E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 18°C

ICE-Alternative: Mit dem „Flixtrain“ von Frankfurt nach Berlin

Von Die grünen „Flixbusse“ haben den Fernbus-Markt aufgerollt, nun verkauft der Anbieter auch Zugfahrkarten. Der „Flixtrain“ fährt künftig über Frankfurt nach Berlin.
<span></span>
Frankfurt. 

Für Bahnreisende von Frankfurt nach Berlin gibt es nun auch dauerhaft eine Alternative zum ICE der Deutschen Bahn. Der Fernbus-Anbieter Flixbus vermarktet nach einer Testphase auf Dauer Fahrkarten für die Verbindungen zwischen Stuttgart und Berlin (über Frankfurt und Hannover) sowie zwischen Köln und Hamburg. Die grün lackierten Fernzüge fahren künftig unter der Marke „Flixtrain“, die Tickets gibt es zum Niedrigpreis ab 9,99 Euro für die einfache Strecke. Damit unterbietet der Fernbus-Anbieter die Deutsche Bahn, deren Sparpreise mit Bahncard ab 14,90 Euro zu bekommen sind.

 

Bei einem Test gestern waren die Billig-Fahrscheine auch tatsächlich online zu buchen, zum Beispiel für den 22. April – die Fahrt von Frankfurt-Süd nach Berlin Hauptbahnhof dauert 4:35 Stunden und damit nur etwas länger als mit dem ICE, sie ist aber deutlich kürzer als mit dem Fernbus. Für gefragte Termine zu Ostern reichen die aufgerufenen Preise bis 49,00 Euro (Frankfurt–Berlin am Karfreitag) bzw. 24,90 Euro (14:54 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof, Ankunft Frankfurt-Süd um 19:35 Uhr). Als Höchstpreis gibt das Unternehmen 99 Euro an, diese Marke scheint bisher noch nicht erreicht.

Tschechischer Betreiber

Flixbus fährt die Züge nicht selbst. Das Bus-Unternehmen hatte die Zugverbindung im August wiederbelebt, nachdem der frühere Betreiber, das Start-up Locomore, sie im Mai nach der Insolvenz eingestellt hatte. Betreiber ist seitdem das tschechische Unternehmen Leo Express. Es verkehrt aktuell von Freitag bis Montag, ab 23. März soll der Zug laut Internet täglich außer Mittwoch als „Flixtrain“ unterwegs sein. Ab Ende April werde er täglich fahren, sagt Flixbus-Gründer André Schwämmlein: „Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbus-Angebot.“ Ein Ausbau des Zug-Angebots sei denkbar.

Weitere Haltestellen in Hessen sind Hanau, Fulda und Kassel. Der Regelbetrieb auf der Strecke Berlin – Stuttgart hatte sich bereits abgezeichnet, denn Flixbus stimmte sein Fernbus-Angebot nach und nach auf den Zug ab. Fahrgäste sollen an den Unterwegshalten zahlreiche Umsteigemöglichkeiten in den Bus erhalten. Auf der Strecke hat Flixbus nach eigenen Angaben seit August mehr als 150 000 Zugtickets verkauft. Als Ziel für dieses Jahr nennt Schwämmlein eine halbe Million Passagiere. Zum Vergleich: Die Bahn verkaufte zuletzt im Gesamtjahr gut 138 Millionen Fahrkarten für ihre Intercity- und ICE-Züge, und 2017 nutzten rund 40 Millionen Fahrgäste die grünen Flixbusse.

Köln und Hamburg

Vom 24. März an soll auch die zweite „Flixtrain“-Verbindung täglich außer mittwochs im Regelbetrieb zwischen Köln und Hamburg verkehren. Der Zug fährt um 11:01 Uhr am Kölner Hauptbahnhof ab und erreicht den Hamburger Hauptbahnhof um 15:07 Uhr; zurück geht es von 16:49 Uhr bis 20:59 Uhr. Flixbus hatte zuletzt zur Weihnachtszeit für zwei Wochen den früheren HKX (Hamburg-Köln-Express) fahren lassen. Die Züge stellt und betreibt wie beim HKX das Nürnberger Unternehmen Bahn-Touristik-Express, Flixbus übernimmt wie auch bei „seinen“ Bussen nur den Vertrieb. „Von Düsseldorf, Essen oder Köln ist man per Flixtrain ohne Umstieg genauso schnell in Hamburg wie mit dem ICE“, sagt Schwämmlein. 28 Ziele in fünf Bundesländern sollen in Zukunft über die grünen Fernzüge ans Schienennetz angebunden sein. Die FlixMobility GmbH (München) war 2013 nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes gestartet und hatte 2015 mit dem Konkurrenten MeinFernbus fusioniert; mittlerweile liegt der Marktanteil bei mehr als 90 Prozent.

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen