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Autoindustrie: Opel spielt die erste Geige im Peugeot-Konzern

Von Die Opel-Übernahme gibt dem französischen Automobilkonzern PSA einen kräftigen Schub. Der neue Mutterkonzern der Rüsselsheimer ist als Nummer zwei in Europa allerdings noch meilenweit von Marktführer Volkswagen entfernt.
Der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares (links) mit Opel-Chef Michael Lohscheller im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt Foto: Arne Dedert (dpa) Der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares (links) mit Opel-Chef Michael Lohscheller im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt
Frankfurt/Paris. 

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen hat dank der Übernahme von Opel/Vauxhall den Erzrivalen Renault (mit Dacia und Lada) überholt und ist die neue Nummer zwei auf dem europäischen Automobilmarkt. Vom Volkswagen-Konzern als unangefochtenem Marktführer in der EU sind die Franzosen aber noch meilenweit entfernt.

In den ersten neun Monaten lieferte die PSA-Gruppe nach Daten des Branchenverbandes ACEA in der EU rund 1,3 Millionen Fahrzeuge aus, dank Opels Absatz von rund 144 000 Fahrzeugen ein Zuwachs um fast 16 Prozent. Europas Marktführer Volkswagen kam im gleichen Zeitraum bei geringerem Wachstum auf mehr als 2,7 Millionen Fahrzeuge.

Die Rüsselsheimer spielen im Schoß der neuen Muttergesellschaft allerdings die erste Geige. Das war unter dem Dach des US-Autoriesen General Motors (GM) ganz anders. Da kamen die Rüsselsheimer unter ferner liefen. Im neuen Konzernverbund hat Opel die Nase vorn. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland sowieso. Aber auch innerhalb der EU-Länder verkauft sich die Marke mit dem Blitz besser als die neuen Konzernschwestern Peugeot und Citroen. Für den Monat September hat ACEA für Opel knapp 91 000 Neuzulassungen registriert. Die Peugeot-Modelle fanden gut 75 000 Käufer, die von Citroen knapp 45 000. Die Citroen-Abspaltung DS brachte es als Nischenanbieter auf gut 4600 Fahrzeuge.

Die gesamte PSA-Gruppe hat inzwischen EU-weit einen Marktanteil von 15 Prozent. Die VW-Gruppe führt die Tabelle mit 23 Prozent an. BMW und Mini kommen auf 7,6 Prozent, Mercedes und Smart auf knapp sieben Prozent.

Unruhe in Rüsselsheim

Die Übernahme von Opel verschafft der PSA-Gruppe einen kräftigen Umsatzsprung. Die Erlöse der Gruppe kletterten im dritten Quartal um fast ein Drittel auf 15 Milliarden Euro. Opel steuerte dazu in den beiden Monaten August und September knapp 2,8 Milliarden Euro bei, wie PSA mitteilte. Die Gruppe kombiniere jetzt starkes Wachstum mit Preis- und Kostendisziplin, sagte Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon. Dies sei der Schlüssel, um in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten zu bestehen. Bei der chronisch Verluste schreibenden Tochter Opel und deren britischer Schwester Vauxhall liege noch viel Arbeit für die Franzosen. PSA-Chef Carlos Tavares hatte erst jüngst für Unruhe in Rüsselsheim gesorgt, als er Opel Ineffizienz vorwarf. Viele Probleme bei der Tochter rührten daher, dass die Abläufe überdimensioniert seien und zu viel Energie verbrauchten.

Dies hatte den Betriebsrat auf den Plan gerufen, der die Probleme in den Vorgaben des früheren Mutterkonzerns General Motors sieht. Tavares hat dem neuen Opel-Management unter Vorstandschef Michael Lohscheller eine 100-Tage-Frist gesetzt, die Anfang November ausläuft. Bis dahin soll Opel einen Plan vorlegen, um die PSA-Tochter profitabel zu machen. In Rüsselsheim wird befürchtet, dass unter Peugeot langfristig Tausende Arbeitsplätze wegfallen werden.

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