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Lufthansa sieht bei Air Berlin nun Abu Dhabi am Zug

Hamburg/Frankfurt. 

Lufthansa-Chef Carsten Spohr tastet sich an den Kauf der verlustreichen und hochverschuldeten Air Berlin heran. Bei einem Besuch bei Air-Berlin-Großaktionär Abu Dhabi Anfang der Woche sei über die Situation der zweitgrößten deutschen Fluglinie gesprochen worden, sagte Spohr am Freitag bei der Hauptversammlung in Hamburg. Der Regierung des Emirats am Persischen Golf sei klar, dass das hohe Kostenniveau der Berliner Fluggesellschaft, die Schulden und ein mögliches Veto der Wettbewerbshüter die Lufthansa daran hinderten, den Rest der Krisen-Airline zu übernehmen, sagte Spohr. „Das Schulden-Thema kann nur die Regierung von Abu Dhabi lösen.“

Kommentar: Kranich kann sich Air Berlin krallen

Wenn in der Luftfahrtbranche überhaupt noch Zweifel gehegt worden sind, dass sich der Kranich auch den Rest der schon dreigeteilten Air Berlin einverleiben will, hat Carsten Spohr diese gestern beseitigt.

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Den im Vergleich zu Rivalen teuren Flugbetrieb müsse der neue Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann verschlanken – Winkelmann hatte zuvor das Lufthansa-Drehkreuz München geführt, nachdem er die frühere Lufthansa-Billigtochter Germanwings aufgebaut hatte. Winkelmann habe bereits die richtigen Stellschrauben zur Kostenreduzierung genannt, meinte Spohr. Die Bedenken der Kartellwächter müssten in Europa zerstreut werden, sagte Spohr. Unmöglich sei das nicht: Schließlich hätten British Airways und Air France auch Rivalen aus ihren jeweiligen Heimatländern übernehmen dürfen. Das Öl-Emirat will nach hohen Verlusten bei Air Berlin am liebsten aussteigen. Es ist über seine Airline Etihad mit gut 29 Prozent an der Berliner Airline beteiligt.

Die Hoffnung auf eine baldige Lösung für Air Berlin trieb die Aktie zum Wochenausklang: Sie sprang um 17 Prozent auf 69 Cent – das war der höchste Stand seit viereinhalb Monaten.

Die Lufthansa und Air Berlin sind schon im Geschäft: Derzeit mietet die Kranich-Linie von der Hauptstadt-Airline 38 Flugzeuge einschließlich deren Crews. Die restliche Flotte von Air Berlin von 75 Flugzeugen würde sich die Lufthansa auch gerne einverleiben, doch will sie auf keinen Fall die Verbindlichkeiten von 1,2 Milliarden Euro schultern. Davon hält Etihad laut Konzernkreisern rund eine Milliarde.

Allein im vorigen Jahr standen bei der Airline unterm Strich 782 Millionen Euro Verlust. Damit Air Berlin über die Runden kommt, hat Dauer-Geldgeber Etihad zuletzt abermals tief in die eigenen Taschen gegriffen: Praktisch per Vorkasse überwies die arabische Fluglinie im Dezember und Januar die gesamten 300 Millionen Euro, die Air Berlin für ihre Anteile an der österreichischen Fluglinie Niki erhalten soll. Die Araber wollen Air Berlins Touristikgeschäft auf Basis der Niki mit dem Ferienflieger Tuifly des Reisekonzerns Tui zusammenführen. Das Geschäft soll zur Rettung von Air Berlin beitragen, die 50 Prozent an Niki hält. Darüber hinaus folgte Ende April ein neues Darlehen über 350 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der deutschen Fluglinie hervorgeht. Außerdem hat Etihad dem Berliner Unternehmen die notwendige Unterstützung zugesichert, damit die Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen der näheren Zukunft „und in jedem Fall innerhalb der kommenden 18 Monate ab dem 28. April 2017“ nachkommen kann.

(rtr,pan)
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