E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 24°C

Gesetz gescheitert: Studie: Inkassounternehmen zocken immer mehr ab

Inkassounternehmen nehmen von Schuldnern immer mehr Geld. Foto: Bodo Marks Inkassounternehmen nehmen von Schuldnern immer mehr Geld.
Berlin. 

Inkassounternehmen verlangen von Schuldnern immer höhere Gebühren. Ein 2013 verabschiedetes Gesetz hat damit eines seiner Kernziele verfehlt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Auftrag des Justizministeriums, über die zuvor die „Bild am Sonntag” berichtete. Das Gesetz sollte die Kosten eigentlich begrenzen.

Die Autoren der Untersuchung schildern eklatante Kostensteigerungen. „So summiert sich eine 30-Euro-Bestellung im Internet bei Nichtzahlung ohne Einrechnung der Mahnkosten des ursprünglichen Gläubigers schon mit dem Erstanschreiben auf 100,20 Euro und verdreifacht sich somit”, heißt es in dem Bericht. „Die Untersuchung hat auch gezeigt, dass das Bedrohungspotenzial, welches durch die Inkassobranche gegenüber den Schuldnern aufgebaut wird, immens ist”, schreiben die Autoren. Sie schlagen unter anderem vor, dass eine Bundesbehörde die zentrale Aufsicht übernehmen sollte.

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick sagte der „Bild am Sonntag”: „Beim Inkasso werden oft genau die Menschen über Gebühr belastet, die bereits wenig Geld haben. Dass hier immer noch Abzocke möglich ist, müssen sich SPD, CDU und CSU zuschreiben lassen.” Es sei jetzt höchste Zeit für eine neue Regelung.

Das Justizministerium teilte auf Anfrage mit, die Untersuchung gebe die Einschätzung der Autoren wider. Eine Sprecherin räumte aber ein, die Studie zeige, „dass das gesetzgeberische Ziel, die Inkassokosten zu senken, nicht erreicht wurde”. Die Vorschläge der Autoren sowie weitere Stellungnahmen sollten nun für die anstehende Neuregelung ausgewertet werden. Die große Koalition hat vereinbart, die Aufsicht über Inkassounternehmen zu verstärken und das Inkassorecht verbraucherfreundlicher zu machen.

(dpa)

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen