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Frankfurter Versorger investiert in Fernwärme: Mainova behauptet sich im Wettbewerb

Der Frankfurter Strom- und Gasversorger Mainova hat im ersten Halbjahr 2017 deutlich Kunden hinzugewonnen. Aber das Ergebnis leidet unter hohen Abschreibungen.
Mainova-Vorstandschef Constantin Alsheimer Foto: Holger Menzel Mainova-Vorstandschef Constantin Alsheimer
Frankfurt. 

Deutlich mehr Kunden hat der Frankfurter Energielieferant Mainova 2017 dazugewonnen: Der Strom- und Gasversorger habe seit Jahresbeginn die Zahl seiner Privat- und Geschäftskunden um 28 000 auf 687 000 erhöht, berichtete gestern Vorstandschef Constantin Alsheimer. „Vor allem im Umland von Frankfurt und auch in Oldenburg haben wir viele Verträge abgeschlossen.“

Die Investitionen in den Frankfurter Fernwärmeverbund habe man erfolgreich abgeschlossen. Dafür habe die Mainova in den vergangenen acht Jahren rund 150 Millionen Euro investiert. Neuanschlüsse gab es unter anderem im Frankfurter Ostend und dem Europaviertel. Weitere Baumaßnahmen sind in Kürze geplant: So sollen die Fachhochschule an der Miquelallee und das Grundstück des Marienkrankenhauses an die Fernwärme angeschlossen werden sowie mehrere Hochhäuser in der Innenstadt.

Die gesamten Investitionen sind im ersten Halbjahr um 4,2 Millionen auf 56,1 Millionen gestiegen.

Der Umsatz ging um 8,4 Prozent auf 993,1 Millionen Euro zurück. Das liege vor allem an den Preissenkungen im Gasgeschäft. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein bereinigtes Ergebnis leicht über dem des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern sank von 62,5 auf 57,6 Millionen Euro. Dabei schlug mit 12,6 Millionen Euro eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen negativ zu buche. Schon im Jahr 2016 hatte diese Beteiligung das Ergebnis mit 25 Millionen Euro belastet. Um welche Beteiligung es sich handelt, wollte Alsheimer nicht sagen. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass es sich bei der Minderheitsbeteiligung um die Gas-Union mit Sitz in Frankfurt handelt.

Für die beiden Gaskraftwerke im bayerischen Irsching und in Bremen seien bereits in den Vorjahren Rückstellungen gebildet worden, 2017 noch keine. Die Betriebskosten für die beiden Kraftwerke lägen aktuell bei „einem einstelligen Millionenbetrag“. Von den beiden Gaskraftwerken hat sich insbesondere Irsching zum Sorgenkind der Mainova AG entwickelt. Das Kraftwerk kann nicht rentabel betrieben werden, muss aber als Reservekraftwerk am Netz gehalten werden. Mainova hat im Frühjahr zum zweiten Mal die Stilllegung bis 2019 beantragt, während die Bundesnetzagentur dem widersprach und das Kraftwerk nun in Zwangsbetrieb gestellt hat. Mit der Bundesnetzagentur verhandele man derzeit über eine Entschädigung nach der Reservekraftwerksverordnung.

Außerdem klagt die Mainova gegen den Netzbetreiber Tennet auf Zahlung entsprechend der geschlossenen Verträge von April 2013 bis März 2016. Tennet habe diese nicht mehr voll erfüllt. Ein Gerichtstermin werde aber erst Ende des Jahres erwartet.

Die Rolle der Gaskraftwerke sei eine sehr wichtige, so Alsheimer. „Die Doktrin der stromgeführten Energiewende ist ein Irrweg, der Kosten unnötig treibt.“ Die Politik sollte technologieoffen diskutieren, ansonsten werde die Energiewende in Deutschland kein Erfolgsmodell, sagte Alsheimer.

Beide Kraftwerke der Mainova erzeugen Strom durch die Verbrennung von Erdgas. Durch die derzeit niedrigen Preise für CO2-Zertifikate sind sie gegenüber den herkömmlichen Braunkohlemeilern im Nachteil. Der Grund: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz hat Strom aus erneuerbaren Quellen immer Vorrang im Netz. Danach kommen die Braunkohlekraftwerke an die Reihe, weil sie Strom aufgrund der aktuell geringen Preise für CO2-Zertifikate billiger produzieren können als die teureren Gaskraftwerke.

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