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IWF hebt Prognose für globales Wachstum an

Mit der Weltwirtschaft geht es noch etwas stärker bergauf, sagt der Internationale Währungsfonds voraus. Doch die Experten warnen: Die Risiken durch Protektionisten wie Donald Trump werden eher größer.
IWF-Direktorin Christine Lagarde. Foto: Michael Reynolds IWF-Direktorin Christine Lagarde. Foto: Michael Reynolds
Washington. 

Ungeachtet zahlreicher politischer Risiken in aller Welt hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für die Weltwirtschaft leicht erhöht.

Die globale Wirtschaftsleistung werde im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zulegen. „Konstant gute wirtschaftliche Nachrichten summieren sich zu einer heller werdenden weltweiten Prognose”, sagte der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld, am Dienstag in Washington.

Im zurückliegenden Ausblick im Januar hatte der IWF noch mit einem Plus von 3,4 Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr war die Weltwirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen. 2018 werden unverändert 3,6 Prozent vorhergesagt.

Für Deutschland sehen die Konjunkturexperten des IWF ebenfalls eine leicht erhöhte Wachstumsperspektive und gehen von einem Plus von 1,6 Prozent im laufenden Jahr aus. 2018 werde die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent wachsen, hieß es. Damit bewegt sich Deutschland in etwa im Schnitt der Länder der Eurozone.

Obstfeld warnte jedoch speziell vor der Lage in den USA, wo sich der unter Barack Obama begonnene Aufschwung zwar auch unter seinem Nachfolger Donald Trump fortsetzt, dessen protektionistische Ansätze aber weltweiten Schaden anrichten könnten. „Ob das gegenwärtige Momentum beibehalten werden kann, bleibt eine offene Frage.”

Zu der expansiven, auf staatliche Anreize setzenden Wirtschaftspolitik Trumps komme die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Eine weitere rasche Erhöhung der Leitzinsen würden den Dollar weiter stärken und vor allem Länder und Unternehmen treffen, die in US-Dollar verschuldet sind. Hinzu komme, dass die Fed bald beginnen wolle, sich von dem Ballast massenhaft aufgekaufter Anleihen zu trennen. Die Folge dieser Mixtur könnte eine inflationäre Tendenz sein, die den Dollar noch mehr nach oben treibe.

Auch in China, wo die Führung in Peking die Volkswirtschaft derzeit von einer Produktions- in eine Dienstleistungsgesellschaft umbaut, ergäben sich trotz überraschend positiver Signale Risiken. Obstfeld macht sich Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems in China, weil das Land und sein noch immer vergleichsweise rapides Wirtschaftswachstum in überraschend hohem Maße auf inländische Schulden gebaut hat. „Das könnte in der Zukunft Probleme bei der Stabilität aufwerfen”, sagte er.

Obstfeld warb vor dem Hintergrund der unter der Trump-Regierung, aber auch anderswo aufkommenden Abschottungstendenzen für weiterhin offene internationale Handelsbeziehungen. Das Prinzip der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit werde seit der Nachkriegszeit erfolgreich praktiziert.

Dieses Prinzip habe nicht zuletzt für Aufschwung in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern gesorgt, von denen einige inzwischen den Status von Hochlohnländern hätten. „Internationaler Handel war eines der Schlüsselelemente für diese Erfolgsgeschichten”, sagte Obstfeld. Trump hat sich wiederholt gegen Freihandelsabkommen ausgesprochen und für mehr Abschottung der US-Wirtschaft plädiert.

Der Welthandel legt der Prognose zufolge im laufenden und im kommenden Jahr im Vergleich zu 2016 zwar zu, jedoch nicht so stark wie erhofft. Für die Rohstoffpreise wird wegen höherer Ölpreise ein deutliches Anziehen im laufenden Jahr erwartet, jedoch keine so signifikante Steigerung mehr im Jahr 2018.

(dpa)
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