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United Internet übernimmt Drillisch aus Maintal: Milliardendeal: Neue Macht im Mobilfunk-Markt

Der deutsche Mobilfunkmarkt bleibt in Bewegung. Nach dem Zusammenschluss von O2 und E-Plus steht ein weiterer Milliardendeal ins Haus.
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will hoch hinaus. Foto: Boris Roessler (dpa) United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will hoch hinaus.
Maintal/Montabaur. 

Der Internet- und Telekomkonzern United Internet (1&1, GMX, Web.de) greift sich das Mobilfunkunternehmen Drillisch. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth will mit dem Milliarden-Deal eine starke vierte Kraft im deutschen Markt neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland schmieden. Allerdings müssen die Kartellwächter dem Deal zustimmen. Der Abschluss wird bis Ende des Jahres erwartet.

United Internet gehören schon gut 20 Prozent an dem bisherigen Rivalen Drillisch. Nun bringt Dommermuth das Geschäft mit Telekom-Privatkunden über die „1&1 Telecommunication“ mittels zwei Kapitalerhöhungen in die Drillisch AG ein. So kommt das TecDax-Schwergewicht schon einmal an eine Mehrheit von knapp 73 Prozent. Für die Drillisch-Aktionäre soll es zudem ein Übernahmeangebot geben, bei dem United Internet aber nur bescheidene 50 Euro je Aktie in Aussicht stellt. Gestern stieg die Drillisch-Aktie um knapp elf Prozent auf ein Rekordhoch, von fast 54 Euro. Das Papier von United Internet gewann mehr als 13 Prozent, der Börsenwert stieg damit auf gut 9,9 Milliarden Euro. Dommermuth selbst hält 40 Prozent der Anteile.

Milliardendeal Steigen jetzt die Preise?

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Gemeinsam haben United Internet und Drillisch mehr als zwölf Millionen Kundenverträge und machten vergangenes Jahr einen Umsatz von über 3,2 Milliarden Euro. Drillisch ist mit seinen Marken Smartmobil sowie Yourfone bekannt und soll an der Börse notiert bleiben; eine Komplettübernahme hat Dommermuth nach eigenen Worten nicht im Sinn. Er wolle künftig über die Drillisch-Dividende mitverdienen, sagte er.

„1&1 verfügt über eine starke Marke, einen riesigen Kundenstamm und enorme Vertriebskraft. Drillisch ist ein schnell wachsender Mobilfunkanbieter mit einem attraktiven Produktportfolio“, sagte Dommermuth, der auch an der Spitze des zusammengeschlossenen Telekomanbieters stehen will.

Doch Drillisch ist vor allem deswegen attraktiv, weil das Unternehmen mit Telefonica Deutschland ein Geschäft zur Netzmiete eingegangen ist. Drillisch kann demnach schrittweise bis zu 20 Prozent der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen – und hat eine Option auf weitere zehn Prozent. Das war eine Bedingung der Aufseher für die milliardenschwere E-Plus-Übernahme durch Telefonica 2014.

Paskalis Choulidis Info: Lehre, Fachschule, Vorstandschef

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Die Münchener hätten dem Zusammenschluss zugestimmt, sagte Drillisch-Chef Vlasios Choulidis, der 2016 den Posten von seinem Bruder Paskalis übernahm. Jobs sollen nicht wegfallen – die Unternehmen suchten eher neue Mitarbeiter, sagte Choulidis, der nun in den Aufsichtsrat wechselt.

Mit der geplanten Übernahme wird die Konkurrenz für Hauptkonkurrent Freenet größer, das ebenfalls ohne eigenes Netz Vorleistungen von Netzbetreibern einkauft und daraus dann eigene Tarife strickt. Freenet zählte zuletzt 9,6 Millionen eigene Mobilfunkkunden. (dpa/red)

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