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Elektroautos der jungen US-Marke: Tesla hat die Nase vorn

Von Der Siegeszug der Elektroautos lässt weiter auf sich warten. Doch die Nachfrage zieht deutlich an. Obwohl deutsche Hersteller Milliarden in die neue Antriebstechnik investieren, zeigt ihnen ein junges US-Unternehmen wie’s geht.
Dank des Model S ist Tesla neuer Marktführer bei E-Autos in Deutschland. Bilder > Dank des Model S ist Tesla neuer Marktführer bei E-Autos in Deutschland.
Frankfurt. 

Elektroautos sind in Deutschland noch immer wenig gefragt. Die staatliche Kaufprämie für E-Autos bleibt ein Ladenhüter. Aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf sind bislang erst 55 Millionen Euro abgerufen worden. Bis Ende März waren beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn 15 348 Anträge eingegangen, davon 8655 für reine Batterie-Fahrzeuge. Doch die Absatz-Entwicklung der Stromer zeigt eine hohe Dynamik, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Im Monat März wurden in Deutschland 2642 reine Elektroautos neu zugelassen – so viele wie nie zuvor. Demnach wurden rund ein Drittel mehr ausgeliefert als im Februar. Das geht aus der Statistik von Dudenhöffers CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen hervor. Dieser Rekord „ist eine gute Nachricht“, so Dudenhöffer.

Info: Streikdrohung

Dem US-Elektroautobauer Tesla droht ein Streik in Deutschland. Die Antwort des Unternehmens auf die Forderung nach der Aufnahme von Tarifverhandlungen bei der erst kürzlich übernommenen Automatisierungssparte

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Die weniger gute Botschaft laute: Nicht die deutschen Konzerne brächten Bewegung in die Zukunftstechnologie, sondern Unternehmen wie der US-Elektropionier Tesla und die gute alte Post. Der Deutschen Post sei die wohl größte Überraschung gelungen. Mit dem „Street Scooter“, der in Eigenregie bei einem Tochterunternehmen in Aachen gebaut wird, werde den etablierten Autobauern im Land vorgeführt, wie man schnell ein serienreifes Produkt auf den Markt bringen können, das für die Bedürfnisse der Nutzer maßgeschneidert sei. Von diesem Batterie betriebenen Transportfahrzeug der gelben Post-Flotte wurden im bisherigen Jahresverlauf 839 Exemplare in Dienst gestellt. Damit erreicht der Street Scooter einen Marktanteil von sieben Prozent in Deutschland und liegt vor allen VW- wie auch Mercedes-Modellen.

Musk plant Großangriff

Für die heimische Autoindustrie sei es besonders blamabel, wenn es einem US-Start-up wie Tesla gelinge, mehr E-Autos auf die Straße zu bringen, als alle anderen Marken. „Tesla lässt die deutschen Hersteller alt aussehen“, konstatiert der Autoexperte. Mehr als 1000 Tesla-Stromer sind hier zu Lande seit Anfang Januar neu zugelassen worden. Allein im März waren es 670. Damit eroberte Tesla die Spitze und darf sich Marktführer nennen.

Für Dudenhöffer ist das keine Momentaufnahme. Er sieht großes Potenzial in der Modellpalette des Tesla-Gründers Elon Musk. Bisher ist die Marke mit dem Model S, einer Limousine, und dem SUV Model X unterwegs. Beide Fahrzeuge sind im oberen Preissegment angesiedelt. Der eigentliche Angriff von Musk auf die etablierten Marken erfolgt aber erst mit dem massentauglichen Model 3, das Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Tesla plant schon in Kürze mit einem Absatzvolumen von bis zu einer Million weltweit. Der Autoprofessor aus Duisburg ist überzeugt: „Wenn die Auslieferung klappt und die deutschen Tesla-Stores genügend Ware erhalten, wird Tesla Marktführer bei der Zukunftstechnologie Elektroauto im Autoland Deutschland sein.“

Nur BMW spielt eine Rolle

Die deutsche Hersteller haben derzeit das Nachsehen. In der aktuellen Zulassungsliste für Stromer spielt einzig BMW eine Rolle. Die Münchner haben dank ihrer Elektro-Modellreihe mit dem kleinen i3 und dem sportlichen i8 einen „Fuß in der Tür“. Bis Ende März rollten 1110 Fahrzeuge der i-Reihe zum Kunden. Im März kam BMW damit auf einen Marktanteil von gut 15 Prozent.

Renault ist die Nummer zwei auf dem deutschen Markt. Die Franzosen haben in 2017 bisher 1308 Stromer verkauft. Im März sind sie aber erstmals hinter Tesla zurückgefallen. Mit dem Renault Zoe kommt jedoch das meist verkaufte Elektroauto in Deutschland aus französischer Produktion.

Opel hofft auf Ampera-e

Die nach wie vor hohen Preise dürften auf absehbare Zeit den Absatz von E-Autos erschweren. Der BMW i3 kostet in der Basisversion rund 35 000 Euro. Der im Sommer von Opel ins Rennen geschickte neue Ampera-e, der bei General Motors in den USA entwickelt wurde und dort als Chevrolet Bolt vorfährt, dürfte nach Expertenschätzung ebenfalls in der Preiskategorie um 35 000 Euro auf den Markt kommen.

Bei der Reichweite vermelden die Autobauer Fortschritte. Während der i3 mit offiziellen 300 Kilometern für Pendler interessant sein dürfte, schafft der neue elektrische Opel nach Werksangaben 500 Kilometer. In der Realität dürfte dies etwa auf eine Fahrstrecke von 360 Kilometer hinauslaufen.

Bleibt als großes Manko die fehlende Infrastruktur an (Schnell-)Ladestationen. Erst ein flächendeckendes Netz, das sich entlang der Autobahnen erstreckt, kann aus den Stromern echte Alternativen für Verbrennungsmotoren machen. Die Bundesregierung hat dazu ein Förderprogramm aufgelegt. Die Stromlieferanten arbeiten mit. Doch der Weg bis zur Massentauglichkeit ist für Elektroautos noch weit. Das einst von Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte Ziel, im Jahr 2020 sollten auf Deutschlands Straßen eine Million E-Autos unterwegs sein, ist in weite Ferne gerückt.

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