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Schleppender Wohnungsbau: Immobilienwirtschaft will mehr Tempo bei Baugenehmigungen

In den deutschen Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum knapper. Grund dafür sind auch langwierige Genehmigungsprozesse für Neubauten, kritisiert die Immobilienwirtschaft.
In den deutschen Großstädten gibt es immer weniger bezahlbarer Wohnraum. Foto: Ralf Hirschberger In den deutschen Großstädten gibt es immer weniger bezahlbarer Wohnraum.
Berlin. 

Die Immobilienwirtschaft pocht auf schnellere Genehmigungsverfahren, um den schleppenden Wohnungsbau in Deutschland anzukurbeln.

Neben der Schaffung von Eilverfahren für Bauanträge sollten auch die Abstimmungswege verbessert werden, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, der Deutschen Presse-Agentur.

„Zudem müssen die Kommunen Bauen zur Chefsache machen und das Personal in den Bau- und Planungsämtern aufstocken”, forderte Gedaschko. Eine Beschleunigung verspricht sich der Verband auch von bundesweit gültigen Genehmigungen bestimmter Gebäudetypen, um das serielle und modulare Bauen voranzubringen.

Im ersten Halbjahr war die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland zurückgegangen. Der Wohnungsmangel gilt als eine der Hauptursachen für steigende Immobilienpreise. Die Bundesregierung geht davon aus, dass in der nächsten Zeit jährlich mindestens 350.000 neue Wohnungen benötigt werden.

Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren seien einer der größten Bremsklötze für den Wohnungsbau, sagte Gedaschko. Je nach Verfahren könnten bis zur Fertigstellung eines Bauvorhabens dreieinhalb bis sieben Jahre vergehen. Auch wenn es darum geht, Standorte für Baugebiete und Nutzungen festzulegen, seien die Verfahren kompliziert und konfliktträchtig.„Zielkonflikte, zum Beispiel zwischen den Belangen des Umweltschutzes und des Wohnungsbedarfs, sind immer schwieriger auszuhandeln”, so Gedaschko.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte vor einigen Monaten in einem Wochenbericht auf fehlende Kapazitäten in den Bauplanungsämtern der Kommunen verwiesen. Dort sei ein Personalabbau auf breiter Front festzustellen, hieß es. So sei die Zahl der mit Fragen zum Aufgabenbereich „Bau, Wohnungswesen, Verkehr” befassten Beschäftigten in den kommunalen Verwaltungen zwischen 1991 und 2011 um gut ein Drittel zurückgegangen.

(dpa)
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