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Verlustreiche Air Berlin: Größtes Kuchenstück wohl für Lufthansa

Eine Entscheidung ist es noch nicht, aber die Richtung scheint klar: Lufthansa soll bei Air Berlin das größte Stück vom Kuchen haben. Doch der Weg dahin ist noch lang.
Maschinen von Air Berlin auf dem Flughafen Tegel. Besonders für die Langstreckenverbindungen von Air Berlin sieht es schlecht aus. Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa) Maschinen von Air Berlin auf dem Flughafen Tegel. Besonders für die Langstreckenverbindungen von Air Berlin sieht es schlecht aus.
Frankfurt/Berlin. 

Die Gläubiger der insolventen Air Berlin verhandeln über einen Verkauf großer Teile der Fluggesellschaft exklusiv mit der Lufthansa. Der deutsche Marktführer könnte demnach unter anderem die Air-Berlin-Tochter Niki übernehmen, wie gestern Abend aus Verhandlungskreisen zu erfahren war. Für weitere Teile werde mit Easyjet und wahrscheinlich Condor verhandelt. Die Verhandlungen sollen demnach noch bis zum 12. Oktober dauern.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etiahd eine weitere finanzielle Unterstützung ausgeschlossen hatte. Bis Freitag waren mindestens sechs Angebote für die komplette Fluggesellschaft oder Teile davon eingegangen. Der Ferienflieger Niki zählte dabei zu den begehrtesten Teilen der Air Berlin. An den Langstrecken hatten die Bieter kaum Interesse.

Hälfte der Flotte

Die Gläubiger berieten den ganzen Donnerstag über in Berlin. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte am Vorabend angekündigt, der Konzern wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Käme es so, würde Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte übernehmen.

„Wir glauben, bald bis zu 3000 neue Mitarbeiter begrüßen zu können“, hatte Spohr gesagt. In welchem Umfang mit Easyjet und eventuell Condor verhandelt wird, war am Donnerstag noch offen. Condor hatte sich mit dem Niki-Gründer zusammengetan, dem früheren Rennfahrer Niki Lauda. Easyjet interessiert sich für Kurz- und Mittelstrecken.

Air Berlin hat insgesamt mehr als 8000 Beschäftigte und 144 Flugzeuge. 38 davon samt Besatzungen hat Eurowings schon geleast, die Lufthansa-Billigtochter wirbt auch neues Personal an.

Langstrecke uninteressant

Zu den Bietern zählten auch die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG (International Airlines Group). Angebote kamen zudem von den Unternehmern Utz Claassen, Hans Rudolf Wöhrl und verspätet auch von Jonathan Pang, dem chinesischen Betreiber des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

An der Langstrecke der Berliner, deren Zukunft auch nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi besonders unsicher ist, hat Lufthansa allerdings kein Interesse. Air Berlin hatte zahlreiche Langstrecken angeboten, vor allem von Düsseldorf und Berlin aus. In den vergangenen Monaten hatte die Fluggesellschaft ihr Langstrecken-Angebot aber bereits merklich ausgedünnt. Die letzte Langstrecke von Berlin aus fällt in einer Woche weg.

Bei den Langstrecken-Routen ist das Risiko von Jobverlusten nach wie vor groß. „Wir sind der Ansicht, dass aber gerade dieser Bereich ein guter Markt ist. Da sind gute Arbeitskräfte, die das Geschäft zu einem Erfolg führen können“, erklärte Verdi. In den Verhandlungen mit den Käufern werde man daher „weiter darauf dringen, dass es Betriebsübergänge“ vom alten auf die neuen Eigentümer geben kann.

Techniksparte noch offen

Für die Techniksparte von Air Berlin können Kaufinteressenten noch bis zum 6. Oktober Angebote abgeben. Für die Fluggesellschaft selbst war die Bieterfrist schon vor einer Woche abgelaufen. Die insolvente Fluggesellschaft erklärte nach der Sitzung des Gläubigerausschusses, mögliche Investoren müssten bei der Technik erst einmal Klarheit haben, wie es mit der Airline weitergeht, bevor sie passende Angebote abgeben könnten.

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