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Geldanlage: Japanische Aktien statt Bitcoins: Was die Deutsche Bank ihren Privatkunden rät

Von Die Deutsche Bank warnt Anleger vor Bitcoins und festverzinslichen Wertpapieren und empfiehlt vor allem japanische Aktien. Auch der Dax dürfte bis Ende 2018 zulegen.
Mehr up als down? Die Anzeigetafel in einer Straße mitten in Japans Hauptstadt Tokio gibt den Wert des Nikkei-Index an. Foto: (MAXPPP) Mehr up als down? Die Anzeigetafel in einer Straße mitten in Japans Hauptstadt Tokio gibt den Wert des Nikkei-Index an.
Frankfurt. 

„Ich werde mittlerweile in jeder Kundenveranstaltung nach Bitcoins gefragt.“ Ulrich Stephan, der Chef-Anlagestratege für Privatkunden der Deutschen Bank, ist „verblüfft, wie solche Dinge zu einem Hype werden“ – und hat eine klare Meinung: „Ich würde das normalen Anlegern schlichtweg nicht empfehlen.“ Stephan hat schon viele Spekulationswellen kommen und gehen sehen, doch der Wagemut vieler deutscher Investoren in Sachen Krypto-Währungen erstaunt ihn immer noch: „Die finden deutsche Automarken toll, doch die Aktien von BMW oder Daimler fassen sie nicht mit der Kneifzange an – aber Bitcoins müssen es dann sein!“ Dabei seien die Unsicherheiten hoch, die Schwankungsbreiten der Kurse enorm – und ob die Hoffnung der Käufer auf einen Gegenwert nicht trügt, müsse sich erst noch zeigen.

Also lieber festverzinslich anlegen? Der Inflationsdruck steige, und schon geringe Renditeanstiege könnten die Gesamtverzinsung (Nominalzinsen abzüglich Kursverluste) in den negativen Bereich drücken. Die Lehre daraus: „Der Rentenbereich sollte weiter abgebaut werden.“

Auch von Rohstoff-Investments (Öl, Weizen oder Industriemetalle) rät Stephan ab. Die hätten zwar zeitweise geboomt, doch dann seien die Kurse teils dramatisch gefallen – und eine Erholung der Nachfrage sei kaum zu erwarten: „Wir glauben nicht, dass Rohstoffe wieder zu alten Höchstständen laufen werden.“ Auch Gold sei nur in Krisensituationen interessant, ein Zinsanstieg könne zu Gegenwind für den Goldpreis führen.

Der Kurstreiber

Für Aktien hingegen bleibt die Deutsche Bank optimistisch. Bis Ende 2018 geht Stephan von einem Anstieg des Dax um knapp zehn Prozent auf rund 14 100 Punkte aus. Allerdings sind im „ausgewogenen“ Muster-Portfolio deutsche Aktien nur mit drei Prozent der Geldanlagen gewichtet – die wiederum 70 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen sollten, der Rest entfällt auf Immobilien. Wichtiger sind Aktien aus dem restlichen Europa und aus den USA (mit jeweils zehn Prozent Anteil) – und vor allem sind Aktien aus Japan mit ebenfalls zehn Prozent deutlich stärker vertreten als in vergleichbaren Standardvorschlägen. Die japanischen Unternehmen hätten ihre Eigenkapitalrendite in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, begründet Stephan: „Die Steigerung der Kapitaleffizienz könnte zum Kurstreiber in Japan werden.“ Investoren dürften über Dividenden-Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe von den hohen Bargeldbeständen in den Firmenkassen profitieren. Der Anlagestratege rät zu exportlastigen Unternehmen, die von der Regierungspolitik angeschoben werden sollten; auch gebe es in Japan viele technologisch führende Firmen, zum Beispiel den Autohersteller Toyota mit seiner Brennstoffzellen-Forschung.

Weltweit sieht Stephan vor allem steigende Gewinne der Unternehmen als Kurstreiber und setzt auf zyklische Sektoren: Technologie, Konsum, Industrie. Und auch Finanzen: „Da besteht sicherlich ein gewisser Nachholbedarf.“

Logistik-Immobilien

Beim Preisanstieg von Immobilien ist nach Einschätzung der größten deutschen Bank kein Ende in Sicht: „Wir bauen einfach zu wenig“, meint Stephan. Im Gewerbesektor sollten Anleger aber angesichts des Trends zum Internet-Shopping eher von Einzelhandels-Immobilien weggehen und sich zu Logistik-Standorten hin orientieren.

Zudem könnten Sparer bei ihren Anlagen auch andere Währungsräume im Auge behalten: Der Dollar sollte im Vergleich zum Euro im ersten Halbjahr stärker werden, der Euro damit in Richtung 1,15 Dollar oder sogar darunter fallen. Denn die Deutsche Bank erwartet bis Ende 2018 noch vier Leitzins-Erhöhungen der US-Notenbank Fed – am Markt eingepreist sind lediglich zwei.

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