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KOMMENTAR

<span></span> Foto: Juha ROININEN / EUP-IMAGES (EUP-IMAGES.COM)

Die eigene Musiksammlung auch im Urlaub nutzen? Ja, das wird ein Durchbruch. Weil das Ende des Geoblocking mehr ist als ein Beitrag zur Stärkung der Verbraucherrechte. Es ist der Einstieg in ein modernes Urheberrecht für einen gemeinsamen Markt, auf dem Grenzen schlicht und einfach bedeutungslos zu sein haben. Natürlich müssen die Rechte von Künstlern, Musikern, Schauspielern und Autoren auch im Internet-Zeitalter geschützt werden, sollen diejenigen, die mit ihren Kompositionen, Filmen und Darbietungen Geld verdienen wollen, dies auch tun können.

Aber in einer digitalisierten Welt braucht es ein grundlegendes Umdenken: Wer Rechte beispielsweise dadurch erwirbt, dass er ein Abonnement abschließt, kann diese unabhängig von seinem Aufenthaltsort in Anspruch nehmen. Die eigene Musiksammlung, der Zugriff auf die Filmdatenbank meines Anbieters oder auch die Sportübertragung meines heimischen Bezahl-TV-Senders – all das wird legal verfügbar, weil es keine Bedeutung mehr hat, ob der Kunde sich gerade in Stockholm, Palermo oder Zagreb aufhält. Es ist die Lösung vom bisherigen Denken, dass Abonnements in einer Union an nicht vorhandenen Grenzen enden. Oder um es anders auszudrücken: Diese Regelung macht Schluss mit dem Reibach um Lizenzen und Übertragungsrechte.

Und doch sind wir noch längst nicht am Ende. Auch wenn das Verbot des Geoblocking am Jahresende auf den Online-Handel ausgedehnt wird, bleiben Inseln, die nur schwer nachvollziehbar sind. Dann kann der Kunde – um ein Beispiel zu nennen – zwar seine Musik aus dem Internet streamen, eine CD mit den gleichen Titeln aber wird er möglicherweise nur innerhalb seines Heimatlandes online erwerben können. Das gilt genauso für E-Books. Die ungleiche Behandlung von traditionellen Produkten wie gedruckten Büchern und Dateien für den mobilen Reader, von Kompositionen auf CD und gestreamten Melodien ist weder konsequent noch befriedigend. Dennoch scheint die EU auch hier weiterzukommen, wenn auch mühsam. Die Rechte- und Gebührenfrage wurde noch nicht befriedigend geklärt. Bis dahin sollte sich der Verbraucher also nicht wundern, wenn er einen Song zwar überall in Europa mit seinem Abo hören, aber nicht auf CD bestellen kann. Es sind die nach wie vor unverständlichen Besonderheiten eines digitalen Marktes im Übergang.

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