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Börsengänge: Healthineers top, DWS flop: 13 Neuzugänge im ersten Halbjahr

Von Mit 13 Börsengängen war die erste Jahreshälfte nach Angaben der Deutschen Börse das beste für Neuemissionen seit 2007. Gemessen am Platzierungsvolumen von 5,9 Milliarden Euro war es sogar das stärkste Halbjahr seit 2000. Die zweite Jahreshälfte verspricht noch mindestens ein Milliarden-IPO.
Bernd Montag (links), Vorstandschef der Siemens Healthineers AG, und der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sen stehen Mitte März beim Börsengang des Erlanger Unternehmens am Bronzebullen, Symbol für den Börsenaufschwung, vor der Frankfurter Börse. Foto: Arne Dedert (dpa) Bernd Montag (links), Vorstandschef der Siemens Healthineers AG, und der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sen stehen Mitte März beim Börsengang des Erlanger Unternehmens am Bronzebullen, Symbol für den Börsenaufschwung, vor der Frankfurter Börse.
Frankfurt. 

Den Halbjahres-Schlusspunkt auf dem Frankfurter Börsenparkett setzt am 29. Juni ein Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet: Der Batteriehersteller Akasol aus Darmstadt feiert eine gelungene Börsen-Premiere. Und wie es sich inzwischen eingebürgert hat, starten die Neulinge mit einem kleinen Event ins Börsen-Abenteuer: Das Läuten der schweren, messingfarbenen Glocke zur Eröffnung des Börsenhandels gehört zum feierlichen Prozedere wie das obligatorische Pressefoto auf dem Börsenplatz zwischen Bulle und Bär. Völlig überzogene Show-Spektakel, wie sie der damalige Infineon-Chef Schumacher vorführte, der zum Börsenstart in Rennkleidung aus einem Formel-1-Boliden stieg, sind nach dem Platzen der Dotcom-Blase unerwünscht.

Mit dem Aufleuchten der Erstnotiz an der großen Dax-Anzeigentafel im Handelssaal beginnt für die Newcomer der Ernst des Lebens als börsennotiertes Unternehmen. Im Fall von Akasol notiert das erste öffentliche Angebot, in der Fachsprache der Finanzakteure IPO (Initial Public Offering) genannt, über dem Ausgabekurs. „Punktlandung“, jubeln die anwesenden Akasol-Vorstände. Mittlerweile haben die Anleger noch größeren Grund zur Freude, denn die Dividendenpapiere haben nicht nur einen kleinen Zeichnungsgewinn auf der Habenseite verbucht, sondern inzwischen ein sattes Kursplus von über zwölf Prozent. Gestern notierten Akasol-Titel bei 54,50 Euro. Der Emissionspreis lag bei 48,50 Euro.

Rocket-Internet-Spross

Ähnliche Erfolgsstories haben nur noch zwei weitere Börsengänger vorzuweisen: Der Online-Möbelhändler Home24 und die von Siemens ausgegliederte Medizintechniksparte Healthineers Pharma & Gesundheit, die beide ihre Aktienkurse seit der Erstnotiz um rund ein Drittel steigern konnten. Das Berliner Start-up Home24 hat es als dritter Sprössling von Rocket Internet nach Delivery Hero und Hellofresh an die Börse geschafft.

Den Flop des Jahres leistete sich bei den Neuemissionen die Deutsche Bank. Sie ließ ihren Vermögensverwalter DWS aufs glatte Börsenparkett ziehen. Die Milliarden-Emission rutschte aus, Anleger fielen mit DWS-Papieren auf die Nase. Aktuell notieren DWS-Aktien rund elf Prozent unter ihrem Ausgabepreis von 32,50 Euro.

Trotz der positiven Zwischenbilanz gab es auch Enttäuschungen: Der Wissenschaftsverlag Springer Nature sagte seinen milliardenschweren Börsengang im Mai in letzter Minute komplett ab. Einige kleinere IPOs mussten Zugeständnisse bei der Preisbildung oder dem Platzierungsvolumen machen.

Doch die Perspektive für die zweite Jahreshälfte ist nicht schlecht. Befeuert von der positiven Kursentwicklung der bisherigen Debütanten und weiterhin guten konjunkturellen Aussichten, niedrigen Zinsen und einem nach wie vor moderaten Bewertungsniveau rechnet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, mit einem noch stärkeren Halbjahr. Doch Risiken bleiben: Handelskonflikte und der Brexit könnten jederzeit Börsenpläne durchkreuzen.

Knorr-Bremse am Start

Einer der nächsten Kandidaten könnte der Münchner Bremsenhersteller Knorr-Bremse mit einer milliardenschweren Platzierung sein. Bereits in den Startlöchern steht der Frankfurter Mittelstandsfinanzierer Creditshelf, der 15 bis 20 Millionen Euro erlösen möchte. Angekündigt ist auch ein IPO von Volkswagen Truck & Bus. Der Emissionstermin wird aber erst für 2019 erwartet. Vorbereitungen treffen zudem der Modehändler Takko Fashion, die United-Internet-Sparte Business Application, die Signa Sports Group des Karstadt-Eigners Benko, die Ratingagentur Scope Group aus Berlin. Aus der Rhein-Main-Region hegen der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aurelis Real Estate aus Eschborn und die Darmstädter Vibracoustic, eine Tochter des Freudenberg-Konzerns, Börsenpläne für das laufende Jahr.

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