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Größte US-Automesse im Schatten von Trump

Kurz nach der Technikmesse CES Las Vegas geht es in Detroit weiter mit der traditionsreichen Auto Show. Doch die Stimmung ist gedämpft - der künftige Präsident macht die Branche nervös.
Die Auspuffanlage eines Porsche Panamera S e-Hybrid. Foto: Uli Deck Die Auspuffanlage eines Porsche Panamera S e-Hybrid. Foto: Uli Deck
Detroit. 

Starke Verkaufszahlen im Rücken, aber einen ungewissen Ausblick vor Augen: Beim wichtigen Branchentreffen in Detroit treten die Autobauer in diesem Jahr mit gemischten Gefühlen an.

Obwohl die Verkäufe zuletzt Rekordwerte erreichten, dürfte bei der North American International Auto Show angespannte Stimmung herrschen. Die Hersteller blicken nervös auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, der die Industrie mit scharfen Ansagen gegen Globalisierung und Freihandel in Aufruhr versetzt hat.

Erst attackierte Trump die US-Marktführer General Motors und Ford für Investitionspläne im Niedriglohnland Mexiko und drohte mit hohen Strafzöllen, dann folgte der japanische Branchenprimus Toyota. Experten sehen die Entwicklung kritisch. Es sei seit der Wahl bereits ein Umdenken zu beobachten, sagte Branchenkennerin Michelle Krebs von der US-Handelsplattform Autotrader am Sonntag in Detroit vor dem Begin der Messe, die bis zum 22. Januar läuft.

Nach Dauerkritik von Trump hatte Ford überraschend angekündigt, die Pläne für ein neues milliardenteures Werk in Mexiko zu streichen. Solche Trends seien bedenklich und „möglicherweise nicht im besten Interesse von Autokäufern und -herstellern”, so Krebs. Die Erfolgsaussichten von Trumps hartem Kurs sehen auch andere Analysten skeptisch. Branchenexperte Karl Brauer hofft darauf, dass Trump sich zurücknimmt, sobald die Folgen seiner Aktionen deutlicher werden.

Brauer warnte zugleich vor negativen Konsequenzen: „Indem man Unternehmen zwingt, Autos im eigenen Land zu produzieren, lässt man die Preise steigen.” Das dürfte über kurz oder lang jedoch auch Trump einsehen und einen Kurswechsel einleiten.

Die Autobranche ist auf den freien Handel angewiesen. Die Geschäfte auf dem wichtigen US-Markt liefen zuletzt rund - 2016 wurde mit 17,5 Millionen Neuwagen ein neuer Verkaufsrekord aufgestellt. Für dieses Jahr erwarten Experten zwar eine leichte Abkühlung, der US-Markt aber bleibe auf einem starken Niveau.

Der in die Jahre gekommenen Autometropole Detroit macht Trumps Rückbesinnung auf Amerikas „Old Economy” zwar auch Hoffnung. Doch die Messe selbst kämpft mit einem stetigen Bedeutungsverlust. Die Autobauer zieht es mit ihren Premieren schon seit Jahren zum wenige Tage früher startenden Tech-Event CES in Las Vegas, wo Zukunftsthemen wie Roboterautos und Elektroantriebe im Fokus stehen. „Das Interesse an Detroit schmilzt wie Schnee in der Sonne”, sagt Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

(dpa)
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