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Studie: „Stromer“ vor dem Durchbruch

Von Elektrische Antriebe werden sich schneller durchsetzen als noch vor kurzer Zeit angenommen. Dies ist ein Ergebnis aus dem jährlichen „Global Automotive Outlook“ des Beratungsunternehmens AlixPartners.
Opel mischt mit dem neuen Modell Ampera-e auf dem Markt der Elektroautos mit. Foto: Uli Deck (dpa) Opel mischt mit dem neuen Modell Ampera-e auf dem Markt der Elektroautos mit.
Frankfurt. 

Die Automobilindustrie hat 2016 weltweit 92 Millionen Autos verkauft und das profitabelste Jahr seit mehr als einer Dekade erlebt. Der Aufwärtstrend wird nach Einschätzung der Autoexperten von AlixPartners in den nächsten Jahren anhalten. Sie kommen in ihrer aktuellen Studie zu der unerwarteten Erkenntnis, dass Hybride und Fahrzeuge mit rein elektrischem Antriebsstrang in Europa bis 2030 voraussichtlich 65 Prozent aller neu verkauften Fahrzeuge ausmachen werden. Damit zeichnet sich heute ab, dass sich elektrische Antriebe schneller durchsetzen werden als noch vor kurzer Zeit angenommen.

Die Elektro-Wende wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen haben. AlixPartners geht davon aus, dass aufgrund der in der Übergangszeit steigenden Marktanteile von Hybrid-Fahrzeugen bis 2030 in Europa rund 25 000 neue Arbeitsplätze in der Automobilindustrie geschaffen werden. Grund hierfür ist die längere Arbeitszeit, die zur Montage der Antriebsstränge von Plug-in-Hybriden benötigt wird – sie liegt mit durchschnittlich neun Stunden um 50 Prozent über dem Wert für traditionelle Verbrennungsmotoren.

Sorge um Arbeitsplätze

Spätestens gegen Ende der nächsten Dekade, wenn das rein elektrisch betriebene Auto voraussichtlich zum Normalfall wird, werden diese neu geschaffenen Arbeitsplätze wieder verschwinden. Ohne einen Ausgleich durch den Aufbau europäischer Fertigungen von Elektrofahrzeug-Komponenten könnte der entsprechende Rückgang sogar sehr deutlich ausfallen. Allein bei den europäischen Autoherstellern – also ohne Zulieferer – könnte die Beschäftigtenzahl in der Montage der Antriebsstränge beträchtlich unter das heutige Niveau von 110 000 gedrückt werden.

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„Eine der größten Herausforderungen der Automobilindustrie ist es weiterhin, die enorme Last der Zukunftsinvestitionen zu stemmen – in elektrische Fahrzeuge, Vernetzung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen“, erklärt Jens Haas, Managing Director bei AlixPartners. Dabei sei es wichtig, auf die richtigen Karten zu setzen, sei es in der Aufteilung der Investitionsbudgets oder in der Auswahl externer Partner.

Europa stagniert

2024 könnte die Zahl der verkauften Fahrzeuge demnach die Marke von 114 Millionen erreichen. Trotz dieser positiven Perspektiven muss die Branche an ihrer Zukunftsfähigkeit arbeiten. Es gibt allerdings auch künftig regionale Unterschiede: Während der globale Automobilmarkt weiterhin von einem robusten Wachstum in China angetrieben wird, ist für Nordamerika eine Abwärtsbewegung zu erwarten. Europa könnte bis 2024 ein moderates Wachstum erreichen, wobei Westeuropa dabei eher stagnieren und Osteuropa die größten Zuwachsraten erzielen wird.

45 Arbeiter für 1000 Autos

Auch in Bezug auf Absatz, Umsatz und Profitabilität ragt das Jahr 2016 heraus: Es war das profitabelste Jahr seit über einem Jahrzehnt. Die Autohersteller haben in den letzten Jahren intensiv an Kostensenkungen durch Effizienzsteigerungen gearbeitet. Die Anzahl der für die Montage von 1000 Fahrzeugen durchschnittlich benötigten Mitarbeiter sank in den vergangenen fünf Jahren auf derzeit rund 45 Mitarbeiter. Nicht zuletzt diese Effizienzsteigerungen haben es den Autobauern erlaubt, allein im letzten Jahr mehr als 180 Milliarden Euro in Investitionen sowie Forschung & Entwicklung zu stecken.

Der größte Teil dieser Investitionen betrifft die vernetzte („connected“), autonome, „shared“ und elektrische Zukunft des Autos. „Diese Investitionen sind die einzig richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen und werden in Zukunft noch weiter steigen müssen“, sagt Automobil-Berater Haas.

Studie von AlixPartners

Die Studie „AlixPartners Global Automotive Outlook 2017“ basiert auf Experten-Interviews und Bilanzanalysen der mehr als 300 bedeutendsten Zuliefer er und Autohersteller.

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