband und versucht die Töchter später an die Börse zu bringen. Gestern kündigt Delivery Hero seinen Börsengang an – der Finanzkreisen zufolge bis zu einer Milliarde Euro schwer werden und damit einer der größten Technologie-Börsengänge des Jahres werden könnte.

Bis zu 3,8 Milliarden

Delivery Hero will mit der Ausgabe neuer Aktien rund 450 Millionen Euro einnehmen. Darüber hinaus wollen Altaktionäre um den Großaktionär Rocket Internet weitere Papiere verkaufen. Je nachdem, wie viele Anteilsscheine Rocket Internet auf den Markt wirft, käme die Milliarde zusammen. Insgesamt wird Delivery Hero nach Angaben eines Insiders mit 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro bewertet. Beauftragt sind die Investmentbanken JP Morgan, Goldman Sachs und Citi. Angeblich hatte ursprünglich die Deutsche Bank die Führungsrolle inne, soll dann aber vom Mandat zurückgetreten sein – die Gründe sind unklar.

Info: Weitere Firmen in den Startlöchern

Auch die Restaurant-Kette Vapiano hat ihre Börsenpläne bereits öffentlich gemacht. Sie will 85 Millionen Euro für die Eröffnung neuer Lokale einsammeln, daneben wollen die Altaktionäre einen Teil ihrer Beteiligung zu Geld machen.

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Ein Erfolg des Börsengangs („IPO“) wäre vor allem für den Investor Rocket Internet wichtig, der rund 35 Prozent der Anteile hält; der südafrikanische Technologie- und Infrastruktur-Investor Naspers besitzt weitere zehn Prozent. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg wollte sich gestern nicht zum Gesamtvolumen des Börsengangs äußern. „Der Gang an die Börse wird uns ermöglichen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und uns zusätzliches Kapital verschaffen, um unsere Führungsposition im Markt für Essensbestellung und -lieferung weiter auszubauen“, sagte Östberg nur. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will der Konzern Schulden tilgen, ins Geschäft investieren und den Kaufpreis für die Ende Mai angekündigte Übernahme des Essens-Lieferdiensts Carriage aus Kuwait bezahlen. Weitere Zukäufe schloss Östberg nicht aus.

In den roten Zahlen

Das 2011 gegründete Unternehmen ist in mehr als 40 Ländern vertreten und hat mehr als 6000 Beschäftigte. Delivery Hero liefert Menüs aus insgesamt mehr als 150 000 Restaurants aus. Bislang schreibt das schnell wachsende Start-up rote Zahlen. Doch verringerte sich, obwohl die Konkurrenz zu Anbietern wie Takeaway („Lieferando“) oder Deliveroo viel Geld kostet, der bereinigte operative Verlust im Vorjahr von 175 auf 116 Millionen Euro. Man nähere sich der Gewinnschwelle immer weiter an, sagte Östberg, ohne einen Zeitpunkt für deren Erreichen zu nennen. Delivery Hero werde weiter wachsen und sich nicht zum Gewinn sparen. 2016 stieg der bereinigte Umsatz um 71 Prozent auf 347 Millionen Euro.

Geplante Börsengänge von Rocket-Internet-Beteiligungen wie dem Kochbox-Anbieter HelloFresh oder dem Online-Möbelhändler Home24 hatten sich zuletzt zerschlagen. Für Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer ist Delivery Hero daher ein Hoffnungsträger. Es wäre die erste Emission einer Firma aus dem Portfolio des Investors seit dessen Schritt an den Aktienmarkt im Oktober 2014. Seither ist die Aktie regelrecht abgestürzt: Vom Hoch bei über 64 Euro sank der Kurs zeitweise bis auf 15,15 Euro und hat sich seither kaum erholt: Gestern notierte der Titel 2,43 Prozent niedriger bei 21,001 Euro.

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