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Ministerpräsident Volker Bouffier reist als Vertreter Hessens am Mittwoch nach Berlin: Opel in prekärer Lage

Von Der Autobauer Opel begrüßt den Vorstoß der beiden Bundesministerien zu einem „Diesel-Gipfel“. Welcher Manager das Opel-Fähnlein in Berlin schwingen wird, wollen die Rüsselsheimer allerdings nicht öffentlich machen. Sie sind aber definitiv mit von der Partei, versichern sie.
„Das Motorenangebot“ wird  der Opel Zafira in einem Werbeprospekt beworben. Der Autobauer Opel soll die Abgaswerte seines  Zafira 1.6 mit  Abschalteinrichtungen manipuliert haben. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) „Das Motorenangebot“ wird der Opel Zafira in einem Werbeprospekt beworben. Der Autobauer Opel soll die Abgaswerte seines Zafira 1.6 mit Abschalteinrichtungen manipuliert haben.
Frankfurt. 

Der neu entflammte Diesel-Skandal trifft Opel in einer höchst prekären Lage. Der Automobilproduzent aus dem hessischen Rüsselsheim ist seit Monaten intensiv mit den Planungen für die verabredete Fusion mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) beschäftigt, der bis zum Jahresende gestemmt sein soll. Damit ist die Führungsmannschaft der Opelaner neben dem Alltagsgeschäft – Autos entwickeln und verkaufen – mehr als ausgelastet.

Nun wird dem Management Präsenz und eine kluge Strategie bei der Aufarbeitung des hoch emotionalen Diesel-Betrugsthemas abverlangt. Das kostet Zeit und zusätzlichen Management-Aufwand.

Nachbesserungen

Auf Einladung der Bundesministerien für Verkehr und Umwelt treffen sich am Mittwoch die deutschen Autobosse mit Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Vertretern der Bundesländer in der Hauptstadt zum „Diesel-Gipfel“. Als Teilnehmer Hessens reist Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nach Berlin. Hessen hat nicht nur die Interessen der Opelaner im Stammwerk Rüsselsheim zu vertreten, sondern muss auch Situation im VW-Werk in Baunatal im Blick behalten.

Die Teilnehmer des nationalen Krisengipfels wollen über Nachbesserungen bei der Abgasreinigung von Diesel-Autos sprechen. Die Industrie hat bisher nur Software-Updates angeboten. Die Bundesregierung hat gestern noch um eine einheitliche Position gerungen.

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Opel spielt im bisherigen Diesel-Skandal nur eine kleine Nebenrolle. Die Hauptbeschuldigten sind Volkswagen, Audi und Porsche und nach den jüngsten Enthüllungen über die mögliche Bildung eines Auto-Kartells auch der Daimler-Konzern mit seiner Marke Mercedes und BMW. Die Marke mit dem Blitz, die hauptsächlich im Segment der Kleinwagen und Kompaktautos vertreten ist, ist einzig bei einer Abgas-Messung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auffällig geworden: Unter – nicht ganz koscheren – Bedingungen ist dabei der Opel Zafira mit Dieselmotor mit überhöhten Abgaswerten auf dem Prüfstand aus der Reihe getanzt. Die Opelaner sind als Autohersteller aber nicht nur Zuschauer in dieser Auseinandersetzung. Schließlich geht es im Kern um die Existenz des Dieselmotors und weiter gefasst um das Wohl und Wehe der deutschen Automobilindustrie. Der Anteil der Diesel-Fahrzeuge an den von Opel verkauften Modellen ist nach Aussage eines Sprechers mit rund einem Drittel deutlich geringer als die Diesel-Quote bei Mercedes, Audi oder BMW.

Über konkrete Erwartungen und Zielsetzungen für Mittwoch wollten sich die Rüsselsheimer gestern nicht äußern. Offiziell gab es nur so viel: „Opel fühlt sich weiterhin der Verbesserung der Luftqualität verpflichtet. Wir begrüßen die Initiative der zuständigen Bundesministerien einen Diesel-Gipfel durchzuführen und werden selbstverständlich gerne daran teilnehmen.“

ARCHIV - Ein von der Umweltschutzorganisation aufgestelltes «Verbotsschild für Dieselautos» mit dem Zusatz «Gesundheitsgefahr» steht am 05.10.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg). Blicken Sie noch durch im Diesel-Chaos? Blaue Plakette ja oder nein, mögliche Fahrverbote als Lösung oder als Problem - und über all dem die Frage, ob moderne Motoren wirklich so viel sauberer sind als alte Dreckschleudern. (zu dpa «Fahrverbote, Grauzonen, neue Tests - geht dem Diesel die Luft aus?» vom 16.06.2017) Foto: Lino Marcel Mirgeler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Beim Diesel-Gipfel geht es um den Abgasskandal und die Rechte der Autofahrer Sammelklagen und Kaufanreize

Der Dieselskandal ist längst ein Politikum geworden. Im beginnenden Bundestagswahlkampf ist die Verlockung groß, sich gegenseitig Versäumnisse vorzuwerfen. Das wird vor dem „Diesel-Gipfel“ am Mittwoch deutlich. Für Gesprächsstoff sorgen unter anderem Sammelklagen, mit denen Autofahrer Schadenersatz fordern könnten.

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Ob Opel-Chef Michael Lohscheller selbst an dem Treffen teilnimmt, oder ein anderer Manager aus dem engeren Führungskreis, wollte der Unternehmenssprecher gestern nicht erklären. Denkbar wäre auch, dass Opels Hauptstadt-Repräsentant Benjamin Sokolowski mit am Verhandlungstisch sitzt.

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