Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Geburtsort der blinkenden Lichter

Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von Produkten für Sicherheit im Straßenverkehr. Rund 10 000 verschiedene Artikel gehören zum Angebot, von Warnbaken, blinkenden Absperrpfeilen und blitzenden LED-Leuchten bis zu fahrbaren Absperrtafeln am Ende von Baustellenfahrzeugen.
Korbach. 

Zur Ferienzeit ist Stau auf der Autobahn fast unvermeidlich. In Baustellen regeln rot-weiße Warnbaken und blinkende Lichter den Verkehr, kurz aufblitzende Signallampen weisen auf Gefahrenstellen hin. Wer beim langsamen Vorbeifahren genau hinschaut, kann dann sogar sehen, ob die Geräte aus Hessen kommen.

„Unsere Baken sind an den kurzen Seiten nicht gerade, sondern wie ein Kleiderbügel abgerundet, und lassen sich so ganz leicht erkennen“, erläutert Dirk Trompeter, Geschäftsführer der Horizont Group in Korbach und verantwortlich für die Division Klemmfix. So nennt sich hier der Bereich mobile Verkehrsleittechnik.

1945 gründete der promovierte Elektroingenieur Heinz Müller Horizont als Werkstatt für Elektrotechnik. Zuvor war er als Mitarbeiter einer kleineren Flugzeugfabrik maßgeblich an der Entwicklung des elektronischen künstlichen Horizonts für Flugzeug-Cockpits beteiligt und gab deshalb seinem Unternehmen den Namen Horizont.

Als Renner erwies sich schon bald ein von ihm entwickeltes Weidezaungerät. Heute wird fast das gesamte Zubehörprogramm, darunter Zaunmaterial und die Isolationsprodukte wie Isolatoren, Torgriffe oder Pfähle, in der Horizont-Gruppe in eigenen Werken innerhalb Europas hergestellt.

Dank der damit verbundenen Kompetenz im Umgang mit Strom und Starkstrom gelang schon 1968 mit dem Bau einer Sicherheitsleuchte der Einstieg in die mobile Verkehrsleittechnik. Wenige Jahre später verdrängte bereits eine neue Verkehrssicherungsleuchte von Horizont die bis dahin noch übliche Petroleumleuchte von den Straßen. In den 90er Jahren wurde schließlich als dritte Sparte von Horizont die Produktion für andere Industriebereiche aufgebaut. „Wenn es um Blinken, Stoppen und Weiterfahren geht, ob in der Waschanlage oder bei einem Computertomographie-Gerät in der medizinischen Diagnostik, sind wir dabei“, betont Geschäftsführer Trompeter.

Noch in Familienhand

Über alle drei Bereiche erwirtschaftete die Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 55 Millionen Euro. Das Unternehmen ist bis heute im Besitz der Familie Müller. Sohn und Enkel des Firmengründers gehören zur Geschäftsführung. Neben dem nordhessischen Stammsitz gibt es Werke in England, Frankreich und Polen. Von den rund 450 Mitarbeitern sind mehr als die Hälfte in Korbach beschäftigt, darunter 20 Auszubildende.

Viele Bauteile werden selbst hergestellt. Die Arbeiten reichen vom Spritzgießen der Kunststoffteile, die per Siebdruck beschriftet werden, über die Fertigung von Transformatoren und die Bestückung von Leiterplatten bis zur Montage der Endgeräte.

„In Korbach machen wir alles, was blinkt, leuchtet und im Weg rumsteht, ganz egal wo auf der Welt“, sagt Geschäftsführer Dirk Trompeter mit einem Augenzwinkern. Doch beim Nachfragen wird schnell klar, dass sich hinter den vermeintlich einfachen Geräten modernste Technik verbirgt.

Barken warnen von allein

Schon heute gibt es Warnbaken, die bei der Berührung durch ein Fahrzeug in Bruchteilen einer Sekunde per Funksignal im nächsten Einsatz- oder Baustellenfahrzeug einen Alarm auslösen und so die Menschen, die dort arbeiten, blitzschnell warnen.

Aktuell wird bereits an der Kommunikation von Warntafeln mit den Fahrzeugen gearbeitet. „Da sitzen wir bei Automobilherstellern mit am Tisch, denn Vernetzung ist auch in diesem Bereich nur noch eine Frage der Zeit“, weiß der Geschäftsführer.

Und auch bei den Weidezaungeräten bleibt die Zeit nicht stehen. Die lassen sich schon lange per SMS und Handy ein- oder ausschalten oder dank GPS, so wie einige Geräte der mobilen Verkehrsleittechnik, überall auf der Welt orten. Trompeter: „So hilft unsere moderne Technik beim Diebstahlschutz!“

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse