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Beschäftigung: Frischer Wind am Arbeitsmarkt – Weniger als 2,5 Millionen Erwerbslose

Der Bedarf an zusätzlichen Fachkräften scheint auf dem hessischen Arbeitsmarkt fast unendlich zu sein. Nachdem die Sommerflaute so gut wie ausgefallen ist, kommt nun die Herbstbelebung. Die Arbeitslosenzahl ist auf dem niedrigsten Stand seit 26 Jahren.
Haareschneiden kann nicht von Computern übernommen werden. Daher ist der Friseur-Beruf von Digitalisierung auch nicht bedroht. Foto: Carsten Rehder (dpa) Haareschneiden kann nicht von Computern übernommen werden. Daher ist der Friseur-Beruf von Digitalisierung auch nicht bedroht.
Frankfurt/Nürnberg. 

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Hessen im September weiter gesunken. Zum Stichtag waren 161 682 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Frankfurt mitteilte. Das waren gut 6000 weniger als im August und knapp 8000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,8 Prozent und war damit so niedrig wie seit Mai 1991 nicht mehr.

Die Herbstbelebung sei überraschend deutlich ausgefallen, nachdem die Arbeitslosigkeit im Sommer nur sehr moderat angestiegen war, kommentierte Regionaldirektionschef Frank Martin. Die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften sei derzeit so hoch wie noch nie in den vergangenen Jahren. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter kennen derzeit mehr als 55 000 offene Stellen.

Für viele Betriebe werde es zunehmend schwieriger, die dringend benötigten Fachkräfte zu finden, erklärte Martin. „Das gilt auch für die Suche nach Nachwuchs. Sind weniger Bewerberinnen und Bewerber auf dem Markt, verlängern sich die Besetzungszeiten, mehr Kompromisse müssen geschlossen werden.“

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Laut Unternehmerverband sind derzeit in Hessen noch rund 9000 Ausbildungsplätze offen, zum Beispiel in Handwerk, Handel, Gastronomie, Maschinenbau, der Energietechnik oder im Tourismus- und Sportbereich. „Junge Schulabgänger, die noch auf der Suche nach einem optimalen Start ins Berufsleben sind, sollten diese Chancen ergreifen“, sagte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) verlangte eine fundierte Berufsorientierung in den öffentlichen Schulen. Immer noch hätten zu viele Schulabgänger nicht das notwendige Rüstzeug für eine Ausbildung, kritisierte Pollert.

DGB gegen Befristung

Der DGB Hessen begrüßte die guten Perspektiven für die kommenden Herbst- und Wintermonate, verlangte aber gleichzeitig von den Arbeitgebern, auf Befristungen bei neu eingestellten Kräften zu verzichten. „Der Arbeitsmarkt in Hessen funktioniert auch ohne die benachteiligenden Regelungen im Teilzeit- und Befristungsgesetz“, erklärte die DGB-Landesvorsitzende Gabriele Kailing.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung besagt, dass fast jeder sechste Beschäftigte eine Tätigkeit ausübt, die zum großen Teil von Computern übernommen werden könnte. Am wenigsten sei dies möglich bei Berufen, die nach Experten und kreativen Köpfen verlangen. Auch Friseure und Altenpfleger sind kaum von der Digitalisierung bedroht.

Der überraschend starker Herbstaufschwung hat die Arbeitslosigkeit auch bundesweit zum Sommerende auf ein neues Rekordtief sinken lassen. Mit 2,449 Millionen verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 159 000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent.

960 000 in Warteschleife

Bundesagentur-Chef Detlef Scheele warnte dennoch vor einer Überbewertung der guten Septemberzahlen: „Warten wir mal, bis wir die Zahlen für das gesamte vierte Quartal haben. Es kann sein, dass der Herbstaufschwung im September besonders stark wahr und danach in die Knie geht“. Zudem sind in der offiziellen Arbeitslosenzahl jene 960 000 Jobsucher nicht enthalten, die Trainingskurse oder Fortbildungen absolvieren.

Forderungen einzelner Unions- und FDP-Politiker nach baldiger Senkung des Arbeitslosenbeitrags erteilte BA-Finanzvorstand Valerie Holsboer eine Absage. Erst müssten die Rücklagen zur Bewältigung von Krisen die Marke von 20 Milliarden Euro erreicht haben.

(dpa,ba)
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