Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Betriebsrat hat "gerichtsfeste" Zusagen: Opel schwört Mitarbeiter auf PSA-Übernahme ein

Von Der Autobauer Opel stellt sich neu auf, um für den Zusammenschluss mit dem französischen PSA-Konzern gerüstet zu sein. Der Betriebsrat brachte den Opelanern vom Spitzentreffen mit PSA-Chef Tavares in Berlin eine frohe vorösterliche Botschaft mit.
Das Opel-Flaggschiff Insignia wird in Rüsselsheim gebaut und sichert dem Stammwerk über viele Jahre eine volle Auslastung. Das Opel-Flaggschiff Insignia wird in Rüsselsheim gebaut und sichert dem Stammwerk über viele Jahre eine volle Auslastung.
Rüsselsheim. 

10 000 Opel-Mitarbeiter hatten sich gestern in Rüsselsheim zur Betriebsversammlung eingefunden und lauschten gespannt ihrem Vorstandsboss Karl-Thomas Neumann und Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Was sie zu hören bekamen, bestärkte sie in ihrer Überzeugung, dass die neue Verbindung mit Peugeot Citroen positiv zu werten sei. Die Stimmung bei der Betriebsversammlung war nach Angaben von Betriebsräten gut: „Die Mitarbeiter haben das sehr wohlwollend, teils mit Applaus aufgenommen.“

Alle Kameras auf Wolfgang Schäfer-Klug (Mitte): „Produktzusagen für das Rüsselsheimer Werk“.
Betriebsrat verkündet Job- und Standort-Garantie Opelaner können nach Verkauf an PSA aufatmen

„Eine positive Veranstaltung“, sagen Opel-Mitarbeiter nach der gestrigen Versammlung: Tarifverträge und Auslastungszusagen werden von PSA nicht angefasst, hieß es.

clearing

„Wir sind jetzt besser aufgestellt als mit General Motors“, sagte Schäfer-Klug gestern in Rüsselsheim. „Ich bin nicht ängstlich, was die Zukunft betrifft“, ergänzte der oberste Arbeitnehmervertreter, der für insgesamt 38 000 Opelaner in ganz Europa spricht.

Auch das von PSA-Chef Tavares genannte Kostensenkungsziel von 1,7 Milliarden Euro schreckt den Betriebsrat nicht. Die Autoindustrie sei ohnehin gezwungen, über mehr einheitliche Bauteile und Fahrzeugplattformen Kosten zu senken. Personalabbau könne auf längere Sicht wie bei Volkswagen auch durch die Umstellung auf Elektroautos notwendig werden, dann müssten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. „Vermeintlichen Experten“, die Opel einen Stellenabbau in großem Stil und mittelfristig die Schließung der Standorte Eisenach und Kaiserslautern vorausgesagt haben, hielt Schäfer-Klug vor, „Voodoo-Ökonomie“ zu betreiben. „Es gibt keinen Grund zur Panik.“ Die Milliarden-Einsparungen, die der PSA-Chef anstrebt, schrecken ihn nicht: „2,2 Milliarden zu zahlen, um Opel letztlich abzuwickeln, wäre ein denkbar schlechtes Geschäft.“

Vom Spitzentreffen in Berlin, an dem am Vortag auf Einladung von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries PSA-Konzernchef Carlos Tavares teilgenommen hatte, brachte Schäfer-Klug die Zusage mit ins Stammwerk nach Rüsselsheim, dass sämtliche arbeitsrechtliche Pflichten der derzeitigen Gesellschaften und die Tarifverträge „im neuen Opel“ übernommen werden. Damit bleibt auch die Jobgarantie bis 2018 bestehen.

Es gibt genug Arbeit

Zudem bleiben alle Produktzusagen auch unter dem PSA-Dach bestehen, so der Arbeitnehmervertreter. Das heißt konkret, das Werk in Rüsselsheim baut das Flaggschiff Insignia und Derivate für die GM-Marken Buick und Holden für die Exportmärkte. Ende des Jahrzehnts soll ein großer SUV im Stammwerk vom Band rollen. „Dann ist Vollauslastung garantiert“, so Schäfer-Klug.

Auch Eisenach behalte die feste Zusage zur Produktion des neuen Mokka ab 2019. Das sichere den Produktionsstandort in Thüringen. Auch für das Motorenwerk in Kaiserslautern werde es genug Arbeit geben. Und um das Technische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim mit Tausenden von Ingenieuren ist ihm ebenfalls nicht bange.

Die Übernahme durch den Konkurrenten PSA werde in Deutschland als Betriebsübergang eingestuft und nicht nur als Anteilsverkauf. Damit seien die Zusagen an die Arbeitnehmer „gerichtsfest“. Schäfer-Klug wertete dieses Zugeständnis als großen Erfolg für die Belegschaft.

Unter einem Dach

Opel-Chef Neumann hat angekündigt, zur Vorbereitung des Zusammenschlusses alle Opel-Gesellschaften unter einem Dach zusammenzuführen. In einem ersten Schritt werde die Adam Opel AG in eine GmbH überführt.

Schäfer-Klug bemühte das Bild einer Arche, in die alle Opelaner, alle Produkt-, Standort- und Mitbestimmungszusagen eingebracht werden, um sie in den neuen Konzern hinüberzuretten.

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse