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Info: DFS gibt 700 Mio an Airlines weiter

Langen. 

„Jammern ist der Gruß der Kaufleute“, lautet ein altes Sprichwort. Das trifft auch auf die deutschen Fluggesellschaften zu. Mit Inbrunst klagen sie seit jeher über die hohen Gebühren, die sie hierzulande für die Abwicklung des Luftverkehrs zahlen müssen – auch über die Flugsicherungsgebühren, die die bundeseigene DFS für die Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgabe erhebt: die sichere, effiziente und pünktliche Gestaltung des deutschen Luftverkehrs. Landauf, landab werden die Airline-Manager nach wie vor nicht müde, von der Bundesregierung eine Kosten-Entlastung zu fordern.

Dabei sind die Flugsicherungsgebühren nicht erst zu Jahresbeginn gesunken. Schon 2015 und 2016 hatte die DFS die Entgelte gesenkt: „Von 2015 bis 2017 haben wir unsere An -und Abfluggebühren um mehr als 28 Prozent reduziert“, sagte DSF-Geschäftsführer Klaus-Peter Scheurle gestern in Langen. Die Streckengebühren – auf die rund 80 Prozent der Gebührenlast entfallen – seien im gleichen Zeitraum um 23 Prozent gefallen.

Geld aus dem Steuersäckel

Finanziert worden sind diese Senkungen letztlich vom Steuerzahler: Insgesamt rund 700 Millionen Euro hat die Bundesregierung dafür springen lassen, wie Scheurle gestern auf Anfrage dieser Zeitung vorrechnete. Und zwar vor allem in Form von Zuschüssen an die DFS, die diese an die Airlines weiterreichen muss. 500 Millionen Euro bewilligte der Bund bereits 2014 für den Zeitraum bis 2019. Weitere 200 Millionen segnete Berlin Ende vergangenen Jahres ab – davon Zuschüsse in Höhe von 102 Millionen Euro, die zunächst wieder ins Eigenkapital der DFS fließen; der Rest entfällt auf die Teil-Übernahme von Kosten für den Wetterdienst, internationale Flugsicherungsorganisationen oder für übernommene Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst. In Europa erhebt nun nur die Flugsicherung in Frankreich geringere Gebühren.

Dabei hätte auch die DFS die 700 Millionen Euro – die letztlich in die Taschen der Airline-Aktionäre fließen – sehr gut gebrauchen können: Auf 2,3 Milliarden Euro ist die Deckungslücke bei ihren Pensionsverpflichtungen gestiegen, weil sich die Leitzinsen immer noch um die Nulllinie bewegen.

Gewinn schrumpft

Und aus ihrem Gewinn wird die DFS auch künftig nicht in der Lage sein, das fehlende Geld aufzutreiben. Im vergangenen Jahr ist wegen der Gebühren-Senkung nicht nur der Umsatz um 3,6 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro gesunken. Weil das Umsatzminus aufgrund der hohen Fixkosten fast eins zu eins auf den Ertrag durchschlägt, ist der Nettogewinn um knapp 30 Prozent auf 86,6 Millionen Euro geschrumpft. Dabei ist wegen der Pensionsverpflichtungen das Eigenkapital um mehr als ein Drittel auf 1,13 Milliarden Euro gesunken. Und weil zu Jahresbeginn die Gebühren erneut gesunken sind, rechnet Scheurle für 2017 ebenfalls mit einem Umsatzrückgang.

Da kommt das privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen mit dem Sparen gar nicht hinterher. Den eigentlich bis 2019 geplanten, sozialverträglichen Personalabbau um 600 Arbeitskräfte auf 5500 Beschäftigte hat die Geschäftsführung schon 2016 übererfüllt: 5444 Mitarbeiter zählte die DFS zum Jahresende. Trotzdem will Scheurle dabei bleiben, dass nicht alle frei werdenden Stellen besetzt werden. Denn die Kosten sollen weiter runter, auf mindestens 981 Millionen Euro im Jahr – rund eine Milliarde Euro waren es 2016. Parallel bemüht sich die DFS, die Erlöse zu erhöhen, indem sie weiter im Ausland expandiert. Im vergangenen Jahr hat sie die Tower-Kontrolle am Flughafen London-Gatwick übernommen. Von 2018 an wird sie den Luftverkehr über Edinburgh kontrollieren.

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