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Vermittler von Event-Vergünstigungen: „Ticketsprinter“: Exklusive Rabatte auf Karten für Bundesligaspiele

Die junge Frankfurter Firma „Ticketsprinter“ bietet Eintrittskarten zu Rabattpreisen an – exklusiv für Unternehmens-Mitarbeiter. Das Online-Unternehmen hat damit großen Erfolg und konnte seinen Jahresumsatz zuletzt kräftig steigern.
Jascha Sombrutzki, einer der Gründer von „Ticketsprinter“. Jascha Sombrutzki, einer der Gründer von „Ticketsprinter“.
Frankfurt. 

„Exklusive Angebote in 972 Städten mit bis zu 87 Prozent Rabatt“ – damit wirbt die Ticketsprinter GmbH auf ihrer Internetseite mitarbeiteraktionen.de. Dort gibt es Rabatte auf Eintrittskarten für Konzerte, Musicals, Bundesligaspiele oder sogar Skikurse. Das aber ausschließlich für Mitarbeiter von derzeit 1600 Mitgliedsunternehmen deutschlandweit, bald könnten es weitaus mehr sein. „Es gibt noch extrem viel Luft nach oben“, sagt Jascha Sombrutzki, Mitgründer, Teilhaber und Prokurist bei Ticketprinter.

Der 27-Jährige ist überzeugt: In ein paar Jahren wird das Online-Unternehmen auch international Tickets anbieten und noch weitere Geschäftsbereiche erschließen. Eine Idee könnte zum Beispiel sein, auch Rabatte für Studenten anzubieten. Im Moment freut sich das Gründer-Duo Jascha Sombrutzki und Sandro Henseling (35) über ein kostendeckendes Geschäft. Das war nicht immer so. „In den ersten drei Monaten haben wir gar nichts verdient und im ersten Jahr haben wir uns nichts ausgezahlt“, erinnert sich Sombrutzki. Man lebte bei den Eltern, bei der Freundin, von den Ersparnissen.

Früher im Wohnzimmer

In der Region Frankfurt fingen sie an, für das Unternehmen zu werben und gleichzeitig Rabatte mit örtlichen Veranstaltern auszuhandeln. Das war 2013. Dann kam die Region Stuttgart hinzu. Mittlerweile sorgt ein Algorithmus dafür, dass die Kunden (in dem Fall die Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen) und die Veranstalter zusammenkommen. Zu Beginn führten die Gründer ihre Geschäfte noch von Henselings Wohnzimmer aus, seit November 2014 hat das Unternehmen seinen Sitz in der Berger Straße in Frankfurt-Bornheim und beschäftigt neun feste Mitarbeiter. Früher arbeitete Henseling noch bei der Commerzbank und trug sich mit dem Gedanken, mal fernab vom Bankalltag etwas ganz anderes zu machen. Privat vermietete er sein Wohnzimmer über Airbnb und lernte so bald Sombrutzki kennen, der als Praktikant bei der Privatwohnungsvermittlung in Hamburg war und Interviews von Gastgebern für seine Bachelor-Arbeit machte. Auch mit Sandro Henseling. So lernten sich die beiden kennen. „Irgendwann rief mich Dennis an, weil sie einen Programmierer suchten“, erzählt Sombrutzki.

Dennis war der dritte im Bunde, der mittlerweile ausgestiegen ist. Sombrutzki und Henseling machten alleine weiter, über eineinhalb Jahre saßen sie in dessen Wohnzimmer. „Am Anfang verzichtest du auf ganz viel Zeit“, erinnert sich Sombrutzki. Von morgens sieben Uhr aufstehen bis abends 24 Uhr dauerte manchmal der Einsatz. „Abendschichten im Weihnachtsgeschäft waren an der Tagesordnung und sind es auch immer noch.“

In den drei Monaten vor Weihnachten machen die Rabattverkäufer ein Drittel ihres Jahresumsatzes. Der ist zuletzt kräftig gewachsen. „In den letzten zwei Jahren haben wir jedes Jahr den Umsatz verdoppelt. Nach drei Jahren funktioniert das Geschäftsmodell“, betont Sombrutzki.

Finanzieren können sie sich bei „Ticketsprinter“ über die Provisionen, die sie pro Buchung vom Veranstalter erhalten. Die Rabatte betragen immer mindestens 15 Prozent. Das Versprechen der Ticketsprinter an die Kunden lautet, dass sie immer günstiger sind, als das, was öffentlich verfügbar ist. Schließlich sollen die Mitarbeiter hier einen exklusiven Vorteil haben. Die Angebote werden meist drei bis vier Monate vor Veranstaltungsdatum eingestellt, es sind also keine Last-Minute-Angebote. Ticketsprinter arbeitet auch mit kleineren Freizeitanbietern zusammen, die zum Beispiel sogenannte „Escape-Rooms“ anbieten. Hierbei werden Teams in einen Raum eingesperrt und müssen interaktiv Rätsel lösen, um wieder herauszukommen. „Das Interesse an Live-Veranstaltungen nimmt durch die digitalen Möglichkeiten ab, da wollen wir ein bisschen gegensteuern“, meint Sombrutzki. Die Angebote richten sich hauptsächlich an die Mitarbeiter privat, vor Weihnachten waren diese Team-Events stark nachgefragt.

Auch Lasertag-Spiele seien angesagt. Oder Survival-Wochenenden, Kletterwälder, Hubschrauber-Rundflüge oder Rennwagen-Fahren zum Beispiel auf dem Nürburgring. Bei den Konzerten seien richtig prominente Künstler wie Justin Bieber oft nicht dabei, denn diese füllen die größten Konzerthallen auch ohne Exklusiv-Rabatte. „Wir haben aber auch renommierte Künstler im Programm, manche davon international, die in absehbarer Zeit sehr bekannt werden.“

Zwei Investoren

Seit kurzem sind auch zwei Investoren, sogenannte Business-Angels, bei der Ticketsprinter GmbH eingestiegen, die ihren Namen nicht nennen wollen. Beide kommen aus der Automobilbranche. Sie haben im sechsstelligen Bereich in die junge Firma investiert. „Diese Investitionen sind nötig, um weiter zu wachsen“, meint Sombrutzki. Man arbeite mit 200 bis 300 Veranstaltern zusammen. Das so beizubehalten und auszubauen sei keine leichte Aufgabe. Aber Sombrutzki gibt sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. „Zufriedenheit ist für mich gleichbedeutend mit Stillstand.“

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