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Nach fünf Jahren hat wohl jeder zweite Flüchtling einen Job

Die Bundesagentur hat es immer wieder betont: Bei der Jobvermittlung von Flüchtlingen ist Geduld gefragt. Nicht jeder wird sofort eine Stelle finden. Völlig aussichtslos sei die Lage für arbeitssuchende Asylbewerber aber auch nicht, sind Forscher überzeugt.
Passanten stehen vor der Bundesagentur für Arbeit in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/Illustration Passanten stehen vor der Bundesagentur für Arbeit in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/Illustration
Nürnberg. 

Von den zuletzt nach Deutschland gekommenen erwerbsfähigen Flüchtlingen werden nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern rund 50 Prozent in den ersten fünf Jahren einen Job finden.

Um bis zu 70 Prozent von ihnen in Arbeit zu bringen, sind voraussichtlich weitere zehn Jahre erforderlich, erwarten die Forscher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) beruft sich dabei auf die aktuelle Entwicklung und frühere Erfahrungen mit arbeitssuchenden Flüchtlingen.

Inzwischen gebe es aber erste Hinweise, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt etwas besser laufe als in den 1990er und 2000er Jahren. Anscheinend zahle sich die verstärkte Förderung von Flüchtlingen aus, vermuten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. „Auf der anderen Seite ist der Umfang des Zuzugs an Geflüchteten erheblich größer als in der Vergangenheit.” Dadurch würden mehr Flüchtlinge als früher um das ohnehin knappe Angebot geeigneter Jobs konkurrieren, geben sie zu bedenken.

Aktuell verläuft die Integration von Flüchtlingen nach IAB-Einschätzung erwartungsgemäß: Von den im Jahr 2015 nach Deutschland gekommenen erwerbsfähigen Asylbewerbern waren nach IAB-Erkenntnissen bis Mitte 2016 rund zehn Prozent erwerbstätig. Von den im Jahr 2014 asylsuchenden Ausländern seien bis zum vergangenen Sommer 22 Prozent in Arbeit gewesen. Von jenen, die bereits 2013 nach Deutschland gekommen waren, hatte ein knappes Drittel einen Job.

Allerdings wurden bei der Zählung auch Flüchtlinge in bezahlten Praktika mitgezählt. Rechnet man diese heraus, lägen die Quoten um ein Drittel bis um die Hälfte niedriger, räumt das IAB ein. Die aktuelle Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von Flüchtlingen im Jahr 2016.

Die Befragungsergebnisse decken sich weitgehend mit Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach hat die Zahl der Beschäftigten aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien von Anfang 2015 bis zum Jahresende 2016 um 80 000 zugenommen. Im gleichen Zeitraum war die Zahl der Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter um 687 000 Personen gestiegen. Damit hat rund zwölf Prozent der Neuankömmlinge der Jahre 2015 und 2016 inzwischen einen Job.

(dpa)
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