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Neue Regeln: Versicherer überschütten Kunden mit Infos

Europas Versicherer müssen die Öffentlichkeit erstmals darüber informieren, ob sie Extremereignissen wie massiven Kursturbulenzen an den Kapitalmärkten oder dramatischen Naturkatastrophen gewachsen sind. Foto: Sven Hoppe/Illustration Europas Versicherer müssen die Öffentlichkeit erstmals darüber informieren, ob sie Extremereignissen wie massiven Kursturbulenzen an den Kapitalmärkten oder dramatischen Naturkatastrophen gewachsen sind. Foto: Sven Hoppe/Illustration
München/Frankfurt. 

Die Versicherungsbranche macht es Kunden nicht leicht: Nachdem die ersten Unternehmen ihre Berichte zur Finanzlage und Krisenfestigkeit vorgelegt haben, sehen Verbraucherschützer in den Veröffentlichungen wenig Gewinn für die Kunden.

„Der direkte Nutzen ist nicht sehr groß”, sagte Versicherungsexperte Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf Anfrage.

Europas Versicherer müssen die Öffentlichkeit erstmals darüber informieren, ob sie Extremereignissen wie massiven Kursturbulenzen an den Kapitalmärkten oder dramatischen Naturkatastrophen gewachsen sind. Bis spätestens 22. Mai müssen die sogenannten Solvenzberichte im Internet veröffentlicht werden.

Die ersten Unternehmen legten bereits vor dem Wochenende umfangreiches Material vor. Die Huk Coburg etwa veröffentlichte für jede ihrer Töchter mehr als 100 Seiten. Ähnlich umfassend war das Werk der Ergo Leben, die zum Rückversicherer Munich Re gehört. Die LVM Lebensversicherungs-AG kam mit 61 Seiten aus.

Die Veröffentlichungen sollen Aufsichtsbehörden, Maklern, Aktionären und Verbrauchern einen besseren Eindruck von der Finanzlage und der Widerstandskraft der Unternehmen verschaffen. „Selbst, wenn ich mich als Verbraucher interessiere, müsste ich für einen Vergleich mehrere Berichte lesen”, sagte Grieble. Das dürfte die wenigsten machen.

Allein in Deutschland müssen rund 350 Assekuranzen, die unter die strengeren europäischen Regeln (Solvency II) fallen, entsprechende Informationen veröffentlichen. Die Branche hat den aus ihrer Sicht hohen Aufwand kritisiert, der mit der Erstellung der künftig jährlichen Berichte verbunden ist.

(dpa)
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