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Personalie: KfW-Chef gibt Posten ab

Von Führungswechsel bei der KfW Bankengruppe: Der Chef gibt seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen auf, sein Vize soll nachrücken.
Ulrich Schröder gibt sein Amt auf. Bilder > Foto: Gregor Fischer (dpa) Ulrich Schröder gibt sein Amt auf.
Frankfurt. 

KfW-Chef Ulrich Schröder legt zum Jahresende sein Amt an der Spitze der staatlichen Förderbank aus gesundheitlichen Gründen nieder. „Die KfW steht auch zukünftig vor erheblichen Herausforderungen. Die Digitalisierung, die Regulierung sowie mögliche Aufgaben aus der neuen Bundesregierung sind nur einige Handlungsfelder. Mein aktueller Gesundheitszustand erlaubt es mir aber nicht, das Amt verantwortungsvoll und meinen hohen Ansprüchen gemäß weiterzuführen“, schrieb er in einer dieser Zeitung vorliegenden Mail an die Mitarbeiter. Der Verwaltungsrat entsprach gestern dem Wunsch; dessen Vorsitzender, der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU), und die Stellvertreterin Brigitte Zypries (SPD) empfahlen als Nachfolger Schröders Stellvertreter Günther Bräunig. Der 62-jährige Manager ist seit 1989 in verschiedensten Funktionen für die Bank tätig; Bundesregierung und Verwaltungsrat müssen der Regelung noch zustimmen.

Umfassend modernisiert

Schröder steht seit Anfang September 2008 an der Spitze des Instituts. Vor zwei Jahren hatte der heute 65-Jährige über eine Krebserkrankung informiert, während der Behandlung zunächst aber weiter gearbeitet. Damals hatte der Verwaltungsrat Schröders Vertrag als Vorstandschef noch vorzeitig bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Die neue Amtszeit wird Schröder jetzt nicht mehr antreten. „Wer mich kennt, weiß, dass mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist“, schrieb er an die Mitarbeiter.

Unter der Ägide des promovierten Juristen, der lange für die frühere WestLB und ihre Fördersparte NRW.Bank gearbeitet hatte, leitete die Bankengruppe eine umfassende Modernisierung ihrer IT ein und setzte verstärkt auf Digitalisierung; gleichzeitig unterwarf sie sich freiwillig den für alle Banken geltenden gesetzlichen Regelungen (KWG). Regelmäßig erwirtschaftete die Frankfurter Förderbank Milliardengewinne – und das, obwohl üppige Erlöse nicht das Hauptziel der Förderbank sind. Gemessen an der Bilanzsumme stieg die KfW zur drittgrößten Bank Deutschlands auf. Das Institut gehört dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent).

Der gebürtige Wiesbadener Bräunig, ebenfalls promovierter Jurist, hatte einige Jahre für die Commerzbank und für Airbus gearbeitet, bevor er zur KfW kam, wo er als enger Vertrauter des früheren Chefs Hans Reich 2006 in den Vorstand aufrückte. Er verantwortete das Kapitalmarktgeschäft und stand ein gutes Jahr lang im Rampenlicht, als er als Interimschef zur zu Beginn der Finanzkrise in Schieflage geratenen IKB ging. Im September dieses Jahres, als sich der Abschied Schröders bereits abzeichnete, wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden befördert. Bräunig ist zudem Aufsichtsratschef bei der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) in München, der Nachfolgerin der Ex-Krisenbank HRE.

Bankenführerschein nötig

Berlin hätte die Regelung der Personalie wohl gerne bis zum Amtsantritt einer neuen Bundesregierung aufgeschoben, doch ließ das die Schwere von Schröders Erkrankung nicht mehr zu. Spekuliert worden war, dass auch ein verdienter Politiker mit dem Chefposten „versorgt“ werden könnte – es handelt sich um den lukrativsten, den Berlin zu vergeben hat, das Jahresgehalt lag zuletzt bei über einer Million Euro.

Gegen einen externen Kandidaten für den Posten sprach aber, dass er nach den neuen Aufsichtsregeln einen sogenannten „Bankenführerschein“ benötigte, der zur Führung einer Geschäftsbank qualifiziert. Selbst Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel musste sich, bevor er in den KfW-Vorstand wechseln konnte, ein Jahr lang unterhalb der Führungsebene warmlaufen – ein Minister oder Staatssekretär als „Seiteneinsteiger“ war damit faktisch ausgeschlossen.

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