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Flixbus: Sieger im Konkurrenzkampf auf den Straßen

Der Marktführer am deutschen Fernbusmarkt, Flixbus, ist gestern fünf Jahre alt geworden. Wie die Erfolgsgeschichte begann.
Flixbusse fahren auch vom Frankfurter Hauptbahnhof. Foto: Christoph Schmidt (dpa) Flixbusse fahren auch vom Frankfurter Hauptbahnhof.
München. 

Sie sind nicht zu übersehen, weder in den deutschen Innenstädten noch auf der Autobahn: die grünen Busse von Flixbus, Sieger eines harten Überlebenskampfes in einem aufstrebenden Markt. Was mit vier Linien in Süddeutschland begann, ist heute ein europaweites Netzwerk mit mehr als 1400 Zielen in 26 Ländern.

Wer heute über Fernbusse spricht, der spricht über Flixbus, kontrolliert das von drei Freunden in München gegründete Unternehmen laut einer Analyse des Iges Instituts doch mittlerweile 94 Prozent des Marktes. Vergangenes Jahr schrieb es nach Angaben des Gründers und Geschäftsführers André Schwämmlein das erste Mal schwarze Zahlen. Doch bis dahin war es ein Kampf um Alles oder Nichts, wie sich Schwämmlein erinnert.

Startschuss war der Jahresbeginn 2013, als der Fernverkehr liberalisiert wurde. „Wir waren schneller im Markt als die Konkurrenz und haben auch sehr früh auf ein deutschlandweites Netz gesetzt“, sagt Schwämmlein. Das war der Vorteil des damals noch unter blauer Farbe operierenden Startups gegenüber Mitbewerbern.

Harter Preiswettbewerb

Was folgte, war ein mörderischer Preiskampf, der viel Kapital verbrannte – sehr zur Freude der Kunden. Die konnten in der Anfangszeit nämlich noch für einen Euro beispielsweise von München nach Köln fahren. Wichtigste Zielgruppe waren damals Studenten, die zwar ein großes Reisebedürfnis und Zeit, aber nicht viel Geld hatten.

Das Farbspektrum der Busse wurde in den Folgejahren immer enger. Die weißblauen Busse von city2city und Berlin-LinienBus rollen nicht mehr, die blauen Megabusse und die gelben Postbusse übernahm Flixbus; ebenso die grünen Busse von Mein-Fernbus, deren Farben nun alle Flixbusse tragen.

Wobei davon nur ein einziger wirklich Flixbus gehört – aus Lizenzgründen. Der Rest der Flotte gehört den rund 300 mittelständischen Firmen, mit denen Flixbus kooperiert. Sie beschäftigen derzeit rund 7000 Fahrer, schätzt Schwämmlein. Flixbus selbst ist nämlich mehr ein Technologiekonzern und Reisevermittler denn ein traditionelles Busunternehmen. Die Münchner betreiben mit rund tausend Mitarbeitern das Buchungssystem, die Smartphone-App und organisieren die Linien.

Insgesamt hundert Millionen Gäste buchten in den vergangenen fünf Jahren eine Fahrt bei ihnen, erzählt Schwämmlein stolz. Vorwürfe, seine Firma sei mittlerweile ein Monopolist, lässt der 37-Jährige nicht gelten: „Der Fernbus konkurriert mit Auto, Bahn und Flugzeug.“ Und in diesem Wettbewerb der Verkehrsmittel hinke er noch zurück: „Bislang denken nicht alle Menschen beim Reisen an den Fernbus als Alternative.“ Das wolle er ändern.

Die günstigen Preise will Schwämmlein so lange wie möglich erhalten. Stattdessen sollen die Busse voller werden. Helfen sollen dabei auch kostenlose Filme, über deren Einführung Schwämmlein dieses Jahr entscheiden will.

Auch könne er sich vorstellen, für neue Dienstleistungen Geld zu verlangen, wie etwa bei der gerade auf einigen Strecken getesteten Sitzplatzreservierung. Wachsen will Flixbus außerdem, indem es in die USA expandiert. 50 der grünen Busse sollen demnächst die Westküste entlangkurven. Und schließlich verhandelt Flixbus derzeit mit Fluggesellschaften über gemeinsame Tickets: Mit dem Fernbus zum Flughafen und ab da mit dem Flieger in die Welt.

Auch Zug im Angebot

Neben all diesen Plänen sollen auch die bestehenden Operationen weitergeführt werden. So betreibt die Firma einen Zug zwischen Stuttgart und Berlin. Und das europäische Busliniennetz will Flixbus weiter verdichten. Das habe auch positiven Einfluss auf die Gesellschaft – denn mit dem Fernbus könnten Menschen andere Länder bereisen, die sich das vorher nicht hätten leisten können. „So leisten wir unseren Teil, dass Europa weiter zusammenwächst.“

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