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Kaufhof will Löhne kürzen

Die Geschäfte beim Kölner Traditionsunternehmen laufen längst nicht so gut wie erhofft. Der Kaufhof will deshalb jetzt mit Verdi über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung verhandeln. Für die Mitarbeiter würde das wohl spürbare Einschnitte bedeuten.
Galeria Kaufhof könnte bei einem Sonder-Tarifvertrag auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld antasten. Foto: Christoph Schmidt (dpa) Galeria Kaufhof könnte bei einem Sonder-Tarifvertrag auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld antasten.
Düsseldorf. 

Rückläufige Umsätze und rote Zahlen: Der Warenhauskonzern Kaufhof steckt in der Krise. Deshalb will der Handelsriese nun Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21 000 Mitarbeiter durchsetzen.

Im Gegenzug bietet Kaufhof-Chef Wolfgang Link den Beschäftigten eine Verlängerung der im September 2018 auslaufenden Arbeitsplatzgarantien an. Das Unternehmen habe mit der Gewerkschaft Verdi Gespräche aufgenommen, um einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abzuschließen, teilte der Kaufhof-Chef gestern mit.

Ziel sei es, dem Unternehmen eine „wirtschaftliche Atempause“ zu verschaffen, bis die vom neuen kanadischen Eigentümer HBC angestoßenen Wachstumsmaßnahmen Wirkung zeigten, sagte Link. Das Jahr 2016 habe der Kaufhof „mit einem deutlichen Verlust“ abgeschlossen. Auch die Umsätze seien rückläufig gewesen. Dieser Trend setze sich bislang auch in diesem Jahr fort, beschrieb der Manager die aktuelle Lage des Konzerns. Zuvor hatte bereits das „Handelsblatt“ über die roten Zahlen berichtet.

Der Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius sagte: „Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet.“ Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Details zu den angestrebten Einschnitten nannte das Unternehmen nicht.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, sie werde den Antrag von Kaufhof intensiv prüfen. Dazu gehöre, dass ein Wirtschaftsgutachter im Auftrag von Verdi die Geschäftszahlen prüfe, „damit klar wird, wie es um das Unternehmen tatsächlich bestellt ist“. Wichtig seien für die Gewerkschaft auch überzeugende Konzepte, um in Zukunft den Umsatz zu steigern. Der Kaufhof-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Hoepfel sagte, die Arbeitnehmervertreter würden alles daran setzen, dass den Kaufhof-Beschäftigten „nicht in die Tasche gegriffen wird“.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ strebt der Kaufhof eine Kürzung der Löhne und Gehälter von drei bis fünf Prozent, die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre und eine Erhöhung der Arbeitszeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an. Der Kaufhof-Chef betonte allerdings: „Wir gehen nicht mit einem festen Forderungskatalog in die Verhandlungen.“ Es gehe darum, ein erfolgversprechendes Zukunftspaket für das Unternehmen zu schnüren.

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