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Flughafen Frankfurt: Tuifly bleibt heute am Boden

Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft TuiFly bei der Landung. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft TuiFly bei der Landung. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
Hannover/Berlin. 

Bei den Fluggesellschaften Tuifly und Air Berlin hat sich die Lage zum Wochenende zugespitzt: Wegen Krankmeldungen des Kabinenpersonals stellt der Ferienflieger Tuifly am heutigen Freitag den Flugbetrieb komplett ein. Insgesamt fallen heute 108 Tuifly-Verbindungen aus, wie Tuifly am Donnerstagabend in Hannover mitteilte. Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, habe die Konzernmutter TUI erneut Flugzeuge anderer Airlines gechartert. In den nächsten Tagen sei mit weiteren Annullierungen zu rechnen. Das Unternehmen leidet bereits seit dem Wochenende darunter, dass sich Kabinencrews vom Dienst abmelden. Die Angestellten reagieren damit nach Aussagen von Gewerkschaftern auf die Pläne der Konzernführung, aus Tuifly und Teilen von Air Berlin ein neues Ferienflugunternehmen zu schmieden.

Am Donnerstag mussten von 110 vorgesehenen Flügen 47 ersatzlos gestrichen werden, wie die Airline in Hannover mitteilte. Tausende Passagiere mussten auf ihre Verbindungen warten oder ihre Urlaubsreisen zu den Herbstferien gleich ganz abblasen. In Frankfurt fiel nach Angaben des Unternehmens bis zum Nachmittag einer von sechs Flügen aus.

Auch die kriselnde Air Berlin war von den Krankmeldungen betroffen. Tuifly habe am Donnerstag für Air Berlin keinen einzigen der geplanten 90 Flüge durchgeführt, sagte Air-Berlin-Sprecher Uwe Kattwinkel. Mit Hilfe anderer Crews habe Air Berlin 30 dieser 90 Flüge anbieten können, so dass letztlich 60 Flüge ausgefallen seien.

Ihre Gäste will die Tuifly nicht entschädigen und beruft sich auf höhere Gewalt, die für die Ausfälle und Verspätungen verantwortlich sei. „Entschädigungs- beziehungsweise Schadensersatzansprüche der Kunden entstehen daraus nicht“, teilte Tui Deutschland in Hannover mit. Eine Sprecherin betonte: „Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt.“ Heißt: TUI zahlt nur den Reisepreis zurück.

Ganz anders sieht das Philipp Kadelbach vom Flugrechtsportal Flightright. Tuifly könne sich nicht auf höhere Gewalt berufen. Krankheitswellen zählten zu den normalen Betriebsrisiken, die Airlines zu jeder Zeit einkalkulieren müssten. Dies gelte auch bei Zweifeln, ob tatsächlich eine Krankheit vorliege. Er empfehle allen betroffenen Passagieren, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo lehnte jegliche Verantwortung für die massenhaften Krankmeldungen ab. „Das ist definitiv kein Mittel zum Arbeitskampf für uns“, sagte Tarifexperte Nicoley Baublies.

(dpa,red)
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