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Halbjahreszahlen: Lufthansa fliegt auf Rekordkurs

Vor allem die gute Konjunktur, die anhaltend niedrigen Ölpreise und die internen Kostensenkungen haben dem Lufthansa-Konzern im bisherigen Jahresverlauf deutlichen Auftrieb gegeben. Dessen Vorstand zeigt sich zwar noch vorsichtig – aber alles deutet darauf hin, dass die Lufthansa dieses Jahr einen satten Rekordgewinn einfliegen wird.
Die Stammmarke mit dem Kranich trägt nach wie vor den Löwenanteil am Gewinnanstieg. Foto: Arne Dedert (dpa) Die Stammmarke mit dem Kranich trägt nach wie vor den Löwenanteil am Gewinnanstieg.
Frankfurt. 

1,82 Milliarden Euro. Das ist die Rekord-Marke, die es zu knacken gilt; so hoch war der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), den die Lufthansa im Jahr 2015 eingeflogen hatte. Und kaum ein Analyst bezweifelt noch, dass der Luftfahrt-Konzern am Jahresende deutlich über dieser Marke landen wird: Nach den guten Zahlen des 1. Halbjahres gehen sie nun im Schnitt davon aus, dass der Dax-Konzern 2017 ein bereinigtes Ebit von stolzen 2,3 Milliarden Euro ausweisen wird.

So weit wollte sich Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson als „ehrbarer Kaufmann“ bei der gestrigen Vorlage der Halbjahreszahlen natürlich nicht aus dem Fenster lehnen. Er rechnet nach eigener Aussage nun lediglich damit, dass der Betriebsgewinn 2017 „über dem Vorjahresniveau“ liegen wird. 1,75 Milliarden Euro hatten da zu Buche gestanden. Allerdings war es gestern Svensson selbst, der die größte Sorge der Beobachter zerstreute – nämlich die vor sinkenden Ticketpreisen. Vor zwei Wochen hatte das Lufthansa-Management mitgeteilt, dass es fürs zweite Halbjahr sinkende Stückerlöse erwarte – das ist der Umsatz je angebotenen Sitz und geflogenen Kilometer. Daraufhin hatte der Aktienkurs deutlich nachgegeben. Gestern räumte der seit Jahresbeginn amtierene Finanzvorstand nun ein, dass diese Aussage nur einer „natürlichen Vorsicht“ geschuldet sei. „Wir sehen nicht, dass die Kapazitäten im Markt wachsen“, so der Schwede. Heißt: Die Fluggesellschaften bleiben anscheinend diszipliniert und bieten – anders als früher – trotz der guten Branchenlage nicht massenhaft zusätzliche Flüge an, die den Preisdruck erhöhen. Schlecht für die Passagiere – gut für die Lufthansa und deren Aktienkurs, der gestern wieder hochging.

Ergebnis verdoppelt

Auf ihrem Flug zu einem neuen Jahreshöchstgewinn ist die Lufthansa im ersten Halbjahr schon sehr gut vorangekommen: Bei einem Umsatzanstieg um 1,9 auf 17 Milliarden Euro hat der Konzern sein bereinigtes Ebit glatt verdoppelt: auf die neue Rekordmarke von 1,042 Milliarden Euro. Dabei legte vor allem die blau-gelbe Stammmarke mit dem Kranich zu. Und wie Svensson gestern bestätigte, läuft das Sommergeschäft im traditionell stärksten dritten Quartal auch sehr erfolgreich.

Zur guten Geschäftsentwicklung trägt bei der Lufthansa nicht nur die gute globale Konjunktur bei, die die Verbraucher reisefreudig stimmt und der Luftfracht Rückenwind verleiht. Der umsatzstärkste Airline-Konzern Europas profitiert nun auch spürbar von den zahlreichen Kostensenkungen der Vergangenheit: So gingen im Passagiergeschäft die Stückkosten im ersten Halbjahr um 1,2 Prozent zurück, während die Stückerlöse nach längerer Talfahrt immerhin um 0,5 Prozent gestiegen sind. „Unsere harte Arbeit an Kostensenkungen zahlt sich aus“, so Svensson. „Diese Anstrengungen müssen wir fortsetzen.“ Die Stückkosten würden auch im zweiten Halbjahr sinken.

Billig-Sparte wächst

Positiv zu Buche schlägt auch der anhaltend niedrige Ölpreis. Den Angaben nach wird die Spritrechnung in diesem Jahr zwar um rund 100 Millionen Euro steigen. Aber zum einen war sie 2016 um rund 900 Millionen Euro gesunken; zum anderen stieg die Rechnung auch, weil die Lufthansa-Führung zu Jahresbeginn Brussels Airlines komplett übernommen hat und 33 Flieger samt Crews von Air Berlin gemietet hat. Beide sind nun mit der Billigtochter Eurowings unterwegs, so dass die Billig-Sparte den größten Anteil am Konzern-Umsatzanstieg hatte. Noch weist die Sparte einen Verlust aus. Aber Svensson bestätigte, dass der Bereich 2017 die Gewinnzone erreichen wird.

Gleiches sagte der Finanzchef für die Frachttochter Lufthansa Cargo voraus, die 2016 rund 50 Millionen Euro Miese eingeflogen hatte. Neben der guten Konjunktur und einer deutlichen Preiserholung macht sich hier nun das beinharte Sparprogramm bemerkbar, das die Konzernführung der Cargo vor knapp zwei Jahren verordnet hat.

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