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Paketeflut: Online-Handel lässt Paketzahlen weiter kräftig steigen

Die Paketflut rollt durch Deutschland: Seit der Jahrtausendwende hat sich das Sendungsvolumen nahezu verdoppelt. Kosten soll die Zustellung aus Sicht der Verbraucher möglichst nichts.
Die Paketflut stellt die Zusteller vor große Probleme. Foto: Rolf Vennenbernd Die Paketflut stellt die Zusteller vor große Probleme.
Berlin/Bonn. 

Der boomende Online-Handel treibt die Paketzahlen bei den Kurier-, Express,- und Paketdiensten (KEP) immer weiter nach oben.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 3,3 Milliarden Sendungen verarbeitet, 6,1 Prozent mehr als noch 2016, wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik (Biek) am Dienstag mitteilte. In dem Verband organisiert sich die Konkurrenz des Marktführers DHL. Seit der Jahrtausendwende hat sich demnach das Sendungsvolumen nahezu verdoppelt. Und es wird in den kommenden Jahren noch mehr werden. Der Verband rechnet für 2022 mit rund 4,3 Milliarden Sendungen

Eine solche Paketflut stellt die Zusteller vor große Probleme. Allein die Suche nach Fahrern erweist sich als wachsende Herausforderung, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Lieferwagen, die die Innenstädte verstopfen, verspätete oder verlorene Paketzustellungen und immer mehr verärgerte Kunden gehören längst zum Alltag.

Mit verschiedenen Ansätzen versuchen die Unternehmen, die Probleme in den Griff zu bekommen. In Berlin wollen fünf große Lieferdienste Pakete künftig per Lastenrad zustellen. Dazu wurde ein gemeinsamer Umschlagplatz im Stadtteil Prenzlauer Berg in Betrieb genommen, von dem aus die Pakete mit den Rädern an die Haustür gebracht werden.

Die Post wiederum macht Schlagzeilen mit ihrem Streetscooter, einem vollelektrischen Lieferwagen, den der Konzern in Zusammenarbeit mit Ford selbst produziert und an dem zunehmend auch Drittkunden Interesse haben.

Solche Investitionen, die zunehmenden Paketmengen und der Preiskampf setzen die Branche auch finanziell unter Druck. Die Erlöse stiegen mit knapp fünf Prozent im vergangenen Jahr deutlich weniger als die Zahl der Sendungen. Bei 5,78 Euro lag der Studie zufolge der durchschnittliche Umsatz pro Sendung, sieben Cent weniger als noch 2016. Die Zustelldienste verdienten weniger pro Paket.

Die Kunden haben hohe Ansprüche an eine zeitnahe Lieferung bis an die Haustür - kosten soll diese aber möglichst wenig, oder besser gar nichts. „Den erweiterten und verbesserten Leistungen der KEP-Dienstleister, etwa im Netzausbau und in der innovativen

Zustellung, steht nach unserer Auffassung keine adäquate Zahlungsbereitschaft der Kunden gegenüber”, schreiben die Autoren. Schon lange fordern Zusteller wie Hermes und Co. Zusatzgebühren für die Zustellung direkt an die Haustür.

Doch die Großkunden, allen voran der Online-Handelsriese Amazon, sind daran interessiert, die Preise niedrig zu halten. Zudem verschärft Amazon mit dem Aufbau eines eigenen Zustelldiensts auch in Deutschland die Konkurrenz auf dem ohnehin schon umkämpften Markt.

Das bekam selbst der Marktführer DHL zu spüren. Über 1,3 Milliarden Pakete stellte der Konzern im vergangenen Jahr zu, fast 100 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Dennoch gab DHL vor einigen Wochen eine Gewinnwarnung heraus und trennte sich von Jürgen Gerdes, der jahrelang das Brief- und Paketgeschäft verantwortet hatte.

(dpa)

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