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Luftverkehr: Passagiere müssen mehr fürs Flugticket der Lufthansa zahlen

Im turbulenten Luftverkehrsjahr 2018 bleibt die Lufthansa auf Kurs. Streiks, schlechtes Wetter, teurer Sprit und der schwierige Umbau der Tochter Eurowings können dem Kranich nichts anhaben. Passagiere mussten aber mehr für Tickets zahlen.
Die Zahlen der Lufthansa sehen sehr ordentlich aus. Der Aktienkurs machte nach Bekanntgabe der Zahlen spontan einen Satz nach oben. Foto: Axel Heimken (dpa) Die Zahlen der Lufthansa sehen sehr ordentlich aus. Der Aktienkurs machte nach Bekanntgabe der Zahlen spontan einen Satz nach oben.
Frankfurt. 

Die Lufthansa bleibt trotz zunehmenden Gegenwinds auf Gewinnkurs. Weil die Fluggesellschaft bei den Kunden im ersten Halbjahr höhere Ticketpreise durchsetzen konnte, hat Europas größter Luftverkehrskonzern höhere Kerosinpreise, schlechtes Wetter, Lotsenstreiks und die schwierige Übernahme der Air-Berlin-Flugzeuge verkraftet.

Aktienkurs steigt

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) für das zweite Quartal lag mit 982 Millionen Euro gut drei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich hat Lufthansa nach sechs Monaten mit 677 Millionen Euro sogar etwas mehr (plus 0,7 Prozent) verdient als ein Jahr zuvor. Für das laufende Jahr hält Vorstandschef Carsten Spohr an der Prognose fest, dass der operative Gewinn nur leicht hinter den fast 3 Milliarden Euro aus dem Rekordjahr 2017 zurückbleiben wird. Die Börse reagierte zunächst mit starken Kursgewinnen auf die Zahlen. Lufthansa-Aktien stiegen um rund sieben Prozent.

Die Eingliederung von Geschäftsteilen und Flugzeugen der pleite gegangenen Rivalin Air Berlin macht der Billigtochter Eurowings zu schaffen. Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson bezifferte die einmaligen Integrationskosten auf rund 170 Millionen Euro in diesem Jahr. Ende September sollen endlich sämtliche von Air Berlin übernommenen Jets bei der Tochter Eurowings integriert sein. Im ersten Halbjahr lag der operative Verlust der Airline bei 199 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr erwartet das Management rote Zahlen. 2019 soll die Gesellschaft wieder profitabel sein.

Im Konzern sind die Durchschnittserlöse pro Ticket im ersten Halbjahr bei einem deutlich ausgebauten Angebot um 1,3 Prozent gestiegen. Am stärksten war dabei laut Svensson die Verkehrsregion über dem Nordatlantik. Für das zweite Halbjahr erwartet das Unternehmen stabile Erlöse. Die zusätzlichen Einnahmen halfen dabei, die stark gestiegene Kerosinrechnung zu begleichen, die 2018 rund 6 Milliarden Euro betragen soll, rund 850 Millionen mehr als im Vorjahr.

Ebenfalls negativ ins Kontor schlugen Engpässe und Streiks bei europäischen Flugsicherungen sowie ungewöhnlich viele Wetterstörungen im ersten Halbjahr. Svensson bezifferte die zusätzlichen Kosten inklusive der Passagier-Entschädigungen auf 70 bis 80 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr erzielte der Lufthansa-Konzern einen Umsatz von 16,9 Milliarden Euro. Bereinigt um eine veränderte Rechnungslegung entspricht dies einem Anstieg von rund 5 Prozent.

Der Fall Alitalia

Weitere Übernahmen anderer Fluggesellschaften sind derzeit nicht in Sicht. Im Fall der Alitalia sei die italienische Regierung am Zug, sagte Svensson. Lufthansa habe in ihrem Konzept eine sehr viel kleinere Gesellschaft auf einer ganz anderen Kostenbasis vorgeschlagen. Zuletzt hatte die neue Regierung im Rom betont, die Mehrheit in italienischer Hand halten und möglichst viele Jobs sichern zu wollen. Auch der deutsche-britische Reisekonzern Thomas Cook scheint nicht gewillt, seine Flugzeugsparte mit der deutschen Marke Condor abzugeben. Man habe dazu keine Pläne, erklärte der Vorstandschef Peter Fankhauser. dpa

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