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Händlerkredit, Bankdarlehen oder Leasing?: Neuwagen günstig finanzieren

Im Frühjahr polieren die Autohäuser ihre Schaufenster-Boliden und tüfteln an Schnäppchen-Angeboten oder Finanzierungen zum Nulltarif. Doch lohnt sich das? Wir zeigen, wo Vor- und Nachteile von Händlerkredit, Bankkredit und Leasing liegen.
Für Barzahler locken in vielen Autohäusern hohe Rabatte auf Neuwagen. Foto: Daniel Naupold (dpa) Für Barzahler locken in vielen Autohäusern hohe Rabatte auf Neuwagen.
Frankfurt. 

Nullzins beim Autokauf – das klingt nach einem verlockenden Angebot. Gibt es zudem Rabatt aufs Fahrzeug, machen Käufer meist einen guten Schnitt. Ohne Preisnachlass und Nullzins sollten Sie jedoch gut vergleichen. Entscheidend für die Finanzierungskosten ist nämlich nicht der Kreditzins, sondern der Gesamtaufwand.

Kredit vom Autohaus

Darlehen zu 0,99 Prozent Zins sind bei Autohändlern keine Seltenheit, gelegentlich werden sogar Null-Prozent-Finanzierungen offeriert. Wie das geht? Dem Kredit aus dem Autohaus liegt eine besondere Kalkulation zugrunde: Die sehr niedrigen Zinsen werden quersubventioniert durch geringere Rabatte beim Fahrzeugpreis. Kaufen Sie einen Neuwagen und bezahlen das Auto bar oder per Kreditkarte, gewähren Händler meist ohne Zögern 10 oder 15 Prozent Rabatt, nicht selten sind 20 Prozent drin.

Die Finanzierung des Neuwagens über eine Bank kann günstiger sein als über den Händler – trotz höherer Zinsen. Bild-Zoom
Die Finanzierung des Neuwagens über eine Bank kann günstiger sein als über den Händler – trotz höherer Zinsen.

Nicht so beim Null-Prozent-Darlehen vom Autohaus. Weil die Einnahmen des Verkäufers nur peu à peu eintrudeln und er kaum Zinsen für das ausgelegte Geld kassiert, zeigt er sich bei hauseigenen Krediten ziemlich zugeknöpft. Neuwagenrabatte von drei oder fünf Prozent sind das Maximum. Daneben müssen Käufer oft auf kostenlose Extras verzichten, bekommen häufig nur bestimmte Modelle (meist Ladenhüter oder ältere Wagen) zur Wahl, ist die Laufzeit des Darlehens meist nicht frei wählbar und eine vorzeitige Rückzahlung ausgeschlossen. Außerdem verbleibt vielfach der Fahrzeugbrief als Sicherheit beim Händler – damit ist ein Weiterverkauf des Autos während der Finanzierung nicht möglich.

Info: Tipps für den Autokredit

Fragen Sie Ihre Bank gezielt nach einem Autokredit. Der zweckge-bundene Kredit kann bis zu einem Prozentpunkt preiswerter sein als klassische Ratenkredite, beispielsweise bei der ING-Diba.

clearing

Die Finanzierung über das Autohaus hat aber auch positive Seiten. Weil sie als Verbundgeschäft gilt, können sogenannte Montagsautos, also Wagen mit versteckten Mängeln, nach erfolglosen Reparaturversuchen an den Händler zurückgeben werden. Dann entfallen sämtliche Kreditverpflichtungen.

Bankfinanzierung

Bietet das Autohaus zwar Schnäppchenkredite, aber nur sehr geringe Rabatte auf den Fahrzeugpreis, lohnt es sich, die Händlerfinanzierung mit einem Autokredit von der Bank zu vergleichen. Das Geld von der Hausbank hebt den Käufer in den Rang eines Barzahlers. Das mögen Händler, denn – anders als bei einer Finanzierung – kommt das Geld sofort in die Kasse, es locken Sonderrabatte oder kostenlose Extras. Der hohe Rabatt lässt den geringeren Zinssatz bei einer Händlerfinanzierung oft alt aussehen.

Beispiel: Angenommen, ein Neuwagen kostet 30 000 Euro. Zahlen Sie bar, gewährt das Autohaus 15 Prozent Rabatt. Den Kaufpreis von 25 500 Euro stemmen Sie zu 10 000 Euro aus der eigenen Tasche und zu 15 500 Euro mit einem Bankkredit. Bei einem Effektivzins von 3,0 Prozent und 48 Monaten Laufzeit kostet der Wagen 26 455 Euro. Nehmen Sie den Händlerkredit, erhalten Sie nur fünf Prozent Rabatt, das Auto kostet dann 28 500 Euro. Zwar berechnet der Händler nur 0,99 Prozent Kreditzins, die Gesamtkosten addieren sich aber auf 28 875 Euro – 2420 Euro mehr (siehe nebenstehende Grafik).

Online-Darlehen

Bankkredit ist nicht gleich Bankkredit. Insbesondere die Zinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank, aber auch zwischen Filialkrediten und Internetkrediten enorm. Die Stadtsparkasse München wirbt zum Beispiel mit einem relativ günstigen Autokredit zu 4,99 Prozent Effektivzins. Zugleich genießen Kunden kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeiten. Ähnliche Angebote kommen von anderen Filialbanken. Solche Filialkredite sind durchaus empfehlenswert, zum Beispiel wenn unerfahrene Kreditnehmer persönliche Beratung vor Ort wünschen. Auch bonitätsstarke Käufer erzielen Vorteile, etwa durch das Ausloten von Verhandlungsspielräumen beim Zinssatz. Im Gegensatz dazu ist das Feilschen um Prozente bei Onlinekrediten nur selten möglich. Dennoch kosten Kredite am Schalter fast immer mehr als im Internet. Wie ein Zinsvergleich des Online-Portals biallo.de zeigt, stellen Direktbanken derzeit Autokredite bereits ab gut zwei Prozent Zinsen bereit, zum Beispiel die SWK- und die De-gussa Bank oder Bank of Scotland.

Bevor Sie einen Autokredit aufnehmen, sollten Sie überschlagen, ob der anvisierte Neuwagen auch in Ihr Budget passt. Nehmen Sie nur so viel Autokredit auf, wie Sie sich dauerhaft leisten können. Machen Sie einen Kassensturz und prüfen Sie, wie viel Geld für Anzahlung und Kreditrate zur Verfügung steht. Ziehen Sie vom monatlichen Überschuss eine Notfallreserve ab!

Vergleichen spart Geld! Prüfen Sie verschiedene Kreditangebote von Banken und Sparkassen. Lassen Sie sich dabei nicht von Lockzinsen verleiten. Die wahren Kosten zeigt nur ein konkretes Kreditangebot – vor allem, wenn die Bank bonitätsabhängige Zinsen berechnet. Achten Sie darauf, dass das Angebot den Effektivzins ausweist, der alle Kosten und Zinsaufschläge enthält.

Achten Sie darauf, ob die Zinskosten laufzeitabhängig sind. So verteuert der ADAC seinen Autokredit ab 72 Monaten um einen halben Prozentpunkt, die Santander Consumer Bank fordert ab 48 Monaten sogar 1,2 Prozent Zinsen mehr. Gerade wenn größere Kreditsummen im Spiel sind, kann dies zu Mehrausgaben führen. Es empfehlen sich Kredite mit gleichbleibendem Zinssatz. Die Netbank belohnt Schnelltilger mit einem Zinsvorteil von drei Zehnteln, wenn der Autokredit binnen zwölf Monaten zurückgezahlt wird.

Autoleasing

Die Alternative zum Autokauf heißt Leasing. Leasingnehmer mieten das Auto und zahlen dafür eine feste Monatsrate. Deren Höhe hängt ab vom Fahrzeugtyp, der jährlichen Kilometerleistung, dem Restwert, der Vertragslaufzeit sowie etwaigen Anfangszahlungen. Am Vertragsende hat der Leasingnehmer mehrere Möglichkeiten: Er kann das Auto an den Händler zurückgeben, den Lea-singvertrag verlängern oder den Wagen kaufen. Bevor man ein Auto least, sollte man sich über die gängigen Leasingmodelle informieren.

Beim Kilometerleasing hängt die monatliche Leasingrate maßgeblich von der Anzahl der im Jahr gefahrenen Kilometer ab. Es gilt der Grundsatz: Je mehr Kilometer, desto teurer die Rate. Um nicht zu viel zu zahlen, sollten Sie Folgendes beachten: Prüfen Sie, wie hoch die mit den Raten abgedeckte Kilometerleistung ist und was Mehrkilometer kosten. Ist Ihre Kilometerleistung höher, sollten Sie sich ein Angebot auf Basis der real zu erwartenden Laufleistung ausrechnen lassen. Achten Sie darauf, dass für weniger gefahrene Kilometer ein Minderkilometersatz vorgesehen ist. So bekommen Sie bei geringer Laufleistung Geld zurück. Prüfen Sie, ob Mehr- und Minderkilometersätze gleich hoch sind.

Beim Restwertleasing wird der voraussichtliche Verkehrswert des Fahrzeugs bei Vertragsende ermittelt. Die Differenz zwischen Neuwert und dem vertraglich fixierten Restwert zuzüglich Abnutzung und Kilometerleistung zahlt der Leasingnehmer als Monatsrate. Liegt der spätere Verkehrswert unter dem im Leasingvertrag vereinbarten Restwert, muss man die Differenz zusätzlich bezahlen.

Nachteile von Leasing sind: Es gibt es keine Barzahlerrabatte, als Kalkulationsgrundlage gilt der Listenpreis; Leasingnehmer besitzen zudem keine Verfügungsgewalt über das Fahrzeug, ein vorzeitiger Ausstieg aus einem Leasingvertrag ist nur in Ausnahmefällen möglich. Obendrein entstehen Mehrkosten durch die Verpflichtung zur Vollkaskoversicherung und die Bindung an Vertragswerkstätten.

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