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SAP-Geschäft mit Mietsoftware boomt

SAP steckt mitten in einem tiefen Umbau – statt Software-Lizenzen zu verkaufen, werden mehr und mehr Programme zur Miete angeboten. Inzwischen trägt die Strategie Früchte. Doch nicht überall auf der Welt läuft es rund.
Luka Mucic Foto: Uwe Anspach (dpa) Luka Mucic
Walldorf. 

Der Umbau des Softwaregeschäfts bei SAP schreitet voran. Der Umsatzanteil der zur Miete angeboten Software und mit ihr verbundener Dienstleistungen (Cloud-Geschäft) stieg im dritten Quartal weiter, wie der Konzern gestern mitteilte. Jedoch legte der Softwarekonzern auch in seinem klassischen Geschäft mit Softwarelizenzen wieder deutlicher zu. Die Walldorfer setzen zunehmend auf Software, die zur Miete angeboten wird.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die SAP-Aktie legte 5,35 Prozent zu. SAP konnte die Erlöse in dem neuen Geschäftsfeld auch dank der Übernahmen im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen mehr als verdoppeln.

SAP hatte den Anbieter von Software zur Reisekostenabrechnung Concur und die Firma Fieldglass übernommen, die Software zum Management von Leiharbeitern entwickelt. Die Umsätze von Concur schlagen sich erst seit Dezember in der Bilanz nieder. Deshalb fällt das Wachstum im Cloud-Geschäft in diesem Jahr so stark aus. Wie der Konzern aus eigener Kraft in seinem neuen Geschäftsfeld wächst, dürfte sich dann erst im kommenden Jahr zeigen.

19 Prozent im Plus

Alles in allem schaffte SAP im dritten Quartal ein Plus bei den Cloud- und Softwareerlösen von 19 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro. Laut Finanzvorstand Luka Mucic stammte das Wachstum vor allem aus den „etablierten Märkten“ – in den Schwellenländern zeigen sich dagegen offenbar Probleme. „Wir erwarten in diesen Märkten aber weiterhin eine hohe Volatilität“, sagte Mucic.

Das Betriebsergebnis legte um fünf Prozent auf 1,21 Milliarden Euro zu. Sondereffekte herausgerechnet, verbuchte SAP ein Plus beim Gewinn von 19 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Die Differenz kommt zustande, da der Softwarekonzern die Zahl für seine interne Planung beispielsweise um Kosten für Übernahmen, aber auch Umstrukturierungskosten bereinigt.

Diese fallen in diesem Jahr an, weil SAP im Zuge des Umbaus seines Geschäftsmodells weltweit Stellen streicht. Nach dem ursprünglichen Plan sollen etwa drei Prozent oder rund 2000 der weltweit 74 000 Beschäftigten im Laufe des Jahres auf eine neue Stelle wechseln oder ab einem bestimmten Alter mit einer Abfindung zum Gehen bewegt werden. Das Freiwilligenprogramm kam allerdings besser an als gedacht. Einem Sprecher zufolge wurde das Programm von gut vier Prozent der Mitarbeiter angenommen. Da in anderen Bereichen Stellen aufgebaut werden, will SAP Ende 2015 aber wieder mehr Mitarbeiter haben als ein Jahr zuvor.

Wie hoch die Kosten für die Abfindungen im dritten Quartal ausfielen, will SAP erst am 20. Oktober bekanntgeben. Dann veröffentlicht der Konzern seinen endgültigen Quartalsbericht. An seinen Erwartungen für das Gesamtjahr 2015 hielt SAP trotz der guten Entwicklung im dritten Quartal weiter fest.

(dpa)
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