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Weniger Pkw-Zulassungen: Kfz-Gewerbe rechnet 2017 mit Absatzminus

Symbolbild. (Marc Müller) Symbolbild. (Marc Müller)
Berlin. 

Für das Jahr 2017 rechnet der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) mit rund 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Der Frankfurter ZDK-Präsident Jürgen Karpinski begründete das Minus gegenüber dem laufenden Jahr so: Nach den Zuwächsen in diesem Jahr bei privaten Zulassungen wirke sich die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher etwa durch die Diskussion um drohende Fahrverbote und blaue Plaketten im kommenden Jahr negativ auf die Kaufbereitschaft aus. Die gewerblichen Zulassungen hingegen würden aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung unverändert stark bleiben. Bis Ende 2016 dürfte die Zahl der Pkw-Neuzulassungen die Hürde von 3,3 Millionen Einheiten überspringen.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt geht der ZDK für 2017 von einer vergleichbaren Entwicklung wie in diesem Jahr aus und rechnet mit 7,3 bis 7,4 Millionen Besitzumschreibungen. Im Service-Sektor erwartet Karpinski eine stabile Nachfrage bei Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Das Baufieber in Deutschland steigt und steigt: In den ersten neun Monaten wurden so viele Genehmigungen für den Bau neuer Wohnungen erteilt wie seit 17 Jahren nicht mehr. Insgesamt waren es 276 300 und damit 24 Prozent oder rund 53 500 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ein Grund dafür ist die starke Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften. Deshalb schoss die Zahl der Genehmigungen von Wohnheimen um fast 130 Prozent in die Höhe auf 18 400.

Der Branchenverband HDB gibt sich aber trotz der Zuwächse skeptisch, dass ausreichend Wohnungen entstehen. Die Zahlen seien zwar erfreulich, sagte HDB-Hauptgeschäftsführer Michael Knipper. „Genehmigt ist aber noch lange nicht gebaut“, betonte er und erläuterte: „Die knapp 380 000 Genehmigungen, die wir in diesem Jahr erwarten, werden somit nicht reichen, um die Wohnungsnot insbesondere in Ballungsgebieten zu beheben.“ Wahrscheinlich würden weniger als 300 000 Einheiten fertiggestellt. „Somit sind wir noch weit von dem jährlichen Baubedarf von 350 000, vielleicht sogar 400 000 Wohnungen entfernt.“

Ähnlich hatte sich zuletzt der mittelständische Verband ZDB geäußert. Dieser erhöhte seine Umsatzprognose für 2016 und peilt im Wohnungsbau ein Plus von acht Prozent an. Begünstigt wird der Bauboom nach wie vor auch von niedrigen Zinsen, stark wachsenden Städten wie Frankfurt und der anhaltend guten Konjunktur. Investoren stecken auch mangels attraktiver Anlagealternativen viel Geld in Wohnungen und Häuser.

Die Branche sieht das nicht ohne Unbehagen. „Wir befürchten, dass viele Genehmigungen zunächst nur eingeholt werden, um die Spekulation zu befeuern“, sagte Knipper. „Das Grundstück steigt im Wert – wann gebaut wird, steht in den Sternen.“ Um den Wohnungsbau weiter anzukurbeln, müssten die Kommunen verstärkt neues Bauland ausweisen.

(ba)
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