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Stellenabbau: Kahlschlag bei Opel-Zulieferer Rhenus

Von Im Fahrwasser des Autobauers Opel haben sich in den vergangenen Jahren im Rhein-Main-Gebiet zahlreiche Zulieferbetriebe und Dienstleister des Konzerns angesiedelt. Auch diese spüren die Veränderungen, die nach der Übernahme von Opel durch PSA angestoßen wurden. Bei dem ersten von ihnen sind mehr als 400 Arbeitsplätze in Gefahr.
Hier fahren täglich die Lkw der Rüsselsheimer Rhenus SCR aufs Opel-Gelände. Foto: Maik Reuß Hier fahren täglich die Lkw der Rüsselsheimer Rhenus SCR aufs Opel-Gelände.
Rüsselsheim. 

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel ist finanziell angeschlagen. Seit der Übernahme durch den französischen Konzern PSA werden Sparpotenziale und Möglichkeiten für Umstrukturierungen ausgelotet. Das wirkt sich nun auch auf die Dienstleister des Autobauers aus: Nach Angaben der IG Metall, plant der Logistiker Rhenus SCR am Standort Rüsselsheim mehrere hundert Stellen zu streichen. Vor einer Woche habe es bereits Gerüchte über einen geplanten Stellenabbau gegeben. „Inzwischen wurde der Betriebsrat zu Verhandlungen aufgefordert“, sagt Jochen Homburg, erster Bevollmächtigter der IG Metall Darmstadt. Das Unternehmen selbst will sich derzeit nicht äußern. Zu laufenden Verhandlungen werde man nicht öffentlich Stellung beziehen, heißt es von der Rüsselsheimer Werksleitung.

Derzeit sollen an dem Unternehmenssitz von Rhenus, der sich in direkter Nachbarschaft zum Opel-Areal befindet, etwa 500 Menschen arbeiten – zu einer 300-köpfigen Stammbelegschaft kommen demnach noch einmal etwa 200 Leiharbeiter. „Die geplanten Umstrukturierungen bei Opel treffen uns als Dienstleister hart“, sagt Burkhardt Avis-Matle, Betriebsratsvorsitzender von SCR. „Nach Informationen des Arbeitgebers werden wir nach den Werksferien im Sommer mit einer deutlich reduzierten Mannschaft arbeiten und bis Ende des Jahres unsere Belegschaft mehr als halbiert haben“, so der Betriebsratsvorsitzende. Insgesamt sollen laut IG Metall mehr als 400 Arbeitnehmer von den geplanten Stellenstreichungen betroffen sein.

Die Rhenus SE & Co. KG hat ihren Stammsitz in Nordrhein-Westfalen und ist nach eigenen Angaben ein weltweit operierendes Logistikunternehmen mit einem Jahresumsatz von 4,8 Milliarden Euro und 28 000 Beschäftigten an mehr als 580 Standorten. Für Opel ist das Unternehmen bislang als Dienstleister in der Produktion tätig und kommt bei der Montage der Autos zum Einsatz.

Der Autobauer Opel selbst fährt bereits seit Anfang des Jahres für etwa ein halbes Jahr Kurzarbeit am Standort Rüsselsheim. Zuletzt war bekannt geworden, dass Opel am Standort Rüsselsheim Leiharbeiter durch Arbeiter aus Polen ersetzt.

Dass die geplanten Stellenstreichungen bei Rhenus die einzige Konsequenz aus den geplanten Umstrukturierungen bei Opel bleiben werden, bezweifelt Jochen Homburg indes. „Wenn im Rüsselsheimer Werk umstrukturiert wird, betrifft das vermutlich nicht nur Rhenus SCR. Welche Auswirkungen sich genau ergeben werden, kann ich aber derzeit noch nicht sagen.“

IG Metall will Sozialplan

Bezüglich der beruflichen Zukunft der Arbeitnehmer von Rhenus bereitet sich die IG Metall derzeit auf die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite vor. Die Hoffnung sei, dass möglichst viele Mitarbeiter ihren Job behalten. Sollte es nicht am Standort Rüsselsheim möglich sein, dann vielleicht an anderen Standorten des Konzerns, so Homburg. „Wir sind jetzt in den Vorbereitungen, um einen guten Interessensausgleich und Sozialplan für die Beschäftigten zu erreichen“, erklärt auch Betriebsratsvorsitzender Burkhardt Avis-Matle. Andre Genz, Leiter der IG Metall Vertrauensleute bei SCR, kündigt an: „Wir werden in den Verhandlungen Druck machen. Die Beschäftigten lassen sich nicht billig abspeisen. Viele von unseren Kollegen sind schon älter und lange bei SCR beschäftigt, da wird es nicht leicht, einen neuen Job in der Region zu finden. Deshalb zählt für uns jeder Euro.“

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