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Inflationsrate schießt zum Jahresende auf 1,9 Prozent: Preisschock im Dezember

Man hat sich daran gewöhnt, dass der Einkauf kaum noch teurer wird. Lange dümpelte die Inflationsrate nahe der Nulllinie. Das ändert sich nun. Im Dezember machte die Teuerungsrate schon einen kräftigen Sprung.
Die Heizölpreise ziehen spürbar an. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild) Die Heizölpreise ziehen spürbar an.
Wiesbaden. 

Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Im Dezember machte die Teuerungsrate einen überraschend kräftigen Sprung. Zum Jahresende lag die jährliche Teuerungsrate bei 1,7 Prozent nach jeweils 0,8 Prozent im Oktober und November. Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 2013.

Die Wende ist vollzogen. Die Preisentwicklung zeigt 2017 nur nach oben. Bild-Zoom
Die Wende ist vollzogen. Die Preisentwicklung zeigt 2017 nur nach oben.

Hauptgrund dafür: Erstmals seit Herbst 2013 mussten Verbraucher für Tanken und Heizen wieder tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahresmonat. Energie war im Dezember 2016 um 2,5 Prozent teuer als vor Jahresfrist, als Sprit und Heizöl zeitweise extrem günstig waren. Im Jahresverlauf 2016 hatte die Preisentwicklung bei Energie die Verbraucherpreise in Schach gehalten. Teurer als vor einem Jahr waren im Dezember auch Nahrungsmittel (plus 2,5 Prozent) und Wohnungsmieten (plus 1,5 Prozent).

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Für das Gesamtjahr 2016 errechnete das Statistische Bundesamt eine durchschnittliche Inflationsrate von moderaten 0,5 Prozent, wie die Wiesbadener Behörde am Dienstag mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Teuerungsrate bei 0,3 Prozent gelegen – so niedrig wie im Jahr der Wirtschaftskrise 2009. Die Europäischen Zentralbank (EZB), die für die Geldwertstabilität verantwortlich ist, strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil dieses Ziel seit Jahren verfehlt wird, versucht die EZB mit viel billigem Geld nachzuhelfen und die Preise nach oben zu treiben. Das wiederum finden Konsumenten und Sparer nicht gut. Denn höhere Preise schmälern das verfügbare Einkommen. Obendrein frisst eine höhere Inflationsrate angesichts der aktuellen Mini-Zinsen das Ersparte auf.

Signal zum Ausstieg

Nach dem doch unerwartet starken Anstieg der Inflationsrate auf 1,7 Prozent hat der Chef des Ifo-Instituts Clemens Fuest von der EZB ein Umdenken verlangt. „Dieser Inflationssprung ist ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB“, sagte Fuest der „F.A.Z.“. „Wenn diese Zahlen sich für die Eurozone insgesamt bestätigen, sollte die EZB das Anleihekaufprogramm im März 2017 beenden“, forderte er. Für eine Fortsetzung der Käufe gebe es dann keine Rechtfertigung mehr. Die EZB-Spitze um Mario Draghi hatte im Dezember beschlossen, die Geldflut durch monatliche Anleihekäufe von derzeit 80 Milliarden Euro ab April 2017 mit einem 60-Milliarden-Volumen fortzusetzen.

(dpa,rtr)
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