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Viele Geschäftsreisende: Frankfurter Hotel-Allianz will mehr Touristen

Von Mit neuen Marketing-Konzepten will die 2013 gegründete „Frankfurt Hotel Alliance“ vor allem Privatreisende in die Main-Metropole locken. Denn in der Business-Stadt Frankfurt bleiben vor allem am Wochenende Betten leer.
Zur Buchmesse steigen die Hotelpreise in Frankfurt laut Check 24 im Schnitt um 84 Prozent.	Foto. Christes Foto: Christian Christes Zur Buchmesse steigen die Hotelpreise in Frankfurt laut Check 24 im Schnitt um 84 Prozent. Foto. Christes
Frankfurt. 

Der Deutschland-Tourismus boomt. Und Frankfurt bildet da keine Ausnahme: Sechs Jahre in Folge sind die Gäste- und Übernachtungszahlen in Frankfurt auf stets neue Rekordwerte gestiegen – 5,1 Millionen Besucher zählte die Main-Metropole 2015, bei 8,7 Millionen Übernachtungen. Und in diesem Jahr steuert die Stadt wieder auf ein neues Allzeithoch zu, nachdem von Januar bis Juni schon 2,5 Millionen Menschen Frankfurt besucht und dabei 4,3 Millionen Übernachtungen gebracht haben – ein weiteres Plus von 2,9 bzw. 3,1 Prozent.

Zu verdanken ist dies sicherlich nicht allein dem allgemeinen Trend zum Städte-Tourismus. Offenbar ist es der Stadt tatsächlich gelungen, ihr Image zu verbessern, zu zeigen: Wir sind nicht nur eine Business-Metropole, sondern auch eine internationale Kulturstadt. Dafür spricht der Besucher-Mix: Waren 2010 noch rund 80 Prozent der Gäste Geschäftsreisende, waren es im vergangenen Jahr 70 Prozent – weil eben viel mehr Privatreisende nach Frankfurt kommen.

München auf den Fersen

Eine Entwicklung, über die sich nicht nur der Einzelhandel, sondern vor allem die hiesige Hotellerie freut. Über eine mangelnde Auslastung an den Werktagen mussten sich die Hoteliers zwar noch nie beklagen – aber an den Wochenenden bleiben immer noch viele Betten leer. Trotz deutlicher Verbesserung sind die Frankfurter Hotels freitags bis sonntags im Schnitt nur zu 57 Prozent belegt. Was maßgeblich dazu beiträgt, dass die Gesamt-Auslastung der hiesigen Häuser mit knapp 70 Prozent weiterhin unter den Vergleichswerten von Berlin, München und Hamburg liegt – die kommen auf 75 bis 78 Prozent.

„Frankfurt und Wochenende – das ist für viele immer noch ein Widerspruch“, bestätigt Thomas R. Hilberath, Präsident der „Frankfurt Hotel Alliance“ (FHA), „und das zu ändern, ist eines unserer Ziele.“ 2013 gegründet, umfasst die Vereinigung inzwischen 53 der zurzeit 251 betriebenen Hotels im Frankfurter Raum – besonders die größeren Marken- und Konzernhotels wie Maritim, Marriot, Steigenberger, Lindner oder das Intercontinental, das Hilberath lange gemanagt hat. Zusammen mit dem Branchenverband DEHOGA oder der Frankfurter Tourismus &Congress GmbH bemühen sie sich, noch mehr Besucher nach Frankfurt zu locken. Auch mit der Messe Frankfurt und der Deutschen Bahn arbeitet die Hotel-Allianz an neuen Marketing-Konzepten.

So hat sich der Vorstand der FHA auch zur Buchmesse etwas einfallen lassen: „Zu Messe-Zeiten machen vor allem viele Privatpersonen einen großen Bogen um Frankfurt, weil sie denken, dass da alle Hotels nicht nur viel teurer, sondern ohnehin auch alle ausgebucht sind“, erzählt Hilberath. Zumindest letzteres sei aber auch im Fall der bevorstehenden Buchmesse nicht richtig – jedenfalls nicht am Wochenende, also an den beiden reinen Publikumstagen, an denen das Gros der Fachbesucher schon wieder abgezogen sei.

Für dieses Wochenende (22./23.Oktober) haben laut Hilberath die 30 Innenstadt-Hotels der FHA ein Kontingent von rund 3200 Zimmern zur Verfügung gstellt, das zusammen mit den Messe-Eintrittskarten für beide Tage offeriert wird. Buchbar über Ameropa, kostet da ein Zimmer für zwei Personen je nach Kategorie den Angaben nach zwischen 168 und 264 Euro. Und wer mit der Deutschen Bahn anreisen will, erhält das Bahn-Ticket für 50 Euro – zumindest wenn die Anreise-Strecke nicht länger als 400 Kilometer lang ist.

Preis-Explosion zur Messe

Die Preise können sich tatsächlich sehen lassen, wenn man bedenkt, wie teuer die Zimmer zu Messezeiten sind, auch am Wochenende. Laut dem Vergleichsportal Check 24 müssen Bücherfreunde während des Besucher-Wochenendes 66 Euro pro Nacht bzw. 84 Prozent mehr für eine Hotelübernachtung bezahlen als am Wochenende vor der Veranstaltung. In der Spitze lägen die Preisaufschläge bei bis zu 342 Prozent, heißt es. Und das, obwohl laut Vergleichsportal noch viele Zimmer frei sind.

Solche saftigen Preiserhöhungen kennen Frankfurt-Besucher auch von der Internationalen Automobilausstellung (IAA). Deshalb hat die Hotel Allianz im vergangenen Jahr für diese Großmesse ein ähnliches Paket geschnürt. Und auch für die IAA im kommenden Jahr ist eines geplant. „Solche Angebote sind auch im Interesse der Messe-Veranstalter, weil sich das Besucher-Aufkommen dadurch zeitlich entzerrt“, erläutert Hilberath, „wenn die Besucher nur für einen Tag kommen, bilden sich gleich morgens sehr lange Schlangen.“

Vergleichbare Konzepte will die FHA nun auf weitere Messen ausweiten. Auch mit den Museen wolle der Verbund Pakete schnüren. Und zusammen mit der Lufthansa und der Fraport will die Allianz Frankfurt als Stop-over-Destination bekannt machen – „so wie es Singapur vorgemacht hat“, meint Hilberath.

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