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Finanzdienstleister aus Eschborn will effizienter werden: VR Leasing streicht 120 Jobs

Von VR Leasing stellt sich neu auf. Nachdem sämtliche Auslandstöchter in den vergangenen drei Jahren abgestoßen wurden, wird das Finanzunternehmen nun umgekrempelt.
Frankfurt. 

Der Vorstandsvorsitzende der VR Leasing räumt auf: Das Auslandsgeschäft ist nach dem Verkauf der ungarischen Tochtergesellschaft Lombard Lizing im April dieses Jahres komplett aufgelöst. Nun wird der genossenschaftliche Finanzdienstleister mit Sitz in Eschborn vor den Toren Frankfurts neu aufgestellt, so der Plan von Vorstandschef Theophil Graband. Dem werden im nächsten Jahr insgesamt 120 der 920 Stellen zum Opfer fallen, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte. Die Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan beginnen in Kürze.

Noch ist völlig unklar, welche Standorte und welche Stellen konkret vom Abbau betroffen sind. Das sei Gegenstand der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern, hieß es gestern. Ziel der Geschäftsführung sei es dabei, den Jobabbau weitestgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen, so die Sprecherin. Das Gros der VR-Leasing-Mitarbeiter arbeitet in Eschborn – 700 insgesamt. Weitere Standorte befinden sich in Unterföhring, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin.

Die VR Leasing, ein Tochterunternehmen der DZ Bank, habe ein Effizienzproblem, hieß es. Rote Zahlen schreibt der Finanzdienstleister zwar nicht mehr. Doch das Verhältnis von Kosten zu Erträgen sei miserabel und müsse verbessert werden.

Branche unter Druck

Die Niedrigzinsphase macht der ganzen Leasing-Branche schwer zu schaffen. Kredite sind günstig wie nie. Daher konkurrieren die Leasingfirmen stärker denn je mit Banken um Firmenkunden. Als klassischer Mittelstandsfinanzierer steht das Eschborner Unternehmen in einem immer härteren Wettbewerb. Leasing ist eine seit Jahren übliche Alternative zur Kreditfinanzierung. Der Großteil des Neugeschäfts entfällt auf das Leasing von Pkws und Nutzfahrzeugen, danach folgen Produktionsmaschinen und Büroausstattung – also Produkte, die fast jeder Mittelständler braucht. Oft kommen für Firmen beide Finanzierungswege infrage. „Wir stehen im Wettbewerb untereinander und im harten Wettbewerb zu den Banken. Dort hat sich die Situation zuletzt noch verschärft“, konstatierte Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Die Leasingbranche trifft der harte Wettbewerb um Mittelstandskunden zudem zu einer Zeit, in der die deutschen Firmen ohnehin relativ wenig investieren.

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