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Größter Konzern-Standort für Fahrzeugversicherungen: Frankfurt ist Kfz-Metropole der Allianz

Von Obwohl immer mehr Autos über immer umfangreichere Assistenzsysteme verfügen, steigt die Zahl der Unfälle. Im Allianz-Konzern beschert das vor allem der Frankfurter Zentrale Arbeit – auch aus dem Ausland.
Erstaunlich, wie tief sich Fernsehwerbung im Gehirn einbrennen kann – wie der Werbespot der Allianz-Versicherung mit dem blonden jungen Mann, der im offenen Käfer in Neapel in einen Tomatenstapel fährt. Seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen, aber gleich ist er wieder im Bewusstsein: „Hoffentlich Allianz versichert“. Erstaunlich, wie tief sich Fernsehwerbung im Gehirn einbrennen kann – wie der Werbespot der Allianz-Versicherung mit dem blonden jungen Mann, der im offenen Käfer in Neapel in einen Tomatenstapel fährt. Seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen, aber gleich ist er wieder im Bewusstsein: „Hoffentlich Allianz versichert“.
Frankfurt. 

Wie unbeschwert das Versicherungsgeschäft in den 80er Jahren doch daher kam. Mit dem jungen blonden Mann zum Beispiel, der in einem Werbespot der Allianz-Versicherung im offenen Käfer singend durch Süditalien fährt. „Italienurlaub, Sonnenschein“, singt der Sonnyboy mit Matte und guckt hübschen Mädchen hinterher. „Ich gurkte durch Neapel. Erst kreuz, dann quer, dann mittenrein in den Tomatenstapel.“ Wild gestikulieren die Italiener, bedächtig senkt ein Carabinieri den Kopf – ein wunderbarer Werbespot mit Klischee-Italienern und Happy-End: Die Allianz begleicht natürlich die Schuld. „Denn wer sich Allianz versichert, der ist voll und ganz gesichert. Der schließt vom ersten Augenblick ein festes Bündnis mit dem Glück.“ So tönte es aus dem Fernseher. Die Melodie dazu hat sich ins Gedächtnis eingebrannt, der Slogan auch.

Dabei war früher auch bei den Versicherern nicht alles besser – im Gegenteil: Als Fahrer eines in Düsseldorf registrierten Fahrzeugs hätte der junge Mann damals hilfesuchend in der Allianz-Kfz-Schadensabteilung in Düsseldorf angerufen. Unwahrscheinlich, dass er dabei einen Allianzer erreicht hätte, der italienisch spricht und das italienische Recht kennt – da wäre viel Zeit ins Land gegangen, bis die Allianz den Schaden beglichen hätte.

Multikulti-Hilfe

Heute kommt der Allianz-Kunde, der im Ausland in einen Verkehrsunfall verwickelt wird, deutlich einfacher und schneller an sein Geld. Denn ganz gleich, wo auf dem Erdball das Unglück passiert – wer die Nummer der Kfz-Schaden-Hotline wählt, landet in der Frankfurter Zentrale des Münchner Versicherungskonzerns. Denn diese ist – direkt am südlichen Mainufer gelegen – nicht nur der größte Kfz-Standort der Allianz weltweit. Hier sitzt auch ein Team von Spezialisten, das sich ausschließlich mit Kfz-Schäden auseinandersetzt, die eine internationale Dimension haben. Also um Unfälle in Deutschland, an denen im Ausland registrierte Autos verwickelt sind, und noch viel häufiger um Unfälle deutscher Allianz-Versicherter im Ausland.

72 Mitarbeiter umfasst die Abteilung ,Auslandsschaden’“, berichtet Oliver Frankenberger, der den Frankfurter Allianz-Standort leitet, „und die zeichnet sich auch durch kulturelle Vielfalt aus: Da sind neun Nationalitäten und zwölf Fremdsprachen vertreten, darunter viele Mitarbeiter, die schon im Ausland gearbeitet haben.“ Wer die Sprache des jeweiligen Landes beherrscht, kennt sich auch mit dessen Rechtssystem aus. Und da können die Unterschiede gravierend sein, wie Gruppenleiter José Hurtado weiß. „In Spanien beispielsweise haben Sie nur Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten. Auf den Kosten für Rechtsanwälte, Sachverständige und Mietwagen bleibt der Kasko- und Haftpflichtversicherte dagegen sitzen“, berichtet der 42-Jährige. Ein sehr komplexes Geschäft, das auch immer umfangreicher wird. 38 900 Schadensfälle hatte Hurtados Mannschaft im vergangenen Jahr zu bearbeiten – ein neuer Rekord. „Die Zahl der Auslandsunfälle nimmt stetig zu“, sagt auch Frankenberger. Die Deutschen sind eben Reiseweltmeister und immer öfter und länger unterwegs. Zudem gewinne die Allianz neue Kunden hinzu.

Neue Strategie nötig

Wie aus den Statistiken des größten deutschen Versicherungskonzerns hervorgeht, nimmt aber auch hierzulande die Zahl der Verkehrsunfälle zu. 590 000 Kfz-Schadenfälle liefen allein im vergangenen Jahr in der Frankfurter Zentrale ein. Beim größtem Kfz-Standort der Allianz sind laut Frankenberger zwei Drittel der rund 1500 Mitarbeiter in diesem Bereich tätig.

Und die warten nun gespannt auf die neue Strategie des Münchener Konzernvorstands, mit der die Allianz im Kfz-Versicherungsgeschäft wieder zum Marktführer werden will. „Noch in diesem Jahr werden wir eine Initiative starten, um das Wachstum zu beschleunigen“, hatte Deutschland-Chef Manfred Knof im Frühjahr versprochen. In den vergangenen beiden Jahren ist der Kfz-Versicherungsbestand des Marktführers kaum gewachsen; seit der Jahrtausendwende ist er sogar kräftig gesunken: von 9,2 Millionen auf 8,3 Millionen. Und das, obwohl der Markt insgesamt gewachsen ist. Dabei hat vor allem die HUK Coburg kräftig zugelegt und 2010 die Allianz vom Thron gestoßen. 10,8 Millionen Fahrzeuge sind inzwischen bei den Coburgern versichert.

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