Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Automobilbranche: Stromer bleiben Ladenhüter

Von Der deutsche Automarkt brummt. Immer mehr Menschen finden Gefallen daran, sich einen Neuwagen zu kaufen. Doch das Interesse an der Kaufprämie für Elektroautos bleibt sehr gering.
Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will mit dem neuen Ampera-e Elektroautos massentauglich machen. Foto: Uli Deck (dpa) Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will mit dem neuen Ampera-e Elektroautos massentauglich machen.
Frankfurt. 

Seit dem Start Anfang Juli sind 4451 Anträge für die Elektro-Kaufprämie beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn eingegangen. In der gleichen Zeit wurden in Deutschland 821 000 Fahrzeuge neu zugelassen. Damit erreichen die von Staat und Autoindustrie „fifty:fifty“ geförderten Stromer gerade einen Anteil von 0,5 Prozent. Anders ausgedrückt: Jeder 200. Neuwagen in Deutschland wird elektrisch angetrieben.

Damit bleiben die Stromer zwar weiterhin Ladenhüter. Doch ein Blick in die Messehallen des Pariser Autosalons, der noch bis zum 16. Oktober seine Tore geöffnet hat, zeigt, dass es für die Branche wohl keine Zukunft ohne alternative Antriebe geben wird.

Die dort präsentierten Premieren und Studien machen klar, wohin der Hase läuft. Die Autohersteller sind angesichts immer strengerer Umweltvorschriften für den Ausstoß von Stick- und Kohlendioxid gezwungen, saubere Autos herzustellen. Daher arbeiten alle großen Marken intensiv daran, die batteriebetriebenen Fahrzeuge massentauglich zu machen.

Klassenprimus Ampera-e

Auf einem guten Weg ist Opel. Mit dem neuen Ampera-e sorgt der Rüsselsheimer Hersteller unterm Eiffelturm für Furore. Denn der Stromer, der von Opels US-Schwester Chevrolet unter dem Modellnamen Bolt entwickelt wurde, ist mit einer Batteriereichweite von 500 Kilometer in seinem Segment der Klassenprimus. Der BMW i3 schafft 300, der Nissan Leaf 250, der Renault Zoe 240 und der e-Golf 190 Kilometer. Abzüglich der Kaufprämie von 4000 Euro dürfte der Ampera-e rund 35 000 Euro kosten. Er soll im Frühjahr 2017 in den Handel kommen. Vorstandschef Karl-Thomas Neumann schwärmt: „Opel demokratisiert mit dem Ampera-e das Elektroauto.“

Bisheriger Favorit der Antragsteller beim Eschborner Bafa ist der Renault Zoe mit insgesamt 876 Bestellungen, gefolgt vom BMW i3 (766) und dem Audi A3 (462).

Für reinrassige Batterie-Elektrofahrzeuge sind beim Bafa bisher 2650 Anträge eingegangen, für Plug-in-Hybride 1801. Plug-in-Hybridautos sind eine besondere Spezies. Sie sollen die Welten von Verbrennungs- und Elektroantrieb verbinden. Kurze Strecken können sie mit Strom aus der Steckdose zurücklegen. Wenn der Speicher erschöpft ist, springt ein Benzin- oder Dieselmotor an.

Die Prämie gilt rückwirkend für Elektroautos, die seit dem 18. Mai gekauft wurden. Für reine Elektroautos gibt es 4000 Euro Prämie, für Hybrid-Fahrzeuge 3000 Euro.

Zu Herbstbeginn hat der deutsche Automarkt einen kräftigen Schub bekommen. Auch im September waren die privaten Halter die treibende Kraft. Ihre Pkw-Neuzulassungen wuchsen gegenüber dem Vorjahresmonat um 22 Prozent. Der Gesamtabsatz legte um 9,4 Prozent auf 298 000 Pkw zu. Von Januar bis September erreichte der Privatmarkt mit insgesamt rund 898 000 Zulassungen ein Plus von fast acht Prozent. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, sprach von einem sehr erfreulichen Jahresverlauf. „Für das Gesamtjahr zeichnet sich mit 3,3 Millionen Neuwagen der höchste Pkw-Absatz seit sieben Jahren ab“, stellte er fest.

VW bleibt Marktführer

Nach neun Monaten hat VW zwar die Marktführerschaft in der Heimat behauptet. Doch die Wolfsburger Marke leidet schwer unter der Diesel-Affäre, die vor einem Jahr begann, und verliert Monat für Monat Marktanteile. Dennoch trägt jeder fünfte Neuwagen hierzulande das VW-Logo. Die großen Gewinner 2016 sind im Premiumsegment Mercedes und Audi, unter den Volumenherstellern sind es Renault, Opel und Ford. Zu den wenigen Verlieren zählt neben VW auch deren spanische Tochter Seat. Unterdurchschnittlich läuft der Absatz bei Peugeot, Hyundai und Skoda.

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse