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Gebühren-Rabatte: Fraport und Lufthansa begraben Kriegsbeil

Von Acht Monate lang haben Fraport und Lufthansa in einem öffentlichen Schlagabtausch über die Gebühren-Rabatte gestritten, die am Frankfurter Flughafen der Neukunde Ryanair erhält. Nun scheinen die Streithähne erste Mittel und Wege zur finanziellen Entlastung der Lufthansa gefunden zu haben.
Nun kann die Lufthansa-Tochter Eurowings nach Frankfurt kommen. Foto: Oliver Berg (dpa) Nun kann die Lufthansa-Tochter Eurowings nach Frankfurt kommen.
Frankfurt. 

Fast zwölf Jahre ist es nun her, dass die Lufthansa mit knapp fünf Prozent der Anteile bei der Fraport AG einstieg. Ziel der Beteiligung am Frankfurter Flughafen-Betreiber: Den Einfluss der größten deutschen Airline auf ihren Heimatflughafen deutlich auszuweiten. Zusammen mit den Verantwortlichen der Fraport wollte das Lufthansa-Management vor allem die Abläufe am Flughafen verbessern, um die Kosten der Airline zu senken. Inzwischen ist die Lufthansa mit knapp neun Prozent am Flughafen-Betreiber beteiligt – aber näher gekommen sind sich die beiden nicht. Im Gegenteil: Das Verhältnis ist zerrüttet; der seit November vergangenen Jahres geführte Streit um die Gebühren-Rabatte für Ryanair hat heftig an den Grundfesten der vielzitierten Systempartnerschaft zwischen der Fraport und ihrem mit Abstand größten Kunden gerüttelt.

Aber nun soll alles besser werden. „Ein neues Kapitel der Zusammenarbeit wird aufgeschlagen“, ließen gestern die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung wissen. Der Anlass: Sie haben eine erste Einigung darüber erzielt, wie die Airline kurzfristig finanziell entlastet werden kann. Wie ein Fraport-Sprecher gestern im Gespräch mit dieser Zeitung ausführte, werden die Lufthanseaten dadurch schon in diesem Jahr „eine niedrige zweistellige Millionensumme“ einsparen. Nach den Worten eines Lufthansa-Sprechers entspricht diese Einsparung der Höhe der Rabatte, die Ryanair in den kommenden drei Jahren voraussichtlich erhalten wird.

Fraport hat diese Rabatte im Rahmen seines allgemeinen Gebühren-Antrags 2017 eingeführt, um verstärkt Billig-Airlines nach Frankfurt zu locken. Dagegen ist vor allem die Lufthansa Sturm gelaufen, nachdem der Flughafen-Betreiber Anfang November bekanntgegeben hatte, dass mit Ryanair Europas größte Billigflug-Gesellschaft nach Frankfurt kommen wird. Denn die Rabatt-Verordnung macht es den neuen Airlines im Europaverkehr viel leichter, in den Genuss von Entgelt-Ermäßigungen zu kommen, als den hier bereits etablierten Airlines: Rabatte gibt es erst ab einem jährlichen Passagierwachstum von drei Prozent.

Kein neuer Entgelt-Antrag

Nun bleiben die Entgelte für die Abfertigung von Flugzeugen oder Sicherheitsleistungen zwar unverändert. Stattdessen soll die Kranich-Airline aber entlastet werden, indem beispielsweise die Passagierströme der Lufthansa besser mit Fraport abgestimmt werden, Mieten sinken oder beide Unternehmen gemeinsam ihre jeweiligen Angebote am Flughafen bewerben.

Zudem hat die Fraport nun auch der Lufthansa-Billigtochter Eurowings den roten Teppich in Frankfurt ausgerollt. „Für 2018 werden wir keinen neuen Entgelt-Antrag in Wiesbaden stellen“, erklärte Vorstandschef Stefan Schulte. Heißt: Die neue Rabatt-Regelung läuft unverändert weiter, so dass auch Eurowings drei Jahre lang in den Genuss der Ermäßigungen kommen kann. Damit gilt es nun als sicher, dass die lila-blaue Airline 2018 Frankfurt ansteuern wird.

Dieser ersten Einigung sollen „weitere Gespräche über eine mittel- und langfristige Partnerschaft“ folgen, wie es heißt. Leicht dürften die aber nicht werden: So verlangt die Lufthansa offenbar von Fraport einen Teil der Einnahmen, den der Flughafen-Betreiber mit den Flughafen-Restaurants und -Läden erzielt. Die Begründung der Airline-Manager: Zwei von drei Passagieren fliegen mit der Lufthansa nach Frankfurt. Als Vorbild für ein solches Modell dient den Lufthanseaten ihr Drehkreuz in München, das sie zuletzt kräftig mit neuen Fliegern und Strecken gefüttert haben. Dort gehören ihnen aber 40 Prozent der von ihnen genutzten Terminals.

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