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Konjunktur gewinnt weiter an Stärke

Die Wirtschaftsforscher sind sich einig: Mit der Konjunktur in Deutschland geht es weiter bergauf. Im kommenden Jahr könnte das Wachstum noch einmal spürbar zulegen.
Als Wachstumstreiber sehen die Wirtschaftsforscher die lebhafte Konsumnachfrage der privaten Haushalte und die rege Bautätigkeit. Foto: Oliver Berg Als Wachstumstreiber sehen die Wirtschaftsforscher die lebhafte Konsumnachfrage der privaten Haushalte und die rege Bautätigkeit. Foto: Oliver Berg
München. 

In Deutschland kommt der Aufschwung stärker in Fahrt und immer mehr Konjunkturexperten erhöhen ihre Wachstumsprognosen. Am Dienstag hat auch das Ifo-Institut die Konjunkturerwartungen spürbar nach oben geschraubt.

In diesem Jahr erwarten die Ifo-Forscher ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, nachdem sie zuvor nur mit 1,5 Prozent gerechnet hatten. Für 2018 erhöhte das Institut die Prognose auf 2,0 Prozent, nach zuvor 1,7 Prozent.

„Der Aufschwung, in dem sich die deutsche Wirtschaft seit nunmehr 2013 befindet, gewinnt an Stärke und Breite”, hieß es in der Mitteilung des Ifo-Instituts. Als Wachstumstreiber sehen die Forscher die lebhafte Konsumnachfrage der privaten Haushalte und die rege Bautätigkeit. Ein zunehmender Beitrag am robusten Aufschwung komme aber auch von der Exportwirtschaft, die von besseren Konjunkturaussichten in der Eurozone profitiere. Außerdem werde der Export durch eine anziehende Weltwirtschaft gestützt.

Im Windschatten der starken Konjunktur rechnen die Ifo-Ökonomen auch mit einer weiter dynamischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Demnach dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2017 stärker zulegen als im Jahr zuvor.

In der zuletzt enttäuschenden Entwicklung in der Industrie sehen die Ifo-Experten kein Problem. Wegen der vergleichsweise starken Exportwirtschaft dürften auch die bisher etwas schleppende Industriekonjunktur und die ebenfalls enttäuschenden Unternehmensinvestitionen anziehen, hieß es.

Mit ihrer Prognose folgen die Ifo-Ökonomen Einschätzungen aus anderen führenden Forschungsinstituten. Zuvor hatte bereits das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI seine Wachstumsprognose 2017 angehoben, auf 1,6 Prozent nach zuvor 1,3 Prozent. Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hatten in ihrer Prognose sogar vor einer konjunkturelle Überhitzung gewarnt. Sie rechnen mit der stärksten gesamtwirtschaftlichen Auslastung seit dem Boom-Jahr 2007.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht die deutsche Wirtschaft auf einem robusten Wachstumskurs. Die OECD-Ökonomen hatten zuletzt für dieses Jahr ein Plus von 1,7 Prozent und von 2,0 Prozent im kommenden Jahr erwartet. Sie waren damit optimistischer eingestellt als die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten.

(dpa)
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