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Arbeitsgericht soll entscheiden: Lufthansa will Piloten-Streik vor Gericht stoppen

Die Lufthansa will den für Mittwoch angkündigten Pilotenstreik in letzter Minute mittels einstweiliger Verfügung stoppen. Arbeitsgericht Frankfurt verhandelt Lufthansa-Klage um 15 Uhr. Gibt das Gericht dem nicht statt, fallen am Mittwoch fast 900 Flüge aus.
Am Mittwoch streiken die Lufthansa-Piloten für 24 Stunden. Foto: Frank Rumpenhorst Am Mittwoch streiken die Lufthansa-Piloten für 24 Stunden.
Frankfurt.  Die Lufthansa will den für Mittwoch angesetzten Piloten-Streik in letzter Minute mit einer Eilklage stoppen. Die Fluggesellschaft habe eine einstweilige Verfügung gegen den Ausstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beantragt, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Die Verhandlung beginne um 15.00 Uhr. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Schritt. Aus Sicht der Airline sei der Streikaufruf von Cockpit fehlerhaft und dabei insbesondere eine der Gehaltsforderungen. Cockpit ruft für Mittwoch zu einem 24-Stunden-Streik auf. Die Lufthansa strich bereits rund 880 Flüge, rund 100 Flüge ab Frankfurt sind allein bis Mittwochnachmittag betroffen.

Das Frankfurter Arbeitsgericht spielte bei Streiks in der Luftfahrtbranche schon des Öfteren eine entscheidende Rolle, so zuletzt vor 14 Monaten. Damals stoppte ein Arbeitsrichter den 13. Flugzeugführer-Streik überraschend. Grund war, dass sich Cockpit öffentlich gegen den Ausbau der Lufthansa-Billigtochter Eurowings aussprach. Für die Lufthansa war das ein unzulässiger Eingriff in die Unternehmensstrategie. Das Gericht schloss sich der Argumentation des Konzerns an und verbot den Streik.

Cockpit hat daraus Konsequenzen gezogen und will die Lufthansa dieses Mal ausschließlich bestreiken, um höhere Löhne durchzusetzen. Die Gewerkschaft fordert für die 5400 Lufthansa-Piloten rückwirkend ab 2012 ein Gehaltsplus von 3,7 Prozent im Jahr. Das Unternehmen bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Die Verhandlungen darüber scheiterten vor gut einer Woche. Auch eine neues Schlichtungsangebot der Lufthansa brachte keinen Durchbruch. Der Arbeitskampf begann im April 2014.

Lufthansa streicht 876 Flüge


Die Lufthansa strich wegen des angekündigten Pilotenstreiks am Mittwoch 876 Flüge. «2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt», teilte die Lufthansa am Dienstag mit. Von den 876 streikbedingt gestrichenen Flügen seien 51 Interkontinentalverbindungen. Insgesamt seien rund 100.000 Passagiere betroffen.

Abflugplan vom Frankfurter Flughafen

Aktuelle Informationen der Lufthansa für Fluggäste

Die Piloten der Airline hatten den Streik am Dienstag angekündigt. Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung, in der zum ersten Mal im April 2014 gestreikt worden war. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.
 
Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Auch andere Tarifthemen wie die Übergangsrenten sind nach wie vor ungelöst. Der vorherige Tarifvertrag ist Ende April 2012 ausgelaufen, wirkt aber mit unveränderten Tarifgehältern fort.
 
«Lufthansa entschuldigt sich bei allen ihren Kunden, die von diesem Streik betroffen sind», heißt es in der Mitteilung weiter. Ein Sonderflugplan für den Streikzeitraum sei am Mittag auf der Internetseite LH.com aktiviert worden. «Lufthansa arbeitet mit allen Kräften daran, Kunden bestmöglich zu informieren und sie, wenn möglich, auf andere Airlines oder Verkehrsmittel umzubuchen.»


Streik bei Lufthansa: Das müssen Reisende jetzt wissen

Zahlreiche Lufthansa-Flugzeuge heben am Mittwoch nicht ab. Die Pläne vieler Urlauber und Geschäftsreisender werden durcheinandergewirbelt. Wo können sich Betroffene informieren? Und welche Regeln gelten jetzt?

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Die VC bezifferte die von ihr verlangte jährliche Tarifsteigerung auf
3,66 Prozent. Diese Forderung liege unter den meisten Lohnforderungen anderer Gewerkschaften im vergleichbaren Zeitraum. «Die Lufthansa weist seit Jahren sehr gute Zahlen aus. Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr steuert der Konzern in 2016 erneut auf ein hervorragendes Ergebnis zu. Dass der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat dies genauso sehen, lässt sich an der Grundgehaltserhöhung des Vorstandes von bis zu 30 Prozent und der noch stärkeren Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge in den vergangenen Jahren ablesen», erklärte VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg.
 
Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Lohnplus von 2,5 Prozent für den 20 Monate längeren Zeitraum bis Ende 2018 angeboten. Das Unternehmen hatte vorige Woche versucht, den drohenden Pilotenstreik mit einer Schlichtung in letzter Minute abzuwenden. Neben der Gehaltsfrage sind auch andere Tarifthemen wie die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung nach wie vor ungelöst. (rtr/dpa/red)
 
 
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