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Finanzen: Frankfurter Forscher warnt vor Bitcoins als Spekulationsobjekt

Die Zahl der Unternehmen, die das digitale Geld Bitcoin akzeptieren, wächst stetig. Doch sind die Kursschwankungen enorm.
Bitcoin-Münzen beim Münzhandel „BitcoinCommoditie“ in Berlin. Bilder > Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild) Bitcoin-Münzen beim Münzhandel „BitcoinCommoditie“ in Berlin.
Frankfurt. 

Die virtuelle Währung Bitcoin hat kürzlich erstmals den Kurswert von 4000 Dollar übersprungen. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 400 Prozent seit Anfang des Jahres. Kein Wunder, dass sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes zunehmend auch Privatanleger für den Erwerb von Bitcoins interessieren. Dabei besteht die Gefahr, dass sich Privatanleger zuweilen von dem Begriff „Währung“ in die Irre führen lassen. Außerdem wird von den Protagonisten suggeriert, dass die Entstehung von „virtuellen Währungen“ wie Bitcoin gewissermaßen eine logische Weiterentwicklung traditioneller Währungen im Zeitalter der Digitalisierung sei. Was steckt eigentlich hinter Bitcoin und anderen sogenannten Kryptowährungen? Zu den bekanntesten Alternativen zu Bitcoin gehören die Kunstwährungen Ethereum, Litecoin oder Ripple.

Kein Geld

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei Bitcoin eben nicht um Geld oder eine Währung handelt. Bitcoin ist lediglich eine digitale Verrechnungseinheit, die nicht als Geld im eigentlichen Sinne und schon gar nicht als gesetzliches Zahlungsmittel verstanden werden darf. Die ursprüngliche Idee aus dem Jahr 2008 bestand darin, in einem anonymen verteilten Computernetzwerk (sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk) Transfers von virtuellen Recheneinheiten – den Bitcoins – unmittelbar zwischen Sendern und Empfängern ohne die Einschaltung einer Bank zu ermöglichen. Auch gibt es keine Zentralbank, die Bargeld ausgibt, die Geldmenge steuert und für Preisstabilität sorgt. Neue Bitcoins werden in einem sogenannten „Mining“-Prozess erzeugt. Dies ist vereinfacht gesagt eine Entlohnung für die Bereitstellung von Rechenleistungen, die man für die Transaktionsverarbeitung im Bitcoin-Netzwerk benötigt. Der Begriff des „Mining“ soll an das Goldschürfen erinnern.

Umstritten

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein zeigt sich offen für Bitcoin: Er sei noch zu keiner abschließenden Bewertung gekommen. Laut „Wall Street Journal“ prüft die Investmentbank die Schaffung eines

clearing

Jeder Nutzer von Bitcoins kann sich als Teilnehmer am Bitcoin-Netzwerk kostenlos eine „Wallet Software“ beschaffen, mit der die Bitcoins verwaltet, übertragen oder empfangen werden können. Dabei werden Details jeder Transaktion mit Hilfe kryptografischer Verfahren so verschlüsselt, dass Sender, Empfänger und Überweisungsbeträge der Transaktionen für Außenstehende nur als scheinbar zufällige Zeichenfolgen zu sehen und damit nicht einsehbar sind. Die Befürworter solcher – wegen ihrer Verschlüsselung auch Kryptowährungen genannten – Kunstwährungen verweisen auf die schnelle, anonyme und fälschungssichere Abwicklung von Transaktionen, die deshalb besonders kostengünstig sei, weil man teure Intermediäre wie Banken umgehe.

Die Kurskapriolen der letzten Wochen, in denen binnen weniger Tage der Bitcoin-Kurs in die Höhe geschossen, dann ohne erkennbaren Grund wieder eingebrochen ist, um sich dann wieder zu erholen, sollten jeden Anleger zur Vorsicht mahnen. Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung für die hohe Volatilität der Bitcoin-Kurse. Denn anders als bei echten Währungen fallen Zinsdifferenzen oder unterschiedliche Inflations- und Wachstumserwartungen als Erklärungsfaktoren für Wechselkursänderungen aus. Es bleibt die Vermutung, dass es sich bei der Kursexplosion von Bitcoin und den starken Schwankungen letztlich um eine Spekulationsblase und/oder Marktmanipulationen handeln könnte.

Fehlende Aufsicht

Tatsache ist, dass es keine Transparenz über die Marktteilnehmer, deren Motive und Handelspraktiken gibt, da staatliche Regulierung und Aufsicht fehlen. Nur in Einzelfällen hat die Finanzaufsicht bislang in das Geschäft mit Kryptowährungen eingegriffen, wie zuletzt die BaFin beim Verbot der Kunstwährung Onecoin aus Dubai. Die Anonymität des Bitcoin-Netzwerks eignet sich bestens für die Abwicklung illegaler Transaktionen im Darknet und zur Geldwäsche. Und nicht zu vergessen, kommt es jüngst immer häufiger zu Hackerangriffen auf Bitcoin-Konten, bei denen die virtuellen Konten geleert und persönliche Daten gestohlen werden. Daher gilt vor allem für Privatanleger: Hände weg von Bitcoins oder anderen Kryptowährungen!

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