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Deutscher Markt wächst: VW auf dem Weg zu alter Stärke

Von Die Halbjahresbilanz des inländischen Pkw-Marktes zeigt Licht und Schatten. Ein dreiprozentiger Zuwachs in den ersten sechs Monaten zeigt die exzellente Konsumnachfrage in Deutschland. Doch die heimischen Premiumhersteller gehören wie auch Opel bisher zu den Verlierern. Volkswagen feiert nach dem Dieselskandal-Tief ein eindrucksvolles Comeback.
Der SUV T-Roc von VW ist erst wenige Monate auf dem Markt, hat aber bereits Platz zwei in der Zulassungsstatistik des Segments erobert. Bilder > Foto: Dirk Waem (BELGA) Der SUV T-Roc von VW ist erst wenige Monate auf dem Markt, hat aber bereits Platz zwei in der Zulassungsstatistik des Segments erobert.
Frankfurt. 

Die Marke VW hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet und baut die Spitzenposition auf dem Heimatmarkt weiter aus. In der ersten Jahreshälfte haben die Wolfsburger fast neun Prozent mehr Pkw hierzulande abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Sie nähern sich damit wieder der Schwelle eines Marktanteils von 20 Prozent. Den hatte VW vor Ausbruch des Diesel-Desasters dauerhaft behauptet.

Die drei hiesigen Marken aus dem Premiumsegment mussten allesamt Federn lassen. Mercedes, Audi und BMW gaben gegen den allgemeinen Markttrend leicht nach, wie aus der neuesten Statistik des Kraftfahrtbundesamtes hervorgeht. Die Verluste der drei Marken belaufen sich auf ein bis knapp drei Prozent. Damit hat Mercedes im Halbjahres-Ranking Position zwei vor Audi verteidigt. Doch die aus München propagierte „Freude am Fahren“ wurde vom Volumenhersteller Ford überholt.

 

Ein wichtiger Grund für die rückläufigen Absatzzahlen ist die anhaltende Abneigung gegenüber Dieselautos. Noch nicht einmal mehr jede dritte Neuzulassung hat einen Selbstzünder unter der Motorhaube. Und gerade im Premiumbereich war der Dieselanteil früher sehr hoch. Vor drei Jahren orderten die Kunden noch mehr als zwei Drittel der neuen Audi- und BMW-Modelle als Diesel. Bei Mercedes waren es knapp 60 Prozent. Inzwischen ist die Dieselquote bei Audi, BMW und Mercedes deutlich unter die 50-Prozent-Marke gesackt.

„Teil der Lösung“

„Die Debatte um mögliche Fahrverbote hat im Markt Spuren hinterlassen“, sagte Präsident Bernhard Mattes. Doch gleichzeitig betonte er, dass der moderne Diesel notwendig sei, um die Klimaschutzziele zu erreichen. „Der Diesel ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung“, lautet sein Credo. Je weniger Diesel auf die Straßen rollen, umso höher steigen die CO2-Werte wieder an.

VDA-Präsident Mattes: „Wir müssen liefern“

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) setzt der depressiven Stimmung in der Branche großen Optimismus entgegen. Bernhard Mattes sieht die einheimische Schlüsselindustrie mit ihren

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Elektrofahrzeuge sind aktuell noch kein entscheidender Faktor für eine bessere Luftqualität. In der ersten Jahreshälfte wurden im Inland 17 234 E-Autos zugelassen. Damit erreicht diese Antriebsart einen Marktanteil von 0,9 Prozent. Die ebenfalls mit dem Umweltbonus geförderten Plug-in-Hybride wurden 16 683 Mal abgesetzt. Damit liegt der Marktanteil dieser emissionsarmen Antriebe unter zwei Prozent. Eine absolut „magere Bilanz“ für den Präsidenten des Kfz-Gewerbes, Jürgen Karpinski.

Neue E-Autos am Start

Hoffnung auf Besserung weckt der VDA-Präsident. Die deutsche Autoindustrie investiere in den kommenden drei Jahren insgesamt 40 Milliarden Euro in alternative Antriebe. Der Schwerpunkt liege auf der Elektromobilität, so Mattes. Unterm Strich werde sich das Angebot an E-Autos deutscher Hersteller in diesem Zeitraum auf über 100 Modelle verdreifachen.

Der Autobauer Opel durchfährt eine ausgeprägte Durststrecke. Die Zahl der Neuzulassungen ist um sieben Prozent geschrumpft, der Marktanteil auf 6,4 Prozent zusammengeschnurrt. Opel leidet weniger unter dem Einbruch beim Diesel, der sich nur unter jeder vierten Haube findet, als mehr unter dem massiven Umbruch, den die französische Konzernmutter Peugeot PSA den Rüsselsheimern verordnet hat. Dabei fokussiert sich Opel stärker auf profitable Vertriebskanäle, wie ein Sprecher erklärte. In der zweiten Jahreshälfte solle der Marktanteil stabilisiert werden.

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