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Stromversorgung: Nach Totalausfall in Hamburg: Frankfurter Flughafen ist doppelt abgesichert

Von Aufatmen bei den Verantwortlichen des Hamburger Flughafens: Nach dem folgenreichen Stromausfall am Sonntag konnten sie gestern den Flugbetrieb wieder aufnehmen. Der Blackout wirft aber viele Fragen auf – unter anderem, ob sich solch ein Stromausfall auch an Deutschlands größtem Airport ereignen kann.
Reisende stehen in Hamburg Schlange: Nach einem Stromausfall musste am Sonntag der Flugbetrieb eingestellt werden. Foto: Bernhard Sprengel (dpa) Reisende stehen in Hamburg Schlange: Nach einem Stromausfall musste am Sonntag der Flugbetrieb eingestellt werden.
Frankfurt/Hamburg. 

Ob es auch am Frankfurter Flughafen zu einem Stromausfall wie in Hamburg kommen kann? Dieter-Sebastian Hulick musste gestern Mittag nicht lange überlegen. „Um diese Frage konkret beantworten zu können, müssten wir erst einmal wissen, was genau diesen Stromausfall verursacht hat“, sagte der Fraport-Sprecher. Auch bei Fraport sei man lediglich darüber informiert worden, dass es zu einem Kurzschluss in der Hauptstromversorgung des Hamburger Flughafens gekommen sei. Tatsächlich wahrten die Flughafen-Betreiber in der Hansestadt gestern bis zum späten Nachmittag Stillschweigen darüber, was diesen Kurzschluss verursacht hatte.

„Natürlich können wir bei Fraport nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass es auch am Frankfurter Flughafen zu einem Stromausfall kommen kann“, räumte Hulick ein. „Aber wir sehen uns auf jeden Fall gut gerüstet.“ So verfüge der Flughafen über zwei voneinander unabhängige Stromnetz-Betreiber: die Frankfurter Mainova AG und die Frankfurter Süwag GmbH. „Wenn der eine ausfällt, ist vertraglich geregelt, dass der andere einspringt“, erläuterte der Fraport-Sprecher.

60 Notstrom-Aggregate

Darüber hinaus verfügt der Flughafen laut Hulick über 60 Notstrom-Aggregate, die die lebenswichtigen Teile des Airports mit Strom versorgen können. Damit könne Fraport den Flugbetrieb aufrechterhalten – „wenn auch mit Einschränkungen“, wie er sagte. Dass diese Aggregate im Notfall auch funktionieren – dafür sorgt die „Zentrale Leitwarte“ von Fraport, deren 30 Mitarbeiter tagtäglich über die Stromleitungen wacht. Nach Aussage von Hulick testen sie einmal im Monat die Funktionsfähigkeit der Netzersatz-anlagen, indem sie Notfall-Szenarien simulieren.

„2012 gelang es den Kollegen von der Leitwarte, einen Stromausfall zu verhindern“, erzählt Hulick. Ein Bagger habe damals ein 10 000-Volt-Kabel auf dem Flughafen-Gelände beschädigt. Die Leitwarte habe sofort reagiert und die Stromversorgung auf eine intakte Leitung umgeleitet und damit eine Kettenreaktion verhindert.“

Letzter Ausfall 2007

Aber auch der Frankfurter Flughafen-Betreiber ist nicht vor Stromausfällen gefeit, wie ein Blick ins Archiv beweist. Man muss zwar schon länger zurückblättern – aber im Dezember 2007 wird man fündig: Damals versagten an einem Morgen sowohl das Stromnetz als auch die Notstromversorgung, so dass zeitweilig die Computersysteme ausfielen. In der Folge reduzierte die Deutsche Flugsicherung in Langen aus Sicherheitsgründen die Zahl der stündlichen Starts und Landungen. Daher fielen rund ein Dutzend Flüge aus.

Wenn Technik nicht funktioniert

Der Ausfall des Hamburger Flughafens hat bei betroffenen Passagieren viel Ärger ausgelöst. Wie zuverlässig sind technische Systeme, auf die alle angewiesen sind?

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Aber das ist natürlich kein Vergleich zu dem Stromausfall am Flughafen Hamburg, wo von Sonntagvormittag gar nichts mehr ging. 163 von 200 Abflügen und 176 von 200 Landungen wurden abgesagt – mehr als 30 000 Passagiere kamen nicht ans Ziel. Gestern nahm Deutschlands fünftgrößter Flughafen um sechs morgens den Betrieb wieder auf. Zuvor waren zwar zehn Ankünfte und 23 Abflüge gestrichen worden; außerdem hoben im Tagesverlauf noch zahlreiche Maschinen verspätet ab. „Gestartet, rollt, gelandet“ – diese Anzeigen tauchten aber im Tagesverlauf mit immer weniger Lücken auf den Abflug- und Ankunftsseiten des Flughafens im Internet auf.

Den Grund für den Stromausfall legte der Flughafen-Betreiber schließlich doch noch dar: Schuld war eine schadhafte Isolierung an einem Kupferkabel“, hieß es. Dieser Schaden habe zu einem heftigen Kurzschluss geführt, der zahlreiche benachbarte Kabel einbezogen habe. Nach Angaben von Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler war der Kurzschluss in der Stromversorgung des flughafeneigenen Blockheizkraftwerks entstanden. Daher habe auch die Ersatzversorgung mit Ausnahme des Bereichs der Landepisten nicht funktioniert. Prinzipiell verfüge der Flughafen über mehr „Backup“-Generatoren, als von den Behörden verlangt. Es habe sich um eine „Ausnahmesituation“ für alle Beteiligten gehandelt. „Er traf mitten ins Herz“, formulierte es Eggenschwiler. 42 Kabel auf 540 Metern Länge seien ausgetauscht worden, sagte Eggenschwiler. Anschließend habe das Blockheizkraftwerk von 3.00 Uhr an am Montagmorgen wieder stabil zur Verfügung gestanden.

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