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Frankfurter Börse: Metro feiert „Unabhängigkeitstag“

Die Lebensmittel-Sparte und die Elektronik-Ketten des Metro-Konzerns gehen von heute an getrennte Wege. Die Trennung soll Wachstum und Börsenwert beflügeln.
Der bisherige Metro-Vorstandschef Olaf Koch steht nun an der Spitze des Lebensmittel-Händlers. Foto: Federico Gambarini (dpa) Der bisherige Metro-Vorstandschef Olaf Koch steht nun an der Spitze des Lebensmittel-Händlers.
Düsseldorf. 

Der Handelsriese Metro ist Geschichte. Der Düsseldorfer Konzern hat sich in einen Lebensmittel- und einen Elektronik-Händler aufgespalten, die von heute an an der Börse notiert sind. Das Amtsgericht Düsseldorf trug die Aufteilung am Mittwoch ins Handelsregister ein und räumte damit eine letzte Hürde aus dem Weg.

Klagen von Aktionären konnten die Teilung nicht mehr stoppen. Metro-Chef Olaf Koch ist damit am Ziel. „Ein historischer Tag – für unsere Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden“, sagte Koch. Die neue Elektronik-Holding Ceconomy feiere ihren „Unabhängigkeitstag“, sagte der Chef des Elektronikhändlers, Pieter Haas. Metro-Chef Koch will die beiden Teile mit der Aufspaltung schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Bei ihnen kam das an: Metro-Aktien legten gestern um mehr als 1,5 Prozent auf 29,68 Euro zu. „Die Anleger sind froh, dass das künftig kein Gemischtladen mehr ist“, sagte ein Händler. Die alte Metro war seit 1996 an der Börse notiert.

Koch hatte die Pläne für das Ende des weit verzweigten Handelsriesen im März 2016 erstmals vorgestellt, nun gehen zwei neue Unternehmen auf die Reise. Es entsteht ein Lebensmittel-Händler mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150 000 Mitarbeitern in 35 Ländern, der aus dem bisherigen Konzern herausgelöst wird. Er soll weiter unter dem Namen Metro firmieren. Die Anteilseigner der „alten“ Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 – für jede Metro-Stammaktie gibt es eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers. Die Papiere sollten ihren Besitzern am Mittwochabend zugeteilt werden.

Anleger haben die Wahl

Die neuen Konzerne sollen sich nach dem Willen Kochs auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Anleger könnten sich – anders als bei der alten Metro – aussuchen, ob sie sich im Handel mit Lebensmittel oder mit Elektronikgeräten engagieren wollen. Auch Zukäufe würden erleichtert. „Wir erwarten beschleunigtes Wachstum, mehr Effizienz und sind sehr optimistisch, Werte für unsere Anteilseigner zu schaffen“, versprach Koch, der auch an der Spitze des neuen Lebensmittelhändlers steht.

Media-Saturn-Chef Haas führt dagegen Ceconomy. Er kündigte an, auch auf Zukäufe zu setzen. Zudem will er die Marge steigern. Analysten hatten der alten Metro vorgeworfen, sie hinke bei der Profitabilität hinter Wettbewerbern hinterher.

Sein Unternehmen gleiche einem Studenten, der seine erste Nacht in einer neuen Wohnung verbringe, die Freiheit genieße – und am Morgen feststelle, dass er nun selbst verantwortlich sei, sagte Haas: „Jetzt muss ich meine Wäsche selbst machen.“ Ceconomy sei ein Start-up mit Milliarden-Umsatz.

Gegen die Aufteilung hatte sich unter anderem Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals gestemmt. Er fürchtet, dass sein Einfluss durch die neue Holding schwindet. Kellerhals hatte sich erbittert gegen die Teilung gewehrt, das Amtsgericht räumte nun aber die letzte Hürde ab. Verbliebene Klagen würden auf dem Rechtsweg geklärt und verzögerten die Aufspaltung nicht mehr. Kellerhals bleibt Koch und Haas indes erhalten, seine Investmentgesellschaft Comvergenta kündigte an, Metro und Ceconomy aktiv zu begleiten. Doch bei Ceconomy hat Kellerhals anders als bei Media-Saturn wenig Macht – sein Anteil an der Holding sei verschwindend gering, sagte Haas.

(rtr,dpa)
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