Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 26°C

Airport Frankfurt: Streit um Ryanair geht weiter

Wie viele Starts und Landungen kann Frankfurts Flughafen bewältigen? Darüber streiten Betreiber Fraport und die Airlines. Die wollen lieber unter sich bleiben, als Platz für einen unbequemen Konkurrenten zu schaffen.
Ryanair auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler Ryanair auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler
Frankfurt. 

Am Frankfurter Flughafen sollen ab Ende Oktober noch mehr Flieger starten und landen dürfen als bislang. Mehrere Fluggesellschaften mit Lufthansa an der Spitze haben am Freitag die entsprechende Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium scharf kritisiert. Noch mehr Flüge pro Stunde gefährdeten zum jetzigen Zeitpunkt die Stabilität des laufenden Betriebs. Ab dem Winterflugplan 2017/2018 sollen am größten deutschen Flughafen pro Stunde 104 statt bislang 100 Starts und Landungen möglich sein.

Mit einer durchschnittlichen Pünktlichkeit von 80 Prozent biete Frankfurt als Umsteigeflughafen ohnehin schon eine miserable Performance, erklärte Condor-Chef Ralf Teckentrup. Lufthansa und die Vereinigung ausländischer Airlines (Barig) verlangten zunächst Verbesserungen bei der Infrastruktur. Grundsätzlich sei man für eine Ausweitung der Kapazität.

Die Erhöhung des Eckwerts werde sich „faktisch maßgeschneidert vorteilhaft auf den Flugplan einer einzelnen Airline auswirken“, kritisierte Teckentrup. Er meint damit den Billigflieger Ryanair, der seine Flotte in Frankfurt zum Herbst von derzeit zwei auf sieben Flugzeuge ausbauen will. Dabei soll das Angebot der Iren von vier Verbindungen auf 24 wachsen – viele in direkter Konkurrenz zu bereits bestehenden Verbindungen der etablierten Airlines. Die Iren benötigen für ihren hochfrequenten Betrieb zahlreiche Zeitfenster (Slots) für Starts und Landungen. Um Billigairlines wie Ryanair nach Frankfurt zu locken, hatte Fraport zu Jahresbeginn ein neues Rabattsystem für zusätzliche Passagiere eingeführt, von dem sich die in Frankfurt etablierten Airlines wie Condor benachteiligt sehen.

Fraport verteidigte gestern die von ihr beantragte Erweiterung, die vom hessischen Verkehrsministerium und von der Deutschen Flugsicherung unterstützt worden sei. In Sachen Pünktlichkeit bewege man sich unter den Top-Flughäfen weltweit und habe im vergangenen Jahr vor Madrid, Amsterdam, Paris und London gelegen. Eine künstliche Verknappung der Kapazitäten trotz vorliegender Voraussetzungen würde das Wachstum des Flughafens bremsen, betonte ein Sprecher. Die zusätzlichen Slots würden im Übrigen vom Flughafenkoordinator der Bundesrepublik nach einem europäischen Regelwerk vergeben.

Übergangslösung

Die Obergrenze für Flugbewegungen an einem Flughafen hängt nicht nur von der Infrastruktur am Boden ab, sondern muss auch auf die Leistungsfähigkeit der Flugsicherheit abgestimmt sein. Für das Frankfurter Flughafensystem mit vier Bahnen ist laut Planfeststellung eine Obergrenze von 126 Starts und Landungen in der Stunde möglich. Sie soll schrittweise erreicht werden. Dazu baut Fraport gerade ein drittes Passagier-Terminal im Süden des Flughafen-Areals.

Das wird aber erst 2023 fertiggestellt sein. Deshalb will Fraport für den erhofften Ansturm von Billigfliegern in Frankfurt im Süden des Flughafens einen einzelnen, selbstständigen Flugsteig bauen, der schon 2019 betriebsbereit sein soll. Die Prozesse dort wären zwar stärker auf Low-Cost ausgerichtet, damit deren Flieger schnell wieder in die Luft kämen. Aber dieser Pier könnte von jeder Airline genutzt werden, auch für den Umsteigeverkehr, wie der Flughafen-Betreiber betont. Hintergrund: Laut Planfeststellung gilt die Genehmigung für die Flughafen-Erweiterung nur dann, wenn der Ausbau dazu dient, die Funktion als Luftverkehrsdrehscheibe zu verbessern. Dazu müsste der Flugsteig aber an das Personenbeförderungssystem „Skyline“ und an die Gepäckförderanlage angebunden werden. Was wiederum nicht möglich ist, solange das Terminal 3 nicht steht. Als Zwischenlösung plant Fraport deshalb Bustransfers für Passagiere vom Norden in den Süden und umgekehrt. Das Umsteigergepäck würde ebenfalls mit Fahrzeugen übers Flughafenareal transportiert.

(dpa,pan)
Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse