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Geldanlage Bitcoin: Große Blase oder virtuelles Gold?

Bitcoin ist die einzige KryptoWährung, die auch einem breiteren Publikum bekannt ist. Der Wertzuwachs ist gigantisch, die Volatilität ebenso. Ist der Bitcoin virtuelles Gold oder ist alles nur eine große Blase? Teil 2 unserer Serie über Krypto-Währungen.
Unten das Bargeld hineinlegen und dafür oben Bitcoins auf sein Konto laden. Foto: Christian Beutler (KEYSTONE) Unten das Bargeld hineinlegen und dafür oben Bitcoins auf sein Konto laden.
Frankfurt. 

„Bitcoin ist Betrug“, schimpfte Jamie Dimon, Chef der Investmentbank JP Morgan, neulich: „Das Ganze ist sogar schlimmer als bei den Tulpenzwiebeln.“ Damit spielte er auf die erste Spekulationsblase der Geschichte an. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden Tulpen zum beliebten Haarschmuck der gehobenen Gesellschaft: Für eine Tulpe der Sorte „Vizekönig“ mussten damals beispielsweise zwei Wagenladungen Roggen, vier fette Ochsen oder vier Tonnen Bier bezahlt werden. Als die Blase platzte, verloren viele Haus und Hof.

Heutzutage beträgt der Preis für einen Bitcoin um die 5000 Dollar. Doch die Internet-Taler seien nur virtuell, sagen viele. Und gleichzeitig ist der Preis pro Bitcoin um ein mehrfaches höher als eine Gold-Unze. Die Parallelen zum Tulpenboom scheinen frappierend; auf der anderen Seite prophezeien Experten, dass ein Bitcoin bis 2030 über 500 000 Dollar wert sein könnte. Und selbst Chefkritiker Dimon, dessen Institut übrigens anscheinend zeitnah – trotz seiner Aussagen – Millionen für seine Kunden in Krypto-Währungen investierte, hält 20 000 Dollar pro Bitcoin für möglich „bis die Blase platzt“.

Stärken und Schwächen

Bitcoin-Experte Professor Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center tut sich schwer mit einer Prognose über die künftige Wertentwicklung der Nummer eins unter den Krypto-Währungen: „Zweifellos zieht Bitcoin unter allen Krypto-Währungen mit Abstand das größte Medieninteresse auf sich. Auch weil Bitcoin mit einer Leistungsbilanz von nunmehr neun Jahren das größte Vertrauen unter allen Kryptowährungen genießt. Allerdings hat die Währung auch enorme Governance-Probleme und auch Schwächen in der Technik.“

Die Verantwortung für die Währung liegt einerseits vor allem bei einer Handvoll Firmen, die mit dem sogenannten Mining das Bitcoin-Netzwerk unterhalten und andererseits bei einer Community, die weltweit aus nur 200 bis 300 Entwicklern besteht. Auch die Kritik, dass die Krypto-Währung von Verbrecher-Organisationen oder Staaten wie Nordkorea zur Geldwäsche genutzt wird, ist lauter geworden. Zudem benötigen die Transaktionen im Vergleich zu anderen Krypto-Währungen deutlich mehr Zeit.

Das hat schon dazu geführt, dass sich mit Bitcoin Cash eine Krypto-Währung abgespalten hat, die inzwischen in Sachen Marktkapitalisierung die Nummer vier unter den Krypto-Währungen ist. Sandner glaubt, dass es künftig weitere Abspaltungen geben wird – bereits im Oktober soll es Bitcoin-Gold geben. Das ist natürlich nicht förderlich für den Wert des Bitcoins. Im Gegenzug spricht aber die begrenzte Zahl von Bitcoins – derzeit sind etwa 16,5 Millionen im Umlauf, generell ist die Zahl auf 21 Millionen gedeckelt – für einen weiteren Wertzuwachs. Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, dann steigt der Preis. Und dies könnte möglich sein, weil sich immer mehr Menschen mit dem Thema Krypto-Währungen beschäftigen. Bitcoin hat schon einige Menschen zu Millionären gemacht – wer vor sieben Jahren nur einen Dollar in die neue Krypto-Währung investiert hat, ist jetzt Millionär.

Zukunftschancen

Ob der Bitcoin langfristig den Durchbruch zur neuen „Weltwährung“ schaffen und damit einen weiteren Wertzuwachs generieren kann, hängt von vielen Faktoren ab. „Momentan ist der Bitcoin doch nur ein Spekulationsobjekt in der Hoffnung auf Wertzuwächse“, sagt Devisen-Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. „Als Zahlungsmittel wird es doch nur vereinzelt verwendet. Warum sollte ich dann vom Euro oder Dollar weggehen?“ Wichtig wird also sein, ob große Händler wie Amazon den Bitcoin als Zahlungsmittel anerkennen. Zudem wird sich zeigen, ob sich Bitcoin künftig gegen andere Krypto-Währungen und trotz der Regulierungsbemühungen der Staaten durchsetzen kann. Mit großen Schwankungen – nach dem Verbot des Handels an speziellen Börsen in China verlor der Bitcoin zwischenzeitlich 30 Prozent seines Werts und erholt sich seitdem wieder rasant – wird definitiv zu rechnen sein. Das Risiko ist also gewaltig.

„Ich glaube, dass die Bedeutung von Krypto-Währungen generell in den nächsten ein, zwei Jahren definitiv noch zunehmen wird“, sagt Sandner. Wer Bitcoins erwerben will, kann das auf Handelsplattformen wie coinbase.com oder bitcoin.de tun. Der Aktienwert der deutschen Bitcoin-Group ist übrigens im vergangenen Jahr um mehr als 600 Prozent nach oben geschnellt. Vontobel bietet zudem über ein Zertifikat (WKN VN5MJG, ISIN DE000VN5MJG9) die direkte Partizipation am Bitcoin-Preis. Dessen Wert hat sich innerhalb eines Jahres fast verfünffacht.

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